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Bundespräsident Christian Wulff zum muslimischen Fest des Fastenbrechens 2010

Allen, die in unserem Land das Fest des Fastenbrechens begehen, wünsche ich von Herzen besinnliche und frohe Feierstunden und grüße Sie herzlich.

Nach Wochen des Fastens und der inneren Einkehr nimmt das Jahr seinen Lauf. Das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans markiert diese Zäsur in feierlicher Weise. Die zurückliegende Zeit des Fastens und der Enthaltung lässt dieses Fest umso freudiger Erscheinen, an dem Sie sich im Kreise der Familie, von Freunden und Bekannten versammeln und feiern.

Das Zusammenkommen und in Dialog treten kann nach der ruhigen Zeit des Ramadans intensiver erfahren werden als im Alltag. Man macht die Erfahrung, dass man als Mensch aufeinander bezogen ist und nicht isoliert für sich lebt. Die gemeinsame Freude wird in frohen Stunden des Miteinanders erfahren. Kommunikation, die im Schweigen des Fastens zurück tritt, ist eine lebendige Quelle des Miteinanders.

Gleichsam symbolisch treffen in diesem Jahr das muslimische Fest des Fastenbrechens und das Jüdische Neujahrsfest zusammen. Zwei hohe Feste unterschiedlicher Religionen überschneiden sich zeitlich und stehen damit auch für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, von dem unsere Gesellschaft und unsere Demokratie lebt. Vielfältig engagieren Sie sich als muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Gesellschaft und bereichern die Diskussion. Es freut mich, dass die Islamkonferenz fortgesetzt wird und ein Zeichen setzt, dass man bewusst aufeinander zu geht und sich verständigt. Ich möchte Sie vor dem Hintergrund des Fastenbrechens ermutigen, den Weg des interessierten und vertrauensvollen Austausches auch im Alltag weiter voranzubringen.

Miteinander in Kontakt treten, sich aneinander freuen, Interesse füreinander zeigen und einander bereichern, das verdeutlicht auch das Fest des Fastenbrechens, das am Ende der muslimischen Fastenzeit steht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dazu viele Gelegenheiten haben.