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Besuch in Mecklenburg-Vorpommern

Bundespräsident Joachim Gauck und Daniela Schadt beim Austausch in der Ausbildungswerkstatt der Firma Egger anlässlich des Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto 'Verantwortung vor Ort' Wismar, 15. März 2017 Verantwortung vor Ort – Besuch in Mecklenburg-Vorpommern – Austausch in der Ausbildungswerkstatt der Firma Egger © Jesco Denzel

Bundespräsident Joachim Gauck informierte sich unter dem Motto "Verantwortung vor Ort – Engagement in den Kommunen" in ausgewählten Regionen exemplarisch darüber, wie sich engagierte Bürger, Kommunalpolitiker, Institutionen und Unternehmen für das Gemeinwohl und die Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in ihren Kommunen einsetzen.

Am 15. März besuchte der Bundespräsident gemeinsam mit Daniela Schadt Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Programm standen Besuche in beiden Landesteilen. Der Besuch war bereits für Februar geplant und wurde nun nachgeholt.

Zum Auftakt war der Bundespräsident in der Hansestadt Wismar zu Gast. Nach einem Stadtrundgang führte er im Welt-Erbe-Haus mit Vertretern der Stadt, Fachleuten aus dem Denkmalschutz und Jugendlichen ein Gespräch zum Thema Schutz des kulturellen Erbes. Ebenso stand bei einem Unternehmensbesuch das Thema Fachkräfteausbildung auf dem Programm.

In der Hansestadt Greifswald traf der Bundespräsident Vertreter von Migrantenorganisationen, Flüchtlingsbeauftragte und Ehrenamtliche, um sich über das Integrationskonzept des Landkreises Vorpommern-Greifswald zu informieren. Anschließend besuchte er das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems. Dort erhielt er Einblicke in die international bedeutenden Forschungsmöglichkeiten und den aktuellen Forschungsstand der Tiermedizin. Nachmittags setzte Bundespräsident Gauck seinen Besuch in der Hansestadt Stralsund fort. Hier informierte er sich ebenso wie am Vortag in Wismar über das Thema UNESCO-Welterbe.

Zum Abschluss seines Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern lud der Bundespräsident zu einer kulturellen Veranstaltung mit einem anschließenden Bürgerempfang im Rathaus von Stralsund ein. Dabei dankte er Ehrenamtlichen und Vertretern örtlicher Institutionen und Initiativen aus beiden Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns für ihr Engagement.

Im letzten Jahr war der Bundespräsident am 1. März in der "Bildungsregion Emsland" zu Gast. Am 15. April stand ein Besuch in Oberfranken mit dem Schwerpunkt "Strukturwandel im ländlichen Raum" auf dem Programm. Am 28. April besuchte er die Städte Zittau und Görlitz, um sich dort über das partnerschaftliche Zusammenwirken der Länder Tschechien, Polen und Deutschland innerhalb der Euroregion Neiße zu informieren. Und am 27. September reiste der Bundespräsident in die Region Ostwestfalen-Lippe. Bei dem Besuch stand das Thema "Innovation am Beispiel Industrie 4.0" im Vordergrund. Zum Thema Gesundheitsforschung informierte sich der Bundespräsident bei seinem Besuch in Jena am 23. November.

Damit schloss der Bundespräsident an Besuche im Jahr 2015 in Arnsberg, Gießen und Bergisch Gladbach an, bei denen die Themen "Demografischer Wandel" und "Flüchtlingshilfe" im Mittelpunkt standen.

Die Stationen in Mecklenburg-Vorpommern:

Mittwoch, 15. März 2017

Wismar

  • St. Marien-Kirchhof
    Stadtrundgang durch die historische Altstadt
  • Welt-Erbe-Haus, Lübsche Str. 23
    Gespräch zum Thema UNESCO-Welterbe
  • Firma EGGER, Am Haffeld 1
    Firmenbesuch und Gespräch

Greifswald

  • BiG - Bildungszentrum in Greifswald, Feldstraße 85
    Gespräch zum Thema Integration

Insel Riems

  • Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10
    Besichtigung und Gespräche im Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Stralsund

  • Rathaus, Alter Markt 10
    Begrüßung durch den Oberbürgermeister
  • Rathaus, Alter Markt 10
    Festveranstaltung mit Kulturprogramm und Bürgerempfang mit Ansprache des Bundespräsidenten


Besuch in Jena

Am 23. November hat der Bundespräsident die Stadt Jena besucht, um sich dort über das Thema Gesundheitsforschung und ihren Nutzen für den Menschen zu informieren.

Während seines eintägigen Besuchs tauschte sich der Bundespräsident mit jungen Forscherinnen und Forschern des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie über ihren Arbeitsalltag und den Forschungsstandort Jena aus.

Anschließend informierte sich der Bundespräsident auf dem InfectoGnostics Forschungscampus darüber, wie die Zusammenarbeit von Universität und Unternehmen dazu beiträgt, Ergebnisse aus der Spitzenforschung im Gesundheitsbereich schneller konkret anwenden zu können.

Die Stationen in Jena:

  • Besuch des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie
  • Besuch des InfectoGnostics Forschungscampus Jena
  • Besuch der Stadtkirche St. Michael (abgesagt)
  • Besuch und Gespräch im Rathaus (abgesagt)
  • Bürgerempfang des Bundespräsidenten im Volksbad Jena (abgesagt)


Besuch in Ostwestfalen-Lippe

Bundespräsident Joachim Gauck ist am 27. September in die Region Ostwestfalen-Lippe gereist. Bei dem Besuch stand das Thema "Innovation am Beispiel Industrie 4.0" im Vordergrund.

Der Bundespräsident informierte sich in den Städten Blomberg und Paderborn vor Ort darüber, wie der Industriestandort Deutschland auf die Herausforderung der Digitalisierung reagiert. Auf dem Programm standen hierzu Begegnungen mit Vertretern des Netzwerks Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe, kurz: "it’s owl".

In diesem Netzwerk, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als "Spitzencluster" gefördert wird, haben sich über 200 Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Organisationen aus der Region zusammengeschlossen. Eines der beteiligten Unternehmen besuchte der Bundespräsident am Vormittag, um hier digital gesteuerte Fertigungssysteme zu besichtigen und mit Mitarbeitern und Auszubildenden zu sprechen.

Am Nachmittag informierte sich der Bundespräsident in der Fraunhofer-Einrichtung für Entwurfstechnik Mechatronik IEM in Paderborn über den Stand der Digitalisierung in der Produktentwicklung. Anschließend beteiligte sich der Bundespräsident an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Arbeitswelt der Zukunft". Zum Abschluss des Tages lud der Bundespräsident zu einem Bürgerempfang ein.

Die Stationen in Ostwestfalen-Lippe:

  • Blomberg, Flachsmarktstraße 8
    Besuch einer Firma für digital gesteuerte Fertigungssysteme
  • Paderborn, Zukunftsmeile 1
    Besuch der Fraunhofer-Einrichtung für Entwurfstechnik Mechatronik IEM
  • Teilnahme an der Podiumsdiskussion "Arbeitswelt der Zukunft"
  • Heinz Nixdorf MuseumsForum, Fürstenallee 7
    Museumsrundgang
  • Bürgerempfang des Bundespräsidenten mit Ansprache des Bundespräsidenten


Besuch in der Euroregion Neiße

Der Bundespräsident besuchte am 28. April die Städte Zittau und Görlitz, um sich dort über das partnerschaftliche Zusammenwirken der Länder Tschechien, Polen und Deutschland innerhalb der Euroregion Neiße zu informieren. Zu Beginn seines Besuchs traf er in Zittau Vertreter der Euroregion Neiße, um einen Eindruck von der grenzüberschreitenden kommunalen Zusammenarbeit zu erhalten. Anschließend informierte er sich über einige kulturelle und soziale Projekte der Euroregion und besichtigt das Museum Kirche zum Heiligen Kreuz.

Am Nachmittag sprach der Bundespräsident in Görlitz mit Mitgliedern des Jugendkulturvereins Second Attempt. Im Anschluss traf er im Görlitzer Rathaus junge Menschen, um sich mit ihnen über das Thema "Abwanderung und Perspektiven" auszutauschen.

Zum Abschluss des Tages lud der Bundespräsident zu einem Bürgerempfang in der Aula des Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz ein. Dabei dankte er Ehrenamtlichen und Vertretern örtlicher Institutionen und Initiativen für ihr Engagement für die Zukunft der Region.

Die Stationen in der Euroregion Neiße:

  • Zittau
    Rathaus, Präsentation von Projekten der Euroregion
  • Görlitz
    Verein Second Attempt e.V.

    Kurzer Stadtrundgang vom Kaisertrutz zum Rathaus

  • Rathaus, Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
    - Gespräch zum Thema "Abwanderung und Perspektiven"
  • Augustum-Annen-Gymnasium,
    Bürgerempfang des Bundespräsidenten mit Ansprache des Bundespräsidenten


Besuch in Oberfranken

Während seiner eintägigen Reise nach Oberfranken am 15. April besuchte der Bundespräsident in Kronach eine Grundschule und ein Mehrgenerationenhaus, in Steinwiesen-Neufang ein Unternehmen, eine Begegnungsstätte der Dorfgemeinschaft und die Jugendfeuerwehr. Im Mittelpunkt standen Projekte, die als Reaktion auf die anstehenden demographischen Veränderungen entstanden sind. In den Gesprächen vor Ort war die Bedeutung von Mobilität, Breitbandausbau, Arbeitsplatzperspektiven und sozialem Engagement im ländlichen Raum Thema.

Zum Abschluss seines Aufenthalts in Oberfranken lud der Bundespräsident zu einem Bürgerempfang ein, mit dem das Engagement von Ehrenamtlichen und Vertretern örtlicher Institutionen und Initiativen gewürdigt wurde.

Die Stationen in Oberfranken:

  • Kronach

    Besuch der Lucas-Cranach-Grundschule

  • Besuch eines Mehrgenerationenhauses
  • Besuch einer Firma
  • Begegnungsstätte Musikheim
  • Rundgang durch Neufang und Besuch der Freiwilligen Feuerwehr
  • Bürgerempfang des Bundespräsidenten mit Ansprache des Bundespräsidenten



Besuch im Emsland

Während seiner Reise ins Emsland traf der Bundespräsident am 1. März Vertreter aus Kommunalpolitik, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft, um sich ein Bild von ihrem gemeinsamen Engagement für die Zukunft der Region zu machen. Der Bundespräsident besuchte ein Unternehmen in Spelle, ein Gymnasium und einen Handwerksbetrieb in Meppen sowie den Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. An den drei Orten informierte er sich über den Zugang zu Bildung und berufliche Perspektiven im Emsland. Zur Bedeutung von dualen Studiengängen für die Fachkräftegewinnung in der Region und die Rolle von lebenslangem Lernen sagte der Bundespräsident bei einer Begegnung mit der Presse:

"Der Hauptgrund meines Besuches hier in der Region, die es verdient in den Schlagzeilen zu sein, ist der, dass das Thema Bildung mich hierher gezogen hat. Dass hier arbeitssame, fleißige Menschen sind, ist mir bekannt. Es war einstmals, als ich jünger war, das Armenhaus und ist jetzt eine Vorbildregion geworden. Und wir müssen in Deutschland, wenn wir Zukunft haben wollen, die Ressource Bildung und Wissen wirklich sehr hoch halten. Und dass ich hier erleben kann, wie sich Staat, Unternehmen, Kommune und Bildungseinrichtungen miteinander vernetzen, das ist ein sehr wichtiges und großartiges Beispiel für das ganze Land. Die Landesregierung fördert das, der Landrat ist ganz begeistert von dem, was hier schon erreicht worden ist. Was ich sehr interessant finde, ist, wie früh Kindertagesstätten, die frühkindliche Erziehung, Teil dieses Konzeptes wurden und angefangen wurde, die Bildungsschritte, die Bildungselemente, die Bildungswege miteinander zu verzahnen. Überrascht hat mich ein wenig, dass auch das Thema Kultur gar nicht abgehängt ist, sondern dass das verzahnt ist, bei diesen verschiedenen Ausbildungswegen.

Jetzt haben wir hier ein wenig über die sogenannten MINT-Fächer gesprochen. Dieses Land von Hochtechnologie, dieses industrialisierte Land braucht Nachwuchs – wir brauchen ihn verstärkt. Deshalb sind auch an den Schulen immer mehr Mädchen gefragt, sich für die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer zu interessieren. Da gibt es auch erste Erfolge und mich freut, wenn das voran geht.

Was hier in der Region auch zu einem Problem werden könnte, ist, dass sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die einen Abschluss machen, verringert. Wir haben hier zwar eine Region, wo deutlich mehr Kinder im Durchschnitt geboren werden, als im übrigen Deutschland – dafür will ich die Region auch noch einmal extra loben –, aber trotzdem gibt es diese Verminderung der Abgängerzahl. Und aus dem Grund sind alle Strategien wichtig, die zwei Ressourcen heben: einmal die, die schlecht mitkommen und die sehr früh abgehängt werden, und die vielleicht dann ein ganzes Leben lang irgendwie im gesellschaftlichen Abseits stehen, weil es nicht gelingt, sie in Berufe zu vermitteln. Da gibt es in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland durch Bildungsträger, aber auch durch Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, einzelne Unternehmen sogar Versuche, eine zweite und dritte Chance zu organisieren. Das werde ich weiter im Blick behalten.

Im Ganzen möchte ich aber noch einmal darauf hinweisen, wie intensiv mir hier eben die Verbindung zu Hochschulen dargestellt worden ist. Dass die Menschen an unseren Hochschulen sich rechtzeitig um Nachwuchs kümmern und dass an der Schule nicht nur daran gedacht wird, wie schmücken wir am besten die Zeugnisse mit tollen Zensuren, sondern das Anschlussfähigkeit hergestellt wird. Hier gilt die Regel, dass nicht Abschlüsse das Wesentliche sind, sondern dass wir Anschlüsse schaffen. Und dieser Übergang von der Grundschule zum Gymnasium oder das Ernstnehmen der Möglichkeiten der dualen Ausbildung, das ist etwas, was mir hier besonders gelungen scheint.

Also ich bin in diese Region gekommen, um meinen Respekt auszudrücken, auch meine Dankbarkeit für alle, die sich hier eingesetzt haben. Das ist ein schönes Stück Deutschland, was es hier zu besichtigen gibt. Ich wünschte mir, die Deutschen in anderen Teilen wüssten das, wie ich es jetzt kennenlerne, und würden sich ein Beispiel nehmen. Hier gibt es Menschen, die ihre Erfahrungen gern weitergeben möchten. Dankeschön."

Die Stationen in der "Bildungsregion Emsland":

  • Spelle
    Besichtigung einer Maschinenfabrik und Gespräch mit der Firmenleitung, Ausbildern und Auszubildenden
  • Meppen
    Besuch des Windthorst-Gymnasiums Meppen und Gespräch mit Schülern und Lehrkräften
  • Besichtigung eines Handwerksbetriebs und Gespräch mit Mitarbeitern und Auszubildenden
  • Lingen
    Besuch der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen und Gespräch mit Studierenden und Dozenten
  • Bürgerempfang des Bundespräsidenten auf dem Campus Lingen mit Ansprache des Bundespräsidenten