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Bundespräsident Christian Wulff zu Gast in Thüringen

Bundespräsident Christian Wulff und Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht 13. September 2010 Foto: Guido Bergmann, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung © Foto: Guido Bergmann, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Die Geschichte Thüringens zeigt die tiefen historischen Wurzeln des Föderalismus in Deutschland"

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre freundlichen Begrüßungsworte. Ich freue mich sehr, heute in Thüringen zu Gast zu sein. Nach Sachsen besuche ich nun schon das zweite "neue" Bundesland. Dabei sind manche "neuen" Länder wie Sachsen und Thüringen viel älter als diejenigen "alten" Bundesländer, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind.

Die kleinen und kleinsten Staaten Thüringens waren einst kaum entwirrbar ineinander verschachtelt. Im Jahre 1920 war jedoch die Zeit gekommen, aus ihnen einen starken und lebensfähigen Staat zu formen. Darum kann Thüringen in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen feiern: Neunzig Jahre Gründung des Landes Thüringen und zwanzig Jahre Wiedergründung in unserem geeinten Vaterland.

Mir zeigt die Geschichte Thüringens die tiefen historischen Wurzeln des Föderalismus in Deutschland, aber auch die Bereitschaft und Notwendigkeit, Bestehendes in Frage zu stellen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Föderalismus und der Wille zu Reformen und Neuanfang sind in unserem Land untrennbar mit den Landesparlamenten verbunden. Aus meiner eigenen Zeit als Landtagsabgeordneter weiß ich sehr genau, welchen unverzichtbaren Beitrag zu einer gelebten Demokratie sie leisten. Es ist wichtig, dass die Menschen in unserem Land sehen können, dass parlamentarische Demokratie auf Landesebene nicht nur aus Prozeduren, Vorschriften und langwierigen Sachdebatten besteht, sondern auch aus Menschen mit Leidenschaft, die sich für die Belange ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen. Es ist aber auch wichtig, dass diejenigen, die sich in den Parlamenten betätigen, für ihren Einsatz Anerkennung erfahren. Auch um dafür zu werben bin ich heute zu Ihnen gekommen und freue mich, im Gespräch mit dem Landtagspräsidium und den Fraktionsvorsitzenden mehr über Ihre aktuelle Arbeit und Pläne zu erfahren.