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Staatsbankett, gegeben vom Präsidenten der Volksrepublik Bangladesch, Zillur Rahman

 Bundespräsident Christian Wulff bei seiner Rede beim Staatsbankett, gegeben vom Präsidenten der Volksrepublik Bangladesch, Zillur Rahman Dhaka, Bangladesch, 29. November 2011 Staatsbesuch in der Volksrepublik Bangladesch: Bundespräsident Christian Wulff bei seiner Rede beim Staatsbankett, gegeben vom Präsidenten der Volksrepublik Bangladesch, Zillur Rahman © Steffen Kugler


Ich freue mich, zum ersten Mal in Bangladesch zu sein und bin sehr beeindruckt von Ihrer großzügigen Gastfreundschaft für meine Delegation und mich. Wir fühlen uns hier sehr wohl.

Deutschland gehörte zu den ersten Staaten, welche die Unabhängigkeit Bangladeschs 1972 anerkannt haben. Die Befassung mit und Bewunderung für den Geist des bengalischen Kulturraumes hatten aber schon lange davor begonnen. Das Goethe-Institut hat gerade 50 Jahre seiner Arbeit in Dhaka gefeiert. Der große bengalische Dichter und erste asiatische Nobelpreisträger Rabindranath Tagore, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr begangen wurde, wurde in den 20er Jahren in Deutschland begeistert aufgenommen und hat auch heute noch bei uns viele Bewunderer.

Bangladesch ist wie Deutschland eine säkular verfasste Demokratie. Damit eine Demokratie erfolgreich ist, müssen sich die Bürger frei und ohne jegliche Angst vor Repressionen für das Gemeinwohl einbringen können. Die Zahl und die Aktivitäten der Nichtregierungsorganisationen in Bangladesch sind eindrucksvoll. Darunter sind viele Frauen, die sich besonders dafür einsetzen, ihre rechtlichen und materiellen Lebensumstände zu verbessern. Ich bin davon sehr beeindruckt und wünsche Ihrem Land, dass es diese positive Energie der Zivilgesellschaft weiterhin entwickeln kann.

Seit vier Jahrzehnten sind wir Partner in der Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland versucht, mit seiner Unterstützung in den Bereichen Energie, Gesundheit und Guter Regierungsführung einen Beitrag zu leisten, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Dies geht nur gemeinsam. Ich habe großen Respekt vor dem Engagement und der Leistung aller Menschen, die im Laufe der Zeit an diesen Aktivitäten beteiligt sind.

Mit meinem Besuch möchte ich in Deutschland unsere Beziehungen fördern und stärker auf das wirtschaftliche Potenzial von Bangladesch aufmerksam machen. Die deutschen Importe aus Bangladesch wachsen stetig – und das nicht nur in der Textilbranche. Rechtsstaatlichkeit für Investitionen und Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards geben den Unternehmen Anreize, sich langfristig zu engagieren.

Wir können noch viel mehr gemeinsam unternehmen. Deutsche Unternehmer haben in vielen Bereichen Kompetenzen, die für Bangladesch interessant sein könnten, so zum Beispiel bei  erneuerbaren Energien. Eine Verstärkung der Kooperation mit der deutschen Wirtschaft dürfte vielversprechend sein, um klimaneutrale Lösungen für das sehr drängende Energieproblem in Bangladesch zu finden.

Dass der Klimawandel keine akademische Diskussion ist, wissen die Menschen hier. Überschwemmungen gehörten zwar zum Leben am und mit den großen Flüssen, aber die Intensität der extremen Wetterphänomene hat zugenommen. Ihr Land ist von einer Veränderung betroffen, die es selber nicht zu verantworten hat. Deutschland hat zusätzliche Mittel bereitgestellt, um Bangladesch bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Wirksam eingrenzen können wir den Klimawandel aber nur, wenn alle Länder mitmachen. Daher sind die anstehenden Verhandlungen in Durban so wichtig. Deutschland schätzt  die konstruktive, realistische und vermittelnde Haltung Ihres Landes in den Verhandlungen sehr.

Auch in anderen Bereichen der Vereinten Nationen fällt Bangladesch durch seinen Einsatz auf. So ist Ihr Land zum Beispiel größter Truppensteller der Vereinten Nationen. In einer immer stärker zusammenwachsenden Welt ist es eine Illusion zu glauben, dass Probleme an Grenzen halt machen. Lassen Sie uns daher gemeinsam an  Lösungen arbeiten. Diese verbreiten sich als Ermutigung und Ansporn über den Erdball.

Ich bitte Sie nun, mit mir das Glas zu erheben auf die Gesundheit von Präsident Rahman und auf die Freundschaft zwischen Bangladesch und Deutschland.