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Grubenwehr-Ehrenzeichen

Grubenwehr-Ehrenzeichen © Sandra Steins


Die Grubenwehren sind für das Rettungswesen unter Tage verantwortlich. Unter Grubenrettungswesen versteht man alle Maßnahmen und Einrichtungen zur Rettung von Menschen und zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen, bei Grubenbränden und anderen Ereignissen im Bergbau unter Tage, bei denen unter anderem giftige Gase auftreten. Für alle Bergwerke besteht die Pflicht, Grubenwehren einzurichten. Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Jeder Grubenwehrmann muss eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Regelmäßige Schulungen in Theorie und Praxis dienen der Vorbereitung auf den Ernstfall. Durch die bekannte Schlagwetterkatastrophe auf der saarländischen Zeche Luisenthal im Februar 1962, bei der 299 Bergleute ums Leben kamen, wurde der Einsatz von Grubenwehren erstmals bundesweit einer breiten Öffentlichkeit bewusst.

Das Grubenwehr-Ehrenzeichen nimmt unter den Auszeichnungen des Bundespräsidenten eine Sonderstellung ein. Es ist im Gegensatz zu allen anderen Auszeichnungen einem Berufsstand - den Helfern unter Tage - vorbehalten. Mit der Auszeichnung werden Personen geehrt, die sich im Ernstfall unter Einsatz ihres eigenen Lebens neben ihrer harten Arbeit freiwillig und selbstlos einsetzen, um Gefahren unter Tage abzuwehren.

Verdienste, Auszeichnung und Urkunde

Die Auszeichnung wird sowohl als Anerkennung für eine langjährige aktive und vorbildliche Tätigkeit in den Grubenwehren (15 Dienstjahre für die Stufe Silber, 20 Dienstjahre für die Stufe Gold) als auch für einzelne Rettungstaten verliehen. In erster Linie handelt es sich deshalb um ein Treuedienstabzeichen. Jede Stufe des Ehrenzeichens kann nur einmal verliehen werden. Bei der Verleihung des Ehrenzeichens in Gold ist der Vorbesitz der vorangehenden Stufe nicht erforderlich. Jeder ausgezeichnete Wehrmann erhält das tragbare Ehrenzeichen und eine Verleihungsurkunde sowie eine Ordensminiatur.