Navigation und Service

Interview mit DFB.de anlässlich des DFB-Pokalfinals der Frauen in Köln

Bundespräsident Christian Wulff im Interview 24. März 2011 Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung © Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Woher kommt Ihre Begeisterung für Frauenfußball?

Ein Länderspiel in meiner Heimatstadt Osnabrück hat meine Faszination für den Frauenfußball geweckt. Damals spielte Deutschland gegen Norwegen. Die Frauen haben technisch sensationell und vor allem fair und taktisch überzeugend stark gespielt. Da habe ich entdeckt, welches Potenzial der Frauenfußball hat. Inzwischen hat er in Deutschland viele Fans - nicht zuletzt deswegen, weil unsere Fußballfrauen Weltspitze sind und in diesem Jahr den Weltmeistertitel im eigenen Land verteidigen wollen.

Sie haben am vorletzten Sonntag beim Bundesligaspiel zwischen Potsdam und Essen-Schönebeck auf der Tribüne gesessen. Wie hat Ihnen das Spiel gefallen?

Das Spiel in Potsdam war überschattet von den erschütternden Nachrichten aus Japan. Das kann man auch im Stadion nicht einfach ablegen. Das Spiel selbst aber war begeisternd, gerade auch durch die 7000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die im ausverkauften Haus eine großartige Stimmung verbreitet haben - diese tolle Kulisse zeigte ganz klar den Stellenwert, den Frauenfußball in Deutschland inzwischen erlangt hat.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Schirmherr der Frauenfußball-WM in Deutschland?

Durch meine Teilnahme an der Meisterfeier und am DFB-Pokalendspiel möchte ich einen Beitrag leisten, den Fokus stärker auf den Frauenfußball und dann natürlich auch auf unsere Nationalmannschaft zu lenken. Als Schirmherr der Weltmeisterschaft wünsche ich mir, dass wir uns erneut als gute Gastgeber erweisen und den ausländischen Gästen auch bei dieser Fußball-WM zeigen: Deutschland ist ein gastfreundliches Land, das gerne mit Menschen aus aller Welt feiert. "Die Welt zu Gast bei Freunden" - wenn wir diese Botschaft von der Männer-WM 2006 wiederholen können, dann gibt es vielleicht ein Sommermärchen 2011.

Was verbindet Sie mit der Frauen-Nationalmannschaft?

Ganz sicher verbindet nicht nur mich, sondern viele Deutsche mit der Nationalmannschaft die gemeinsame Fußballbegeisterung. Beeindruckt bin ich von der Persönlichkeit der Spielerinnen und von ihrer Fairness. Ich denke an Sportlerinnen wie Birgit Prinz, Kim Kulig, Fatmire Bajramaj, Kerstin Garefrekes oder Alexandra Popp. Neue Spielerinnen sind wunderbar in die Mannschaft hineingewachsen und bilden ein harmonisches Ganzes. Das macht die Klasse dieses Teams aus. Ich verfolge mit Spannung, wie es sich nun auf die WM im eigenen Land vorbereitet. Der frühe Saisonschluss sorgt für optimale Voraussetzungen.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Pokalfinale zwischen Frankfurt und Turbine Potsdam an diesem Samstag?

Ich erwarte ein spannendes, faires Spiel. Aufeinander treffen dann die beiden besten Teams der Bundesliga, die einen Großteil der Spielerinnen der Nationalmannschaft stellen: Das eine hatte die stärkste Kontinuität während der Saison und wurde daher Meister, das andere hat die meisten Tore geschossen und die wenigsten Tore kassiert. Das macht einen besonderen Reiz dieser Begegnung aus.