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Festakt zum 25. Jubiläum von Special Olympics Deutschland


Daniela Schadt hat am 24. November zum 25-jährigen Jubiläum von Special Olympics Deutschland ins Schloss Bellevue eingeladen. An dem Festakt nahmen Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft teil.

In ihrem Grußwort würdigte Daniela Schadt als Schirmherrin der Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung das große, häufig ehrenamtliche Engagement all derer, die sich für Inklusion und Teilhabe stark machen.

Ansprache von Daniela Schadt:

Heute feiern wir den 25. Geburtstag von Special Olympics Deutschland, der Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Erinnere ich mich zurück an meine ersten Begegnungen mit der Special Olympics-Familie, dann stimmt mich dieser Gedanke augenblicklich fröhlich und optimistisch. Ich denke zuallererst an Athletinnen und Athleten, die selbstbewusst und mit großer Begeisterung ihr sportliches Miteinander leben und feiern.

Seither durfte ich regelmäßig zu Gast sein, liebe Frau Krajewski, bei Ihren Winter- oder Sommerspielen und war immer wieder hin- und mitgerissen von dem Ehrgeiz und der Konzentration, mit der Ihre Sportlerinnen und Sportler nach Medaillen und Bestzeiten streben. Nach gewissenhafter Vorbereitung und ernsthaftem Training trauen sie sich etwas zu, wollen sich messen, Anerkennung erwerben. Neben dieser Zielstrebigkeit scheint es, so habe ich es erlebt, noch eine ungeschriebene Übereinkunft zu geben: Wir sind glücklich darüber, gemeinsam das Beste aus uns herausholen zu können, auch unabhängig davon, ob es für einen Platz auf dem Treppchen reicht.

Sie merken es schon – die Schirmherrin ist der größte Fan Ihrer Bewegung!

Wir wollen heute auch festhalten und betonen: es sind nicht nur dieser Sportsgeist und diese Fairness bei den Großveranstaltungen, die Special Olympics Deutschland ausmachen. Mindestens ebenso fokussiert arbeitet die Bewegung daran, den zunächst ein wenig sperrigen, schwierig anmutenden Inklusionsgedanken im Alltag ihrer Athletinnen und Athleten konkret auszubuchstabieren und Teilhabe möglich zu machen, wo immer es geht. Häufig sind es die vermeintlich kleinen Dinge, die für Menschen mit geistiger Behinderung einen großen Unterschied, eine Aufwertung ihres Alltags bedeuten. So erfährt etwa ihr umfassendes Gesundheits- und Präventionsprogramms viel Aufmerksamkeit. Wie wertvoll ist auch die Ermutigung an ihre Athleten, sich zum Athletensprecher und damit zum glaubwürdigen Interessenvertreter weiterbilden zu lassen. Das gleiche gilt für die von ihnen entwickelten Leitfäden für einen inklusiven Sportunterricht und die Ausgestaltung inklusiver Sportgruppen.

Unverzichtbar für diese wichtigen Schritte, überhaupt für den Erfolg von Special Olympics Deutschland, ist das große Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gerade in den Landesverbänden, der Trainer und Betreuer in den Vereinen und natürlich auch der Einsatz der Angehörigen. Ihnen gebührt an diesem Feiertag mein ganzer Dank – und ein großer Applaus.

Ebenso besondere Bedeutung kommt der Zusammenarbeit und dem Austausch mit Sportvereinen, sowie den Werkstätten und anderen in der Behindertenhilfe aktiven Einrichtungen zu – für den bisherigen, aber auch künftigen Erfolg von Special Olympics in Deutschland. Denken wir an ganz praktische Fragen: Wie lassen sich Trainingseinheiten im Verein organisieren; wie können wir Bewegung und Sport in den Arbeitsalltag der Werkstätten integrieren; welche innerbetrieblichen Fitness- und Gesundheitsangebote erreichen möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Aber auch bei grundsätzlichen Bewertungen – etwa bei der Frage: Wie positionieren wir uns zu politischen Weichenstellungen? – trägt solche Zusammenarbeit Früchte. Es hat sich bewährt, Erfahrungen und Kenntnisse zu bündeln, sich auszutauschen und Forderungen und Anliegen womöglich auch mit einer gemeinsamen Stimme weiterzutragen. Ich würde mich freuen, wenn Sie die Veranstaltung heute auch als Einladung zu einem solchen, vertieften Dialog verstehen.

Wir wollen nicht verschweigen, dass Menschen mit geistiger Behinderung in unserer Gesellschaft im Alltag bei ihren Mitmenschen immer noch gelegentlich auf Unsicherheiten und auch Berührungsängste treffen. Auch auf dieser – ich nenne sie einmal: emotionalen – Ebene setzt Special Olympics Deutschland an. Die Begegnung im Sport zwischen Menschen mit und ohne Behinderung wirkt, das habe ich bei den Nationalen Spielen, aber auch im kleinen, zum Beispiel beim Besuch einer Werkstatt erlebt, wie ein Katalysator. In der Trainingsgruppe oder im Verein schauen wir auf die individuelle Leistung des Einzelnen, respektieren Stärken und Schwächen unseres Gegenübers, erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede an. Wer im Sport Toleranz übt und Vielfalt wertschätzt, der vertritt diese Werte auch im Alltag.

Dieses Werteverständnis und die positive Energie, die Special Olympics Deutschland sich zu Eigen gemacht hat, sind in 25 Jahren zu einem Markenzeichen geworden. Für diese Marke wollen wir in der Zukunft weiter werben – sportlich, fröhlich und "gemeinsam stark".