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Ordensverleihung "Engagement für Integration"

Geehrte im Großen Saal von Schloss Bellevue anlässlich der Ordensverleihung 'Engagement für Integration' Schloss Bellevue, 10. Juli 2014 Ordensverleihung "Engagement für Integration" – Geehrte im Großen Saal von Schloss Bellevue © Sebastian Bolesch

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 10. Juli 25 Bürgerinnen und Bürger in Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die zehn Frauen und fünfzehn Männer aus allen Teilen Deutschlands haben sich in herausragender Weise um die Integration von Zugewanderten und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft verdient gemacht. Sie engagieren sich ehrenamtlich in unterschiedlichen Projekten – von der Hausaufgabenhilfe und unterstützenden Begleitung von Kindern aus Migrantenfamilien über Sprachkurse bis hin zu Integrationsmaßnahmen in der Arbeitswelt. Ausgezeichnet wurden auch Menschen, die sich in besonderer Weise um Asylbewerber oder ältere Migranten kümmern, die sich gegen Diskriminierung, Gewalt und Rassismus oder für die Stärkung von Frauenrechten einsetzen.

Folgende Bürger und Bürgerinnen wurden ausgezeichnet:

Baden-Württemberg

Saliou Gueye, Ulm
Verdienstmedaille

Der Leiter der Koordinierungsstelle Internationale Stadt in Ulm zeichnet sich schon seit seiner Studienzeit an der Universität Dortmund durch sein vielfältiges soziales Engagement aus. Saliou Gueye hat dort in den Studierendengremien nachhaltige Impulse für die interkulturelle Zusammenarbeit gesetzt und den Verein Afrikanischer Studierender (ASDO) gegründet. Seine beruflichen Stationen führten ihn schließlich in die Integrations- und Stadtteilentwicklungsarbeit verschiedener Kommunen. Als Integrationsbeauftragter der Stadt Ludwigsburg entwickelte er bis 2013 Integrationsprojekte mit bundesweitem Vorbildcharakter. Darüber hinaus bemüht er sich mit der Initiative Afrika hilft Afrika um eine Einbindung der Kommunen in die internationale Entwicklungsarbeit. Seit 2010 ist er Mitglied beim Bundesverein Gegen Vergessen – für Demokratie.

Susanne Saltikiotis, Schwaikheim
Verdienstkreuz am Bande

Sie widmet sich seit 1995 der Sprachförderung in Kindergärten der Gemeinde Schwaikheim und der Hausaufgabenbetreuung in der örtlichen Gemeinschaftsschule. Durch ihre deutsch-griechische Ehe ist sie schon seit den 1980er Jahren mit dem Thema Integration vertraut und bemüht sich um die Sprachfähigkeiten von Kindern aus ausländischen Elternhäusern. 2005 war sie Mitbegründerin und ist seither Geschäftsführerin des INA e.V – Integrations- und Nachhilfe in Schwaikheim. 2013 gelang es Susanne Saltikiotis mit tatkräftiger Unterstützung ein eigenes INA-Haus zu etablieren, um Kindern und Jugendlichen aus mehr als 14 Nationen eine Anlaufstelle für ihre Probleme zu schaffen, einen Ort der Zusammenkunft – zum Mittagessen und um die Jugendlichen in allen schulischen Belangen zu unterstützen.

Mirko Vidackovic, Waiblingen
Verdienstkreuz am Bande

Der Diplomsozialarbeiter der Caritas kümmert sich seit über 40 Jahren im Rems-Murr-Kreis um die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund. Zunächst hat er die Gründung des Sportvereins Dinamo Stuttgart im Jahr 1971 und die Gründung des Kroatischen Kultur- und Sportvereins Zrinski Waiblingen 1987 veranlasst, die Auftakte zu sportlichen Erfolgen in der Kegel-, Fußball- und Basketball-Liga waren. Er war dort Vereinsvorsitzender. Maßgeblich setzte sich Mirko Vidackovic dafür ein, dass sich die Sportvereine in das örtliche Brauchtum einbringen. Mirko Vidackovic war zudem viele Jahre im Pfarrgemeinderat der St. Antonius-Gemeinde und im Diözesanrat aktiv. Zudem vertritt er im Waiblinger Integrationsbeirat die Interessen der aus Kroatien stammenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Bayern

Nevfel Cumart, Bamberg
Verdienstkreuz am Bande

Der Lyriker hat sich die Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen zur Lebensaufgabe gemacht. Schon früh wurde er mit einer in Stade gegründeten Initiative zum Brückenbauer zwischen Deutschen und Türken. Mittlerweile engagiert er sich in der Neuen Gesellschaft für Literatur (NGL) in Erlangen und veröffentlicht Gedichte, die sich mit der Vermittlung zwischen den Welten auseinandersetzen und europaweit Eingang in Schulbücher gefunden haben. Schon seit vielen Jahren übersetzt Nevfel Cumart zudem zahlreiche Werke namhafter türkischer Schriftsteller. Die Schwierigkeiten bei der Identitätsbildung sind ihm vertraut, so dass er gezielt Lesungen und Schreibwerkstätten an Schulen durchführt, die nur wenig Kontakt zur Literatur und anderen kulturellen Werken vermitteln. Zudem engagiert sich Cumart im Beirat der Anawati-Stiftung.

Eleonora Marz, Augsburg
Verdienstmedaille

Die Lehrerin an der Kerschensteiner-Mittelschule in Augsburg war bereits 20 Jahre lang Deutschlehrerin in Usbekistan, bevor sie 1993 nach Deutschland kam. Für den hiesigen Schuldienst absolvierte sie bis 1998 nochmals ein vollständiges Studium und wurde schließlich besonders für die aus der Russischen Föderation zugezogenen Kinder und Jugendlichen zu einer "Brückenbauerin" zwischen Eltern und Schule. Das städtische Schulamt hat Eleonora Marz daher zur Beraterin für Migration berufen. Projekten zur Gewaltprävention mit dem Verein Brücke e.V. widmet sie ihr Engagement ebenso, wie dem Projekt Bildung durch Integration, das Schüler aller Nationalitäten auf den "Qualifizierenden Hauptschulabschluss" vorbereitet. Bei dem 2005 in Augsburg gegründeten russischen Sorgentelefon SMENA ist sie seit Anbeginn eine wichtige Stütze.

SAID, München
Verdienstkreuz am Bande

Schon seit seiner Studienzeit ab 1965 in München verbindet er seine literarischen Interessen mit politisch-demokratischem Engagement. Als er sich schließlich 1979 entschied, nicht mehr in den Iran zurückzukehren, wurde die Existenz im Exil für ihn zugleich das Grundthema seines literarischen Schaffens. In seinen Werken steht bei aller intensiven Auseinandersetzung mit Religions- und Kulturbegegnungen immer im Vordergrund, dass sich im Ergebnis die Zivilisation mit ihren Freiheits- und Friedensgeboten durchsetzen wird. SAID ist in der PEN-Schriftstellervereinigung seit Mitte der 1990er Jahre Beauftragter für die Aktion "Writers in Prison" und war in den Jahren 2000 bis 2002 Präsident des PEN-Zentrums Deutschland. Zudem hat er sich auch innerhalb des Herbert-Quandt-Stiftungsrats für die Förderung einer freiheitlichen und solidarischen Zivilgesellschaft eingebracht.

Berlin

Seyran Ateş
Verdienstkreuz 1. Klasse

Die Rechtsanwältin gilt als Expertin für Menschenrechtsfragen und für Migrationspolitik. Schon seit mehr als 25 Jahren gilt ihre Aufmerksamkeit besonders Mädchen und Frauen aus muslimischen Ländern, denen eigene Rechte nicht gewährt oder die in ihrer Würde verletzt werden. Ihre Gedanken zu einer Verbesserung des Klimas zur Integration hat sie in maßgebliche Publikationen einfließen lassen. Auch unter Hinnahme persönlicher Risiken nennt sie Grundrechtsverletzungen beim Namen, die oft als kulturelle Spezifika verharmlost werden. Mit der Kenntnis, dass Rechtsstaatlichkeit und eine demokratische pluralistische Zivilgesellschaft in vielen Ländern nicht selbstverständlich sind, tritt Seyran Ateş vehement für diese Werte ein. Sie hat sowohl beim Integrationsgipfel der Bundesregierung als auch bei der Islamkonferenz ihre kritische Position zum Konzept der Multikulturalität eingebracht.

Brandenburg

Hải Bluhm, Potsdam
Verdienstkreuz am Bande

In den 1990er Jahren kümmerte sie sich zunächst um die Integration von vietnamesischen Bürgerinnen und Bürgern im Raum Chemnitz, bevor Hải Bluhm ab 2002 Integrationsprojekte in Potsdam anbot. Sie ist außerdem für den Verein Song Hong aktiv, dessen Gründerin und Vorsitzende sie seit 2004 ist. Mit dem Verein ist sie maßgeblich um Hilfe für Frauen und Familien in Potsdam bemüht und organisiert zusätzlich regelmäßig karitative Spendenaktionen zur Linderung von Spätfolgen des Vietnamkriegs. Das Netzwerk Migrations- und Integrationsrat Land Brandenburg (MIR) geht auf ihre Initiative zurück. Zudem konzipierte Hải Bluhm auch thematische Ausstellungen zur Rolle der Vertragsarbeiter in der DDR, war im kommunalen Ausländerbeirat aktiv und vertritt bis heute die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft im Landesintegrationsbeirat.

Bremen

Mehmet Altun
Verdienstkreuz am Bande

Er ist seit über 20 Jahren Vorsitzender im Verein Toleranz Jugend Verständigung in Bremen. Bereits seit mehr als 30 Jahren organisiert Mehmet Altun integrationsspezifische Projekte und ist Ansprechpartner und Unterstützer in allen Lebenslagen. Sein langjähriges Engagement für Integration wird im regelmäßigen Training einer multinationalen Jugendfußballmannschaft ebenso sichtbar, wie in einem wöchentlichen Gesprächskreis für Menschen mit Migrationsgeschichte. Seine Bemühungen sind davon geprägt, den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Gefühl zu vermitteln, angekommen zu sein. Daher bringt er sich auch in dem Mentorenprojekt memi sowie dem nationalitäts- und generationsübergreifenden Wohnungsprojekt Komşu ein.

Hamburg

Tevide Er
Verdienstmedaille

Die Bewegungstherapeutin leitet schon seit vielen Jahren einen Müttertreff in Hamburg-Altona. Seit 2002 organisiert sie eine Reihe von Angeboten mit Freizeitcharakter sowie kulturelle und religiöse Feste. Für das Hamburger Projekt Beruf-Qualifizierung-Migration (BQM) für Eltern hat Tevide Er 2007 eine Moderatorenfunktion angenommen und ist seither zu einer wesentlichen Stütze des Projekts geworden. In mehr als 75 Elterntreffs und Informationsveranstaltungen hat sie bisher vor allem türkischsprachige Eltern und Jugendliche über den Wechsel von der Schule in den Beruf aufgeklärt. Sie vermittelt Schlüsselinformationen, die die Betroffenen sonst oft nicht erreichen und leistet damit einen herausragenden Beitrag zu einem besseren Miteinander in Hamburg.

Hüseyin Yılmaz
Verdienstkreuz am Bande

Als Gewerkschaftssekretär war er zunächst ehrenamtlich und dann über 32 Jahre hauptberuflich der Migrationssozialberatung und der Bildungsarbeit für junge Menschen mit Migrationshintergrund verbunden. Hüseyin Yilmaz gehörte 1986 zu den Gründungsmitgliedern des heutigen Vereins Türkische Gemeinde Hamburg und Umgebung (TGH). Bei der Hamburger Sozialbehörde und im Hamburger Integrationsbeirat hat er sich in beratender Funktion eingebracht. Am Zustandekommen des Staatsvertrages zwischen der muslimischen Gemeinde, der alevitischen Gemeinde und der Hansestadt Hamburg war er maßgeblich beteiligt. Außerdem hat er auch zur Ausbildung der rund 100 "Einbürgerungslotsen" beigetragen. Hüseyin Yilmaz war von 2008 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) auf Bundesebene und ist nun im Vorstand des Landesseniorenbeirates Hamburg aktiv.

Hessen

Hüseyin Sıtkı Frankfurt a.M
Verdienstkreuz am Bande

Der Germanist und Soziologe betreut ausländische Studierende am International Office der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist zudem als Schulsozialarbeiter beim Schulamt in Frankfurt tätig. Schon seit 1991 bringt sich Hüseyin Sitki im Präsidium der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der Stadt Frankfurt ein, zwischen 2001 und 2005 als deren Vorsitzender. Umfassend ist darüber hinaus sein Engagement für das Türkische Filmfestival in Frankfurt, das für ihn zur lebensbestimmenden Aufgabe wurde. Seit dem Jahr 2000 hat er als Festivalleiter maßgeblichen Einfluss genommen und damit ein Schaufenster für die türkische Filmkultur in Deutschland geschaffen, das weit über Frankfurt hinaus Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenführt und den interkulturellen Dialog maßgeblich fördert.

Mecklenburg-Vorpommern

Sylvia Holzapfel, Neubrandenburg
Verdienstkreuz am Bande

Für die hauptberufliche Leiterin der örtlichen Migrationsberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist die Integrationsarbeit eine lebensprägende Aufgabe. Seit vielen Jahren organisiert sie im Rahmen des interkulturellen Dialogs ein regelmäßiges Frühstück und eine jährliche Themenwoche. Auch das jährliche Friedensgebet von Christen und Muslimen geht ebenso auf ihre Initiative zurück wie das gemeinsame Fastenbrechen von Muslimen und Nichtmuslimen. Auf ihre Vermittlung hin wurde zwischen dem DRK-Kreisverband Neubrandenburg und dem Islamischen Kulturzentrum ein Kooperationsvertrag geschlossen. Sylvia Holzapfel kümmert sich auch um zahlreiche Einzelschicksale. Dabei ist es ihr auch gelungen, ein auf der Flucht verloren gegangenes Kind wieder mit seiner Familie zu vereinigen.

Niedersachsen

Sahabeddin Buz, Hannover
Verdienstkreuz am Bande

Der Sozialarbeiter leistete in den 1980er Jahren in einem Hannoveraner Jugendzentrum Pionierarbeit. Insbesondere zu den Kindern und Jugendlichen mit türkischem Hintergrund konnte er durch sein kulturelles Verständnis und als Muttersprachler schnell intensive Vertrauensbeziehungen aufbauen. In den 1990er Jahren wirkte er als Konfliktschlichter und Aufklärer in der Straßensozialarbeit. Seine Freizeit widmete Sahabeddin Buz dem Verein Can Arkadas, der sich der interkulturellen Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit verschrieben hat. In der Dr. Buhmann-Stiftung für interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie im Integrationsrat Südstadt-Bult ist er Beiratsmitglied. 2008 war er Mitbegründer des Hauses der Religionen. Seine intensive Netzwerkarbeit erstreckte sich auch auf soziale Projekte in Sportvereinen und auf seine Tätigkeit als Anstaltsbeirat der Justizvollzugsanstalt Hannover.

Hülya Feise, Hannover
Verdienstmedaille

Die Sozialpädagogin initiierte schon 1999, drei Jahre nach ihrem Umzug aus der Türkei, ein Modellprojekt zur Migrationssozialarbeit in Hannover. Mit dem Projekt gesellschaftliches Engagement von Migrantinnen, Migranten und Deutschen (gEMiDe) koordiniert sie seit dem Jahr 2000 ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund. Daraus entstand ein Netzwerk, das Hülya Feise beständig erweitert und das 2004 vom Bund Türkisch-Europäischer UnternehmerInnen aufgegriffen wurde. Neben der sprachlichen Förderung junger Menschen mit Migrationshintergrund ist ihr dabei auch die kulturelle und politische Teilhabe der Jugendlichen sowie ihrer Eltern und Großeltern wichtig. Sie ist zudem stellvertretende Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Niedersachsen und Mitglied des örtlichen Integrationsbeirates.

Giuseppe Scigliano, Hannover
Verdienstkreuz am Bande

Der ehemalige Lehrer engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in besonderer Weise für Bildungschancen von italienischen Jugendlichen in Deutschland. Begleitend zu seiner beruflichen Tätigkeit initiierte er mit anderen das bilinguale Pilotprojekt "Deutsch-Italienische Europaklassen" in Osnabrück. In den 1990er Jahren war er Präsident des italienischen Schulbetreuungskomitees Co.As.Sc.It. Hannover, das italienische Jugendliche darin unterstützte, das deutsche Abitur zu erlangen. Seit 2004 ist Giuseppe Scigliano Präsident des COMITES Hannover und stellvertretender Vorsitzender des INTERCOMITES Germania. In dieser Funktion war er Teilnehmer des Integrationsgipfels der Bundesregierung und im Integrationsbeirat Mitglied der Arbeitsgruppe "Soziale Teilhabe". Zudem war er Mitglied im Integrationsbeirat von Niedersachsen und im Integrationsrat von Hannover.

Nordrhein-Westfalen

Ramazan Dalgalı, Remscheid
Verdienstkreuz am Bande

Nachdem er 1971 nach Deutschland kam, widmete er sich zunächst seiner eigenen Fortbildung, um dann als Sozialberater in verschiedenen Funktionen andere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte umfassend zu unterstützen. Sein Hauptaugenmerk gilt der Sprachförderung, sowie der Gleichberechtigung von Frauen, so dass er besonders Migrantinnen zu Vereinsgründungen ermutigte. 1997 gründete Ramazan Dalgalı den Türkischen Senioren-Solidaritätsverein. Zudem war er viele Jahre im Sozialausschuss und im Ausländerbeirat von Remscheid vertreten. Nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei 1999 initiierte er eine große Spendenaktion, deren Erlös er in den Neubau einer Schule in einem Dorf nahe der Stadt Izmit einbrachte. 2008 war er Gründungsmitglied des Freundschaftsvereins Kirsehir-Remscheid, aus dem mittlerweile eine Städtepartnerschaft hervor gegangen ist.

Osman Okkan, Köln
Verdienstkreuz am Bande

Der Journalist und Filmemacher war über 20 Jahre als Redakteur und Moderator beim Westdeutschen Rundfunk für deutsch- und türkischsprachige Programme tätig. Er widmet sich mit Filmen und Projekten der deutsch-türkischen Völkerverständigung auf kultureller Ebene. Osman Okkan ist Sprecher des von ihm mitbegründeten Kulturforums Türkei Deutschland und der Griechisch-Türkischen Friedensinitiative. Er hat in den letzten Jahren mehrere deutsch-türkische Journalistenprogramme und Medienprojekte geleitet; seine WDR-Filmreihe "Menschenlandschaften - Sechs Autorenportraits aus der Türkei" wird als Lehrmaterial an deutschen, türkischen und US-amerikanischen Universitäten eingesetzt. Er ist Mitbegründer des Hrant Dink Forums Köln, das seit 2009 Veranstaltungen zum Gedenken an den armenisch-türkischen Journalisten durchführt.

Rheinland-Pfalz

Jutta Hager, Mainz
Verdienstkreuz am Bande

Nachdem sie in Rostock und Ost-Berlin Lehramt studiert hatte, sah sie sich und ihre Familie in der ehemaligen DDR wegen eines Ausreiseantrags mit persönlicher Gängelung konfrontiert. Nach ihrer Übersiedelung in die Bundesrepublik absolvierte Jutta Hager dann in Mainz nochmals ein Lehramtsstudium. Eine dauerhafte Beschäftigung als Lehrerin nahm sie aber erst im Jahr 2002 auf. 1988 kam sie mit dem Verein Zusammenarbeit mit Osteuropa (ZMO) in Kontakt, der sich für Spätaussiedler aus Polen, Rumänien und der ehemaligen Sowjetunion einsetzt. Hier hat sie seit 1989 als Vorsitzende haupt- und nebenberuflich in beharrlicher Pionierarbeit neben der Einzelfallbetreuung ein Haushaltsartikelangebot für Spätaussiedler und Bedürftige aufgebaut sowie ein umfassendes Integrationskonzept mit sozialer Hilfestellung und regelmäßigen kulturellen Angeboten entwickelt.


Saarland

Friedbert Mann, Merchweiler
Verdienstkreuz am Bande

Der ehemalige Polizeibeamte trainiert seit 1995 im Gewichtheberverein AC Heros Wemmetsweiler junge Männer, von denen einige aus der Russischen Föderation ins Saarland gekommen sind. Er schaffte es, sprachliche Barrieren zu überwinden und eine gemischte Mannschaft aus Zuwanderern und Einheimischen zu formen, die unter seiner Anleitung auch Deutsche Meistertitel gewinnen konnte. Friedbert Mann genießt großes Vertrauen bei den Jugendlichen, für die er zum Ansprechpartner und Ratgeber in sämtlichen Lebensbereichen wurde. Teilweise erstreckt sich diese Zuwendung auch auf die Familien der Sportler, die an der Gestaltung des Vereinslebens rege teilhaben. Mit seinen 40 Jahren Trainererfahrung leitet er bis heute an vier Tagen in der Woche das Training und ist bei jedem Wettkampf vor Ort.


Sachsen

Silvia Liersch, Plauen
Verdienstkreuz am Bande

Für die ehemalige Ausländerbeauftragte der Stadt Plauen ist die Integration ausländischer Mitbürger und der Einsatz für Weltoffenheit zur Berufung, weit über ihre berufliche Verpflichtung hinaus, geworden. Schon seit der Friedlichen Revolution galt ihr Interesse den Bedürfnissen der ausländischen Mitbürger. Ab 1991 schuf Silvia Liersch in Plauen eine Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund, die sie 20 Jahre leitete. Ihre Netzwerkarbeit ermöglichte ein koordiniertes Vorgehen der verschiedenen Sprachkursträger und schuf die Grundlage für eine lebendige Integrationskultur in Plauen. In der Länderarbeitsgemeinschaft der kommunalen Ausländerbeauftragten Sachsens brachte Silvia Liersch ihre Erfahrungen in verantwortlicher Funktion mit ein und wirkte an einem Leitfaden für die Unterbringung von Asylbewerbern und Geduldeten mit.

In Am Sayad Mahmood, Dresden
Verdienstkreuz am Bande

Die Ingenieurin und Sozialarbeiterin ist 1996 mit ihrer Familie aus dem Irak geflohen. Seither bringt sie sich umfassend ehrenamtlich in verantwortlicher Funktion im Ausländerrat in Dresden und im Sächsischen Migrantenbeirat ein. Sie ist Mitbegründerin eines wöchentlich stattfindenden interkulturellen Frauentreffs und gestaltet im Irakischen Kultur Klub monatliche Zusammenkünfte. Als Mitarbeiterin im Ökumenischen Informationszentrum in Dresden gibt In Am Sayad Mahmood dem christlich-jüdisch-islamischen Dialog bzw. Trialog seit 2003 eine hohe Priorität, insbesondere dem friedlichen Zusammenleben und dem Verständnis für die kulturelle Diversität. In diesem Zusammenhang steht auch ihr Einsatz für muslimische Abschiebehäftlinge in der Justizvollzugsanstalt Dresden. Sie unterstützt zudem Menschen mit Migrationshintergrund als Sprach- und Kulturmittlerin.

Schleswig-Holstein

Wolfgang Hafemann, Neustadt (i.H.)
Verdienstkreuz am Bande

Der pensionierte Lehrer fördert als Vorsitzender des Migrations-Forums Ostholstein seit vielen Jahren die Netzwerkarbeit der an der Migrationssozialberatung beteiligten Initiativen und Personen. Er organisiert die Sitzungen, um neuen Projekten ein Forum zu bieten und aktuelle Themen der Migrationsberatung aufzubereiten. Dabei bindet er auch die Repräsentanten der regionalen Politik ein. Sein Engagement zeigt sich ebenso in seinem über 30 Jahre währenden Engagement für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der er in verschiedenen Funktionen im Bezirk Lübeck verbunden ist. Seit mehr als 20 Jahren nimmt sich Wolfgang Hafemann auch besonderer Einzelfälle an. So begleitete er iranische Flüchtlingskinder mit Nachhilfeunterricht bis zum Abitur und unterstützte Asylbewerber insbesondere aus dem Kosovo und aus Afghanistan bei Behördengängen.

Thüringen

Besong Agbor, Weida
Verdienstmedaille

Schon seitdem er Ende der 1990er Jahre aus Kamerun nach Deutschland kam, engagiert er sich umfassend für die Mitmenschen in seinem jeweiligen Lebensumfeld. Er unterstützt verschiedene Institutionen mit ehrenamtlichen Dolmetscherleistungen und ist treibende Kraft bei einem integrativen Fußballprojekt in Greiz. Sein Engagement im Netzwerk für Integration in Gera war für ihn Veranlassung, 2012 den Verein Migration und Integration Gemeinschaft (MIG) in Weida zu gründen. Darüber hinaus engagiert sich Besong Agbor bei zahlreichen weiteren integrationsfördernden Maßnahmen im Landkreis Greiz und in Gera.

José Paca, Erfurt
Verdienstkreuz am Bande

Er engagiert sich schon seit über 20 Jahren in den Gremien der Stadt Erfurt für eine verbesserte Integration. Nicht zuletzt dadurch war und ist er dabei auch immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Seit den 1990er Jahren ist er Vorsitzender des Vereins Afrosport, der beispielsweise Fußballturniere gegen Rassismus im Sport veranstaltete. Auch die Nacht der interkulturellen Freundschaft in Erfurt geht maßgeblich auf seine Initiative zurück. Im örtlichen Ausländerbeirat war er 1992 Gründungsmitglied und ist seit 2007 dessen Vorsitzender. Ebenfalls war José Paca an der Gründung des Bundesausländerbeirates beteiligt und wurde hier seit dem Jahr 2000 zweimal für den Ausländerbeirat-Ost wiedergewählt. Im Netz gegen Rassismus des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist er ebenso Mitglied wie im Haus der Geschichte und im Verein Angolanischer Fachkräfte in Deutschland.