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Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 2010

Bundespräsident Christian Wulff mit den Preisträgern des Deutschen Zukunftpreises 2010 Berlin, 5. Juli 2011 Bundespräsident Christian Wulff mit den Preisträgern des Deutschen Zukunftpreises 2010 © Sebastian Bolesch

Der Deutsche Zukunftspreis 2010 geht an Dr. Peter Post, Dipl..-Ing. (FH) Markus Fischer und Dipl.-Ing. Andrzej Grzesiak für ihr Projekt "Vorbild Elefantenrüssel - ein Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt".

Bundespräsident Christian Wulff hat am 1. Dezember 2010 in Berlin die Entwickler des Projektes "Vorbild Elefantenrüssel - ein Hightech-Helfer für Industrie und Haushalt" mit dem Deutschen Zukunftspreis 2010 ausgezeichnet. Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert und würdigt sowohl die Entwicklung des Verfahrens als auch dessen erfolgreiche Umsetzung in den Markt. Mit ihrer Innovation setzte sich das Team gegen zwei weitere herausragende Projekte durch, die die Jury für die Endrunde nominiert hatte.

Dr. Peter Post und Markus Fischer von der Festo AG & Co. KG, Esslingen, und Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart, und ihre Teams schufen nach dem Muster von Konstruktionsprinzipien aus der Natur einen einzigartig flexiblen Handling-Assistenten für eine neue Generation vielseitig einsetzbarer Assistenzsysteme.

Das bionische Handhabungssystem, das an einen Elefantenrüssel erinnert, besteht aus einem mechatronischen Rüssel, einem Greifer und drei Fingern. Seine Besonderheit ist eine enorme Anpassungsfähigkeit: Greifer und Finger können sehr behutsam selbst rohe Eier, Tomaten oder ein Glas Wasser anfassen und ebenso sachte mit Tieren und Menschen umgehen.

Voraussetzung für die ausgeprägte Feinfühligkeit des "Bionischen Handling-Assistenten" ist seine Leichtbauweise, die auf einem 3D-Druckverfahren basiert. Dabei werden schrittweise dünne Pulverschichten eines biegsamen Kunststoffs übereinander aufgetragen und per Laser verschmolzen. Auf diese Weise fertigten die Forscher den kompletten künstlichen Rüssel samt seinen beweglichen Teilen.

Das Problem von Robotern, die heute in der industriellen Produktion schwere, eintönige oder gefährliche Tätigkeiten verrichten, ist ihre Ungelenkigkeit und fehlende Sensibilität. Der neuartige Handling-Assistent, der bislang als Prototyp existiert, ermöglicht den Bau von Assistenzsystemen, die Menschen ohne Verletzungsgefahr zur Hand gehen können. Und sie sollen über mögliche Anwendungen in der Industrie hinaus künftig zur Unterstützung von kranken oder gebrechlichen Menschen dienen - etwa, indem sie ihnen Speisen, Getränke oder Medikamente holen und reichen. Das würde mehr Lebensqualität für diese Menschen bedeuten.

Der Bundespräsident würdigte die nominierten Projekte: "Die in diesem Jahr nominierten Projekte geben Antworten auf wichtige Fragen wie Energieeffizienz, den schonenden Umgang mit Ressourcen und die demographische Entwicklung." Der Bundespräsident rief dazu auf, in Deutschland noch mehr Interesse für Technik und Innovation zu wecken. "Auch wenn Deutschland gegenwärtig im internationalen Wettbewerb gut dasteht, ist Wohlstand durch Innovation kein Selbstläufer", so Christian Wulff. Die beiden neben den Preisträgern nominierten Teams zeichnete der Bundespräsident für ihre Arbeiten mit einer Urkunde aus.

Es sind Prof. Dr. Gunther Krieg, Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Bohleber und Dipl.-Ing. (FH) Dirk Christian Fey von der UNISENSOR Sensorsysteme GmbH, Karlsruhe, mit ihrem Projekt "Laserlicht findet Wertstoffe - Ressourcen für unsere Zukunft" und Prof. Dr. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim, sowie Dr. Dirk Demuth, und Dr. Wolfram Stichert, hte Aktiengesellschaft, Heidelberg, mit ihren Arbeiten zu "Chemische Beschleuniger im Turbotest - neue Katalysatoren eröffnen Energieoptionen"

Der Deutsche Zukunftspreis wurde in diesem Jahr zum 14. Mal vergeben. Er unterscheidet sich von anderen Wissenschaftspreisen dadurch, dass er neben der wissenschaftlichen Leistung die Marktfähigkeit von Innovationen und die damit verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen bewertet. Der Deutsche Zukunftspreis bringt der Öffentlichkeit die in Deutschland vorhandenen wissenschaftlichen und technischen Innovationspotenziale ins Bewusstsein. Er wird ermöglicht durch die großzügige Förderung eines Konsortiums deutscher Stiftungen und Unternehmen. Diese sehen in der Unterstützung der Zielsetzungen des Deutschen Zukunftspreises auch einen wichtigen Beitrag für ein technik- und innovationsfreundliches Klima in Deutschland.

Fotos von der Übergabe des Deutschen Zukunftspreises 2010 können nach der Preisverleihung beim Bilderdienst des Bundespresseamtes, Tel.: 01888 / 272 23 37, bestellt werden.