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Kondolenz zum Tod von Roman Herzog

Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue (Archiv) Schloss Bellevue Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue (Archiv) © BPA

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 10. Januar Alexandra Freifrau von Berlichingen zum Tode ihres Mannes, dem siebten Bundespräsidenten, Roman Herzog, kondoliert. Bundespräsident Gauck schreibt:

"Die Nachricht vom Tod Roman Herzogs erfüllt mich mit tiefer Trauer. Er war eine markante Persönlichkeit, die das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet hat. Mit Sachverstand, Klugheit und großer Lebenserfahrung trat er für unser Land und seine freiheitliche Verfassung ein. Als Minister, als Präsident des Bundesverfassungsgerichts und als Bundespräsident waren ihm die Bürger- und Freiheitsrechte niemals nur abstrakte Begriffe. Als Vorsitzender des Europäischen Grundrechte-Konvents hatte er maßgeblich Anteil an der Europäischen Einigung.

'Die Fähigkeit zur Innovation entscheidet über unser Schicksal' – das war die feste Überzeugung von Roman Herzog. Deshalb hat Ihr Mann Reformbereitschaft angemahnt und stand zugleich für die Bewahrung des Bewährten. Sein vorwärtsstrebender Mut verband sich mit einer charmanten Skepsis. Diese Mischung war ebenso unverwechselbar wie sein unabhängiger Geist und seine Liebe zum klaren Wort. Mit diesen Eigenschaften trug er viel zur Verständigung zwischen Bürgern und Politik bei und erwarb sich Respekt und große Sympathie bei ungezählten Menschen.

Roman Herzog hat sich um unser Land verdient gemacht. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten."