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Besuch der Mutter-Kind-Klinik "Stella Maris" und offizielle Übernahme der Schirmherrschaft über das Müttergenesungswerk

Elke Büdenbender beim Besuch der Mutter-Kind-Klinik "Stella Maris" mit dem Klinikpersonal anlässlich der offiziellen Übernahme der Schirmherrschaft über das Müttergenesungswerk Kühlungsborn, 27. Juni 2017 Besuch der Mutter-Kind-Klinik "Stella Maris" in Kühlungsborn an der Ostsee – Elke Büdenbender mit dem Klinikpersonal anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft über das Müttergenesungswerk © Deutsches Müttergenesungswerk

Elke Büdenbender hat am 27. Juni 2017 die Mutter-Kind-Kurklinik „Stella Maris“ in Kühlungsborn an der Ostsee besucht. Begleitet wurde sie dabei von der Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese. Vor Ort übernahm Frau Büdenbender offiziell die Schirmherrschaft über das Müttergenesungswerk/die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung und sprach mit Müttern über ihre Erfahrungen in der Klinik und dem Beantragen dieser Kurmaßnahme. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik nahmen an dem Gespräch teil und berichteten von ihrem Arbeitsalltag. Im Anschluss daran schaute sich Frau Büdenbender die Klinik an. Mit ihrem Besuch würdigte Elke Büdenbender das Engagement des Müttergenesungswerkes für die Gesunderhaltung von Müttern sowie für die Wertschätzung der von ihnen geleisteten (Erziehungs-)Arbeit.

Ansprache von Elke Büdenbender:

Es gilt das gesprochene Wort.

Ich freue mich sehr, heute hier sein zu dürfen, und danke Ihnen von Herzen für Ihre Einladung.
Seit anderthalb Monaten bin ich nun offiziell Schirmherrin des Müttergenesungswerkes – was ich als große Ehre empfinde. Denn das Müttergenesungswerk leistet großartige Arbeit. Und das nicht von ungefähr. Es sind die vielen Frauen, die von Beginn an im Sinne der Gründerin das Wirken geprägt haben. Nämlich von Frauen für Frauen, mit großer Kenntnis davon, dass auch die Kraft von Müttern (und auch Vätern) endlich ist.

Dies wusste auch Elly Heuss-Knapp. Lassen Sie mich kurz etwas zu der Gründerin sagen. Sie wurde 1881 geboren und war – wie ich finde nicht nur für ihre Zeit – eine emanzipierte, hervorragende aus- und gebildete Frau. In der Zeit des Nationalsozialismus brachte sie die Familie mit ihrer Arbeit als Werbefachfrau durch. Sie war die Ehefrau des 1949 gewählten ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss und wusste um die Last, die die Frauen gerade in der Nachkriegszeit zu schultern hatten. Sie war es dann, die 1950 zusammen mit Antonie Nopitsch ganz pragmatisch und effizient fünf Wohlfahrtsverbände unter einem Dach vereinte, mit dem Ziel, für Mütter eine gute Hilfe bereitzustellen.

Wie diese Hilfe aussieht oder aussehen kann, können wir heute ganz konkret erleben, indem wir einen Einblick in die Arbeit einer Mutter-Kind-Klinik nehmen dürfen. Ich bin schon gespannt darauf zu hören, welche Erfahrungen Sie hier machen – als Klinikleiterin, Angestellte, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und – ganz wichtig – als Mütter. Ich möchte wissen, wie Ihr Tag aussieht, welche Dinge Ihnen Freude machen – und was Sie vor große Herausforderungen stellt.

Eines weiß ich bereits jetzt: Was hier vor Ort geschieht, ist sehr wichtig. Ich bin Mutter einer mittlerweile erwachsenen Tochter. Ich weiß, wie wichtig und gleichzeitig schwierig es ist, den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern und dann auch mal an sich selbst zu denken.

Auch wenn sich die traditionellen Rollenbilder allmählich aufzuweichen scheinen, so sind es doch oft immer noch die Mütter, die den Hauptteil der Erziehungsarbeit leisten.

Wir alle wissen, wie schwer es uns oft fällt, Schwäche zu zeigen oder auch nur uns selbst unsere eigenen Schwächen einzugestehen. So suchen sich viele Mütter erst sehr spät, manchmal zu spät, Hilfe. Das gilt im Übrigen genauso für Väter, die den Spagat zwischen Familie und Beruf wagen, wie auch für pflegende Angehörige.

Dass es das Müttergenesungswerk, seine Kliniken und Beratungsstellen gibt, ist da ein großes Glück. Hier erfahren Mütter, Väter wie auch pflegende Angehörige Achtsamkeit und Wertschätzung für ihre Leistung. Ihre Sorgen und Probleme werden ernst genommen und nicht belächelt. Hier können sie wieder Kraft schöpfen und Selbstvertrauen sowie Zuversicht gewinnen, dem Alltag zu Hause gewachsen zu sein.

Ebenso wichtig aber ist, dass die Gesellschaft die Leistungen von Müttern anerkennt – ist dies doch eine Arbeit oder Leistung, die man nur sieht, wenn sie nicht erbracht wird. Nur eine Gesellschaft, die den Menschen, die in ihr leben, Anerkennung und Wertschätzung entgegen bringt, ist für alle gut. Nur hier kann ein soziales Miteinander entstehen und auch funktionieren.

In diesem Sinne funktioniert wohl auch eine Mutter-Kind-Klinik: Wertschätzung und ein Miteinander führen zu einem besseren Selbstwertgefühl. Und das ist es, was eine Mutter stark macht und sie befähigt, den Alltag zwischen Beruf und Familie erfolgreich zu bewältigen. Das wirkt sich in der Regel dann auch auf die Kinder aus. Zusammenfassend kann man also sagen: starke Mütter – starke Kinder.

Für Ihr unermüdliches Engagement in dieser Hinsicht danke ich Ihnen allen von Herzen. Ich freue mich, einen Beitrag dazu leisten zu können. Vielen Dank!