Ansprache Eva Luise Köhler bei der Wohltätigkeitsveranstaltung
Vor nunmehr fast 40 Jahren, am 10. Juni 1971, verstarb mit Dr. Chaim Sheba nicht nur der Namensgeber des heute größten Krankenhauszentrums im Nahen Osten und der spätere Namensgeber der "Sheba Foundation", sondern eine der Symbolfiguren der Gründergeneration des Staates Israel, ein großer Philantrop und hingebungsvoller Arzt.
Auch wenn Dr. Sheba selbst nicht mehr unter uns weilt, so ist es sein Ideal, das Bestand hat: sein Ideal des Humanismus über ethnische Grenzen und politische Rivalitäten hinweg.
Sein Werk, das heutige "Sheba Medical Center", ist zur vorbildlichen Institution geworden, die sich nicht nur in einzigartiger Weise der Verknüpfung von Medizin, Forschung und sozialem Engagement widmet, sondern die im bedrückenden Nahostkonflikt auch für Verständigung und Hilfe steht. Hier finden alle bedürftigen Menschen, ganz gleich ob Juden, Christen oder Muslime, ob Israelis, Araber oder Palästinenser, Hilfe und medizinische Betreuung.
Viele der heute Anwesenden haben direkt vor Ort oder mit ihren Spenden daran mitgewirkt, Kindern aus Gaza und dem Westjordanland die Behandlung ihrer Kriegsverletzungen in Israel zu ermöglichen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zu einem hoffentlich nicht allzu fernen Frieden in Israel und Palästina im Geiste von Dr. Sheba.
Ganz besonders freue ich mich, in diesem Jahr nach Israel reisen zu können und mich nach nun fast vier Jahren in Tel Hashomer über die dort geleistete großartige Arbeit auch im Bereich von Wissenschaft und Forschung zu informieren. Ich denke, lieber Professor Rotstein, ich werde dann unseren deutschen Freunden sicher viel Neues und Erfreuliches zu berichten haben.
Die deutsch-israelische Freundschaft ist von einem besonderen Geist geprägt. Dies haben wir bei dem Staatsbesuch von Präsident Peres in den vergangenen Tagen hier in Deutschland erleben dürfen. Der deutsch-israelische Freundeskreis des Chaim Medical Center Tel Hashomer ist ein gelebter Teil dieser besonderen Beziehungen.
Es freut mich, liebe Gäste, dass der Erlös des heutigen Abends der Kinderonkologie von Tel Hashomer zugute kommen wird. Gerade wenn Kinder von solch einer schweren Krankheit betroffen werden, dann berührt uns das alle sehr. Deshalb geht mein herzliches Dankeschön an Sie alle, dass Sie für diesen Zweck spenden wollen und damit Gutes tun.
Mein Mann und ich freuen uns nun gemeinsam mit Ihnen auf einen glanzvollen und schönen Abend in Schloss Bellevue.
