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Räume und Park von Schloss Bellevue

Blick in Schloss Bellevue Blick in Schloss Bellevue © Illustration: cogitamus media solutions

Eingangshalle

Die Eingangshalle von Schloss Bellevue verbindet Ehrenhof und Park miteinander und hat den Charakter eines ebenerdigen Saales – einer „sala terrana“.

In der Eingangshalle werden Staatsgäste vom Bundespräsidenten begrüßt und tragen sich in das Gästebuch ein. Im Anschluss gehen sie auf die Terrasse, wo üblicherweise der Empfang mit militärischen Ehren stattfindet.

Links neben der Tür zum Park ist ein Porträt von Reichspräsident Friedrich Ebert (Emil Orlik, 1920) zu sehen. Das Gemälde rechts zeigt Bundespräsident Theodor Heuss (Wolf Röhricht, 1952).

Amtszimmer

Im Amtszimmer empfängt der Bundespräsident seine Gäste aus dem In- und Ausland zu Gesprächen.

Über der Sitzgruppe ist das Gemälde „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“ von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, zu sehen. Das Bild entstand von 1751 bis 1753 und ist eine Leihgabe der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlung Dresden.

Korrespondierend dazu hängt über dem Schreibtisch die „Italienische Landschaft“ von Adolf Friedrich Harper (1798), eine Leihgabe der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Während der Canaletto eine deutsche Landschaft zeigt, die mit italienischen Augen gesehen wird, stellt das Bild von Harper eine italienische Landschaft aus der Sicht eines deutschen Künstlers dar.

Galerie

Die Galerie verbindet die Eingangshalle mit dem Treppenhaus, das ins Obergeschoss führt. Hier finden Empfänge, Gespräche mit Ausschüssen und Institutionen sowie Pressekonferenzen statt. Bei ihren Antrittsbesuchen tragen sich die Botschafter anderer Länder ins Gästebuch von Schloss Bellevue ein.

Zwischen den beiden Türen, die in den Gartensalon und in den Damensalon führen, hängt das Werk „Spirale schwarz, Spirale weiß“ (1969) von Günther Uecker.

Das Treppenhaus wird von dem Gemälde „Friedrich Wilhelm III.“ (1832) des Malers Franz Krüger dominiert.

Salon I und Salon II

Diese beiden Salons sind – aus Gründen des Denkmalschutzes – als einzige Räume des Schlosses bis heute so erhalten, wie sie bereits der erste Bundespräsident Theodor Heuss nutzte.

Die von Fritz Winter stammenden Gemälde in Salon I wurden später passend zur Einrichtung des Raumes ausgewählt: an der Nordseite „Schwarz Aufwärts“ (1961), an der Südseite „Vorschau“ (1957), an der Westseite „Vor Rot“ (1961) sowie an der Ostseite „Zerstört“ (1962).

Die Bilder in Salon II sind Werke von Theodor Werner aus den Jahren 1952 bis 1959.

Langhanssaal

Der Langhanssaal wurde 1791 von Carl Gotthard Langhans angelegt und als einziger Raum des Schlosses nach dem Krieg wieder in seiner ursprünglichen Form im klassizistischen Stil aufgebaut. Er ist ellipsenförmig und durch acht korinthische Säulen und zwei Kamine geprägt. Ursprünglich diente er als Tanzsaal und war der größte Saal im Schloss.

Neben Empfängen, Preis- und Ordensverleihungen und Abendessen in kleineren Kreisen finden im Langhanssaal heute die Begrüßung und das Defilee beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten statt. Außerdem überreichen Botschafter, die als Vertreter ihres Staates nach Deutschland entsandt wurden, in einer feierlichen Zeremonie dem Bundespräsidenten hier ihre Ernennungsschreiben.

Salon Luise und Salon Ferdinand

Im Salon Luise bittet der Bundespräsident bei Staatsbanketten zum Defilee. Ebenso nutzt die Frau des Bundespräsidenten den Raum bei Staatsbesuchen für Gespräche mit dem Partner des Gastes. Der Salon ist nach Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt benannt, die 1755 im Alter von 17 Jahren Prinz August Ferdinand von Preußen heiratete. Über dem Sofa hängt ein Porträt eines unbekannten Künstlers, das „Prinzessin Luise an der Urne ihres verstorbenen Sohnes Heinrichs“ zeigt.

Ähnlich gestaltet und benannt nach dem Bauherrn des Schlosses, Prinz August Ferdinand von Preußen (1730 – 1813),
ist der Salon Ferdinand. Das Gemälde „Familienporträt des Prinzen Ferdinand von Preußen, Herrenmeister des Johanniterordens, mit seiner Gemahlin Luise und den Kindern Luise, Heinrich und Louis Ferdinand“ von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (um 1778) stellt den Bezug des Raumes zu seinem Namensgeber her. Hier finden heute Begegnungen und Gespräche statt.

Schinkelsaal

Der Schinkelsaal wird als Foyer für den Großen Saal, aber auch für kleinere Empfänge, Gespräche und Essen genutzt.

Großer Saal

Der Große Saal ist der größte Raum des Schlosses. Er wird für Empfänge, Konzerte, Diskussionsrunden, Preis- und Ordensverleihungen genutzt. Hier finden die Staatsbankette statt. Dazu werden 150 bis 200 Gäste geladen. Am Tisch in der Mitte des Saales sitzt der Bundespräsident mit seinem Staatsgast. Vor dem Essen halten erst der Bundespräsident und dann der Gast eine kurze Tischrede. An den Wandflächen der beiden Stirnseiten des Saales hängen zwei große Farbraumkörper des Künstlers Gotthard Graubner mit dem Titel „Begegnungen“ (1988). Die beiden „Kissenbilder“ wurden vor Ort im Großen Saal geschaffen und stehen für Korrespondenz in Form und Farbe sowie Kommunikation über räumliche und andere Grenzen hinweg – ganz im Sinne des Bundespräsidenten.

Schlosspark

Seit dem ersten Gesamtentwurf mit einem System von Sichtachsen 1784 hat sich der Park von Schloss Bellevue stark verändert. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Park ab 1959 neu gestaltet. Drei der fünf ursprünglichen Sichtachsen blieben erhalten, daneben kamen weite Rasenflächen, Rundwege und nierenförmige Teiche als moderne Elemente hinzu.

Bei einem Staatsbesuch oder offiziellen Besuch wird der Gast des Bundespräsidenten mit militärischen Ehren im Park empfangen. Das Wachbataillon der Bundeswehr, insgesamt 380 Soldaten der drei Teilstreitkräfte – Heer, Marine, und Luftwaffe – sowie das Stabsmusikkorps, stellt sich in einer 80 Meter langen Reihe auf. Die Nationalhymnen werden gespielt, Gastgeber und Gast schreiten die Ehrenformation ab.

Meist ist auch eine Schulklasse mit Bezug zum Land des Gastes anwesend, mit der der Bundespräsident und sein Staatsgast nach den militärischen Ehren ins Gespräch kommen. Beim Bürgerfest des Bundespräsidenten werden engagierte Bürgerinnen und Bürger in den Schlosspark geladen. Glanzvoller Höhepunkt ist ein Feuerwerk.