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Jazzkonzert anlässlich des Jazzfestes Berlin

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält bei einem Jazzkonzert anlässlich des Jazzfestes Berlin eine Ansprache im Großen Saal von Schloss Bellevue Schloss Bellevue, 30. Oktober 2017 Jazzkonzert anlässlich des Jazzfestes Berlin – Ansprache im Großen Saal © Felix Zahn

Vor einem Konzert soll man nicht zu viele Worte machen, weil die Musik, wenn sie gut ist, für sich selber spricht. Die Musik, die heute Abend für uns hier im Schloss Bellevue gemacht wird, ist sehr gut – wenigstens versprechen das die Namen der Interpreten, die zur internationalen Spitzenklasse der Jazzmusik gehören. Insofern kann die Begrüßung sogar sehr kurz ausfallen.

Also: Ich freue mich, dass es hier im Schloss wieder einen Jazz-Abend gibt – zum zweiten Mal in meiner Amtszeit schon. Das wird diejenigen nicht überraschen, die mich etwas kennen und daher wissen, dass ich wirklich ein großer Jazz-Fan bin. Aber über die persönliche Vorliebe hinaus ist für mich gerade der Jazz eine Musikform, die die unterschiedlichsten Künstler zusammenbringt, die ganz verschiedener musikalischer Herkunft sind und trotzdem gemeinsam musizieren können. Oft kommt gerade aus den ungewöhnlichsten Zusammenstellungen etwas ganz besonders Kostbares heraus.

Ich freue mich darüber, dass so viele Gäste gekommen sind. Manche von Ihnen werden schon Jazz-Fans sein, manche werden vielleicht eher abwartend dieser Musik gegenüberstehen. Ich verspreche Ihnen: In anderthalb Stunden wird der Jazz viele neue Freunde gefunden haben!

Der Abend kann in dieser Form hier nur deswegen stattfinden, weil es das Jazzfest Berlin gibt, das heute Abend hier sozusagen eine kurzzeitige Filiale aufmacht. Das Jazzfest Berlin gehört zu den ganz großen internationalen Festivals, es ist eines der ältesten und angesehensten in Europa. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es nun mit einem Konzert zum allerersten Mal auch am Sitz des Staatsoberhauptes gastiert.

In den letzten drei Jahren hat Richard Williams mit seiner erfolgreichen Arbeit dazu beigetragen, dass der große Ruf des Jazzfestes Berlin immer wieder bestätigt wurde, ja, dass sein Ruhm noch gewachsen ist und weiter wächst. Ihnen, lieber Richard Williams, darf ich deswegen heute Abend dafür meinen und unseren gemeinsamen Dank aussprechen.

Wer nur diesen Abend als Beispiel nimmt, der sieht, mit welchem Qualitätsbewusstsein, mit welcher kombinatorischen Finesse und mit welchem hohen Anspruch auch das Programm des Jazzfestes Berlin zusammengestellt ist. Erfolg durch Qualität – diese scheinbar so einfache Formel ist in unseren Zeiten, in denen jeder Trash kurzzeitig einen ganz großen Hype bekommen kann, nicht immer selbstverständlich. Erfolg durch Qualität: Das geht nur, wenn man langen Atem hat, wenn man ein künstlerisches Qualitätsbewusstsein besitzt und – vielleicht am wichtigsten – wenn man mit künstlerischer Gewissenhaftigkeit zu Werke geht.

Das Jazzfest Berlin gäbe es nicht ohne die Berliner Festspiele. Sie gestalten des Kulturleben Berlins seit Jahrzehnten mit. Sie haben, daran können wir ruhig einmal erinnern, auch in den Zeiten, als Berlin nicht gemeinsame Hauptstadt aller Deutschen war, mit dafür gesorgt, dass man sich wenigstens kulturell in Westberlin wie in einer Hauptstadt fühlen konnte.

In der Vergangenheit sind im Zusammentun mit den Berliner Festspielen auch immer wieder einmal schöne – vor allem klassische – Konzerte im Schloss Bellevue entstanden. Heute gehen wir in dieser Zusammenarbeit neue Wege und wenden uns dem Jazz zu. Ich freue mich darüber, dass wir dafür Julia Hülsmann, Lucia Cadotsch, Lucy Railton, und Kit Downes sowie die Band Empirical mit Nathaniel Facey, Lewis Wright, Andreas Lang und Shaney Forbes gewinnen konnten.

Jetzt soll es aber losgehen, unser Wandelkonzert mit Jazzmusik, bei dem wir alle uns von Spielort zu Spielort bewegen und uns immer neu überraschen lassen von den Musikern und ihren Interpretationen und Improvisationen.

Lassen wir uns also nicht nur überraschen, sondern auch beglücken und begeistern. Ich wünsche uns allen einen tollen Abend!