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Verleihung des Marion Dönhoff Preises an die "New York Times"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Ansprache bei der Verleihung des Marion Dönhoff Preises für internationale Verständigung und Versöhnung im Schauspielhaus in Hamburg Hamburg, 3. Dezember 2017 Verleihung des Marion Dönhoff Preises für internationale Verständigung und Versöhnung – Ansprache im Schauspielhaus © Guido Bergmann

Unseren Gästen aus New York möchte ich eine Geschichte erzählen, die nicht in ihrer Zeitung stand. Es ist die Geschichte vom Niedergang einer Zivilisation, und erlebt hat sie ein Achtjähriger. Dieser Junge wachte eines Morgens auf, und das Gotteshaus, dessen Vorsteher sein Vater war, lag in Trümmern. Ein Mob war in der Nacht eingedrungen und hatte den gesamten Innenraum und alle Heiligtümer zerstört. Nur durch Glück war das Feuer nicht bis zur Wohnung der Familie im zweiten Stock gedrungen.

Als der Achtjährige am Morgen nach dem Angriff aus dem Fenster sieht, sind die Frauen und Männer der Gemeinde schon dabei, die Spuren der Nacht zu beseitigen, zerstörte Bänke und Tische hinauszuschaffen. Draußen auf der Straße haben sich Pöbler zusammengerottet. Sie beschimpfen und bespucken die Aufräumenden. Etwas abseits sieht der Junge zwei Polizisten stehen, die interessiert zuschauen, aber keine Hand rühren.

Plötzlich taucht aus der Menge ein vertrautes Gesicht auf – der Milchmann. Völlig unbeeindruckt bahnt er sich seinen Weg durch die Menge, durchs Tor hinein, die Stufen hoch zur Familienwohnung. Dort stellt er – wie jeden Morgen – die Milch ab, macht kehrt und verschwindet genauso ungerührt wieder in der Menge, wie er gekommen war.

Was sollte der Junge mit alldem anfangen? Ein böser Albtraum mitten in der Normalität, die doch weiterging, so wie der Milchmann wiederkam, am nächsten Tag und auch am übernächsten? Der Junge hatte von den wachsenden Übergriffen der letzten Jahre wenig mitbekommen. Sein Alltag spielte sich hinter den Mauern des Gotteshauses ab, eine behütete Lebenswelt, in der Gelehrte, Theologen, Philosophen ein- und ausgingen – eine "intellektuelle Echokammer", wie man heute vielleicht sagen würde.

Der achtjährige Walter Jacob wusste nicht, was um ihn herum geschah. Doch zum Glück wussten seine Eltern es besser. Denn sie waren Leser der New York Times. Sie wussten an diesem Morgen des 10. November 1938, dass dies kein Einzelfall war. Immer wieder, seit der Machtergreifung, hatte die New York Times berichtet, von Boykotten, Schikanen und Gewalt gegen deutsche Juden – und sie berichtete weiter, obwohl, wie Joseph Goebbels in seinem Tagebuch notiert, er ihren "verleumderischen Auslandsjournalisten" wieder und wieder mit Ausweisung drohte. Unmittelbar nach der Pogromnacht, in der Ausgabe vom 10. November, lesen Walters Eltern von Plünderungen jüdischer Geschäfte in der Leipziger Straße und Friedrichstraße in Berlin. Und zwei Tage später, am 12. November, wertet die Zeitung den "Tag des Nazi-Terrors" als "Bedrohung für die gesamte Zivilisation".

Nein, die Normalität würde nicht wiederkehren. Das ahnen die Jacobs nach all den Berichten aus dieser fast letzten glaubwürdigen Quelle, der New York Times. Die Rabbinerfamilie beschließt, ihre Heimat zu verlassen – jene wunderschöne Synagoge zu Augsburg in Oberschwaben, in der ich kürzlich, zu ihrem hundertsten Jubiläum, sprechen durfte. Noch am Ende desselben Jahres 1938 reisen die Jacobs zu ihren Verwandten nach London. Am Neujahrstag des Jahres 1940 erreichen sie endlich, gemeinsam mit 17 weiteren Augsburger Juden, New York City. Das Einleben – so erzählte mir Walter Jacob lachend – fiel seinen Eltern gar nicht schwer. Denn sie hatten doch schon jahrelang die örtliche Zeitung studiert.

Walter Jacob ist heute 87 Jahre alt, lebt in Pittsburgh und ist Rabbiner der dortigen Gemeinde Rodef Shalom. Er schreibt weiterhin Bücher, wie sein Vater es in Augsburg tat, und er liest immer noch jeden Tag die New York Times.

Und heute – Sie werden es nicht glauben – ist er mitgekommen, in die Heimatstadt seiner Ehefrau, nach Hamburg, und er ist mitten unter uns: Herzlichen willkommen, lieber Walter Jacob – wie schön, dass Sie bei uns sind!

Wir ehren heute eine Autorität der Aufklärung – die Gray Lady, die New York Times. Wir ehren einen Leuchtturm der Vernunft in einem Zeitalter grassierender Unvernunft. Wir ehren ein Flaggschiff der Pressefreiheit in einer Zeit, in der Deniz Yücel und hunderte Journalisten in der Türkei im Gefängnis sitzen, in der in Russland unabhängige Zeitungen zu ausländischen Agenten erklärt werden, und in der selbst in westlichen Demokratien der Sinn und Wert der freien Presse in Frage gestellt wird – und sei es nur mal nebenbei per Tweet am frühen Morgen. Ich danke Matthias Naß und der Jury für die Einladung zu dieser Laudatio, die ich wirklich gern und aus voller Überzeugung angenommen habe.

Die Geschichte, die uns Deutsche mit der New York Times verbindet, ist lang und vielschichtig. Und wer hat einen Sinn für lange und vielschichtige Geschichten, wenn nicht die New York Times, deren Wochenendausgabe gerne mal über 100 Seiten dick ist. Da kommt selbst die versammelte ZEIT-Redaktion ins Staunen. Und, liebe ZEIT-Kollegen: Die machen das nicht einmal in der Woche, die machen das jeden Tag.

Diese lange Geschichte reicht zurück bis zu einer gewissen Bertha Levy aus Landau, die in den Wirren der deutschen Revolution von 1848 nach Amerika auswandert und in Nashville, Tennessee, einen Julius Ochs aus Fürth kennenlernt. Zwei Bayern in den Südstaaten also – und heute ein später Preis in Hamburg. Deren gemeinsamer Sohn, Adolph Ochs, bringt als blutjunger Mann erst die Chattanooga Times auf Vordermann und erwirbt dann, 1896, mit geborgten 75.000 Dollar die strauchelnde New York Times. Gegen die größere, aggressive, reißerische Konkurrenz der "Yellow Press" setzt er eine andere, fast tollkühne Vision: "All the News That's Fit to Print".

Also eine sachorientierte, umfassende, anspruchsvolle Zeitung soll den Käseblättern die Auflagen abjagen? Ja, sie soll sogar ein globales Publikum erreichen?! ‚Wie naiv!‘ ‚‘Wie unrealistisch!‘, riefen mache. Doch seine Vision wurde Wirklichkeit. Und sie ist es bis heute – auch unter Ihnen, Arthur Ochs Sulzberger Jr., der Sie nun in vierter Generation seit Ihrem Urgroßvater an der Spitze der Zeitung stehen.

Die New York Times ist eine globale Autorität geworden. Aber sie bleibt für uns in Deutschland zugleich das Fenster in ein Land, die Vereinigten Staaten, die immer vielschichtig, schillernd und widersprüchlich sein werden – viel komplexer jedenfalls, als sie bei uns von den einen glorifiziert und den anderen verdammt werden. Die Komplexität Amerikas, auch das Ringen mit seiner Komplexität, verkörpert niemand besser als die New York Times.

Diese Zeitung hat schon viele Preise erhalten. Aber wenn heute zu 122 Pulitzer-Preisen ein deutscher Dönhoff-Preis hinzukommt, dann ist es mir wichtig, an die Namensgeberin des Preises zu erinnern: Marion Gräfin Dönhoff war eine überzeugte Transatlantikerin. Sie ging den politischen Differenzen mit dem großen Bruder im Westen niemals aus dem Weg, aber sie – geboren 1909 – wusste, was wir Amerika verdanken. Sie wusste: Amerika ist wichtig für uns Deutsche – nicht nur geostrategisch wichtig, sondern immer wieder auch demokratiebildend wichtig.

Wer heute in Deutschland, mit einer gewissen kulturellen Hochnäsigkeit, dem Bruch mit den USA das Wort redet, weil da doch alles in die falsche Richtung liefe und die Gemeinsamkeiten verschwunden seien – dem rate ich: Wirf nur einen einzigen Blick in die New York Times! Diese Zeitung setzt immer noch und immer wieder die Maßstäbe einer freien Presse mit allerhöchsten Qualitätsansprüchen. Und eine solche Presse brauchen wir in diesen stürmischen Zeiten dringender denn je.

Sehr geehrter Arthur Sulzberger, sehr geehrter Dean Baquet,

nach Walter Jacob möchte ich Ihnen von einem weiteren New York Times-Leser deutscher Herkunft erzählen, genauer gesagt: einer Leserin. Sie ist, zugegeben, eine fiktive Leserin, aber deshalb nicht weniger treu: Gesine Cresspahl aus Uwe Johnsons "Jahrestagen" liest die Zeitung von vorn bis hinten, jeden Tag. Wenn ich den Tag der Romanhandlung aufschlage, der heute ganz genau ein halbes Jahrhundert zurückliegt, den 3. Dezember 1967, so finden wir dort nichts als Zeitungsschnipsel aus der New York Times – "das Bewusstsein des Tages", von der Wettervorhersage bis zu den Nachrufen. Für Gesine Cresspahl – wie für so viele Leser vor und nach ihr – ist die New York Times das "Tagebuch der Welt".

Falls Sie, Herr Sulzberger, sich jemals gefragt haben, wie Ihre Zeitung wohl aussähe, wenn sie eine leibhaftige Person wäre, liefert Uwe Johnson übrigens eine sehr phantasievolle Beschreibung. Ich zitiere: "Die New York Times kommt Gesine vor wie eine Tante aus vornehmer Familie. […] dunkle und elegante Kleidung, Beharren auf hochgesteckten Frisuren, eine verkratzte Stimme, Lächeln nur in den Augenwinkeln. […] Die Tante raucht (Zigarillos), sie trinkt auch von den harten Sachen. […] Die alten Liebhaber kommen wegen der Erinnerung, der Nachwuchs zur Belehrung. […] Sie geht mit der Zeit […] Sie ist modern." Lieber Herr Baquet, ich wüsste zu gern, ob diese Beschreibung heute wohl dem Selbstbild der Redaktion entspricht.

Solange es sie gibt, solange äußern manche ihren Verdacht, dass die Gray Lady der herrschenden Elite zu nahe steht. Sie ist, wie alle unabhängigen Medien, die kritische Instanz. Aber sie steht eben im demokratischen Gefüge – nicht gegen das demokratische Gefüge. Und so ist – übrigens nicht erst seit dem letzten Präsidentschaftswahlkampf – das "East Coast Establishment" zu einem Kampfbegriff der Demokratieverächter geworden, zu dem besonders gern die New York Times gezählt wird – auch von solchen selbsternannten Anti-Establishment-Kämpfern, die ihrerseits aus gut betuchtem Ostküstenhause stammen.

Ich glaube, Qualitätsmedien vertragen solche Elitenkritik. Und sie müssen es sogar. Denn auch die Gray Lady, auch eine Autorität der Aufklärung ist nicht unfehlbar. Im Gegenteil: Die Aufklärung lebt von der Suche, den Fehlern, der Korrektur. Das gilt für die New York Times – wie für ganz Amerika. Die Autorität der freien Presse ist eine geliehene: geliehen von der Autorität des mündigen Lesers. Immer schon hat sich die New York Times dessen kritischen Fragen stellen müssen:

Hat die Zeitung, in der Nachrichtenflut des Zweiten Weltkrieges, die grauenvollen Wahrheiten des Holocaust deutlich genug herausgestellt – Wahrheiten, deren Aufarbeitung auch in der Geschichte der New York Times ein schmerzhaftes Kapitel ist?

Hat sich, gerade in den Jahrzehnten der erstarkenden Civil Rights-Bewegung, die Vielfalt der amerikanischen Gesellschaft angemessen in ihrer Redaktion gespiegelt?

Hat sie – im Irak-Krieg – Quellen über angebliche Massenvernichtungswaffen ausreichend kritisch geprüft?

Hat sie – in der jüngsten Geschichte – die geballte Mischung aus Ressentiment, Entfremdung und Wut im ländlichen Amerika verstanden, die das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2016 hervorgebracht hat?

Und ganz zuletzt – und nicht ganz so ernsthaft: Hat sie bei der Bildredaktion immer die nötige Sorgfalt an den Tag gelegt, etwa wenn es um die Darstellung des deutschen Staatsoberhaupts geht?

Den kritischen Fragen über ihre Arbeit ist die New York Times nie ausgewichen, im Gegenteil: Sie zieht kontinuierlich Konsequenzen. Dazu gehören die klare, institutionelle Trennung von Berichterstattung und Kommentar, mehr Ressourcen für die investigative Recherche, strengere Auflagen zur Quellenprüfung, mehr Transparenz im Newsroom und strenge Regeln für die Nutzung sozialer Medien. Und, wie Sie, Herr Baquet, zuletzt immer wieder betont haben: "Wir, die Reporter, müssen raus aus unserer New Yorker Blase".

Reporter sind keine Roboter – und das sollen sie auch niemals werden! Aber gerade deshalb gehört der kritische Blick nach innen – auf eigene Haltungen, Neigungen, Vorurteile – genauso zum Journalistenberuf wie der kritische Blick nach außen, auf den Gegenstand der Berichterstattung. Für ihren kritischen Innenblick gebührt der New York Times mein besonderer Respekt – gerade jetzt, wo auch wir in Deutschland kritische Debatten in und über die Medien führen – sei es über die Berichterstattung in der Flüchtlingskrise, oder über den richtigen Umgang mit den Tabubrüchen populistischer Parteien.

Ich finde, Die Selbstkritik, die ganz selbstverständlich von Politikern gefordert wird, ist auch von Medienmachern zu erwarten. Natürlich, gerade in dieser unübersichtlichen Welt brauchen wir Vertrauen in die Autorität von Medien. Aber ich bin sicher, Selbstkritik untergräbt nicht die Autorität der Medien – im Gegenteil: Sie ist Grundlage für das Vertrauen in Medien. Das hat die New York Times verstanden.

"All the News That's Fit to Print!" Im Motto der New York Times spiegelt sich ein beeindruckendes, ein äußerst selbstbewusstes, ein zeitloses Berufsethos des Journalismus. Aber zugleich spiegeln sich im selben Motto alle großen, offenen Zukunftsfragen des Journalismus. Jedes Wort können wir heute mit einem Fragezeichen versehen:

All…? Welches Medium kann überhaupt noch Vollständigkeit beanspruchen in dieser Welt?

…The News…? Was sind News, was Fake News? Und wem traut man die Unterscheidung zu?

…Fit…? Wer entscheidet, was "angemessen" ist für öffentliche Aufmerksamkeit? Sicherlich nicht nur Zeitungen, sondern längst auch Trolle und Bots, und twitternde Präsidenten.

Tja, und: …To Print…? Als ich kürzlich eine Schülergruppe fragte, wann sie zuletzt eine gedruckte Zeitung in der Hand hatten, da erntete ich nur staunende Blicke. Gedruckte Zeitungen?

In all diesen großen Fragen, in all den Umbrüchen unserer Zeit – Digitalisierung, die Zäsur der letzten US-Präsidentschaftswahl, die Kakophonie des Postfaktischen – erscheint mir die New York Times vor allem dies: besonnen. Sie hat sich besonnen auf die fundamentalen Tugenden ihrer Branche:

Wie reagieren auf die Unvernunft? Mit Vernunft und mit unbedingter Sachlichkeit.

Wie reagieren auf ständige Aufregung und Hysterie? Mit dem guten Handwerk gründlicher Berichterstattung.

Wie reagieren auf wachsende Polarisierung und Parteinahme? Indem der Journalist sich in die Schuhe des Gegenübers stellt, Argument und Gegenargument ernst nimmt.

Wie reagieren auf Lügen? Indem man die Fakten klarstellt.

Dort, in den klassischen Tugenden der Berichterstattung, zwischen Aufregung und Achselzucken liegt der Kern des Journalismus: Aufklärung. Darum geht es doch in diesem Beruf: zu informieren! Und ich finde, das ist und bleibt eine noble Aufgabe.

Die Washington-Korrespondentin Maggie Haberman sagte neulich in wunderbarer Klarheit: "Some people would like us to be the opposition party. But that‘s just not our job!"

Gute Journalisten sind Autoritäten in der Demokratie – aber Journalisten sind nicht die besseren Politiker. Auch dafür gibt es Beispiele aus jüngster Zeit. Vielleicht ist die New York Times manchem deutschen Medienmacher, der gerade in diesen Zeiten zur Volkserziehung neigt, schon einen Schritt voraus. Die Reaktion der New York Times auf den Populismus war eben nicht die Selbstüberhebung, sondern die Selbstbescheidung – auf die eigentliche, die noble Aufgabe der Aufklärung.

Und so komme ich zurück zum Anfang meiner Rede, zu jenem Milchmann in Augsburg.

Mich hat diese Figur aus Walter Jacobs Kindheit zum Nachdenken gebracht. Wer mag dieser Deutsche sein, der am Morgen nach der später so genannten "Reichspogromnacht" dem Rabbi von Augsburg seine Milchflaschen vor die Tür stellt? Was mag ihm durch den Kopf gegangen sein? War er mutig – oder ein Mitläufer? Hat er einfach tapfer seinen Job gemacht? War sein unbeirrter Gang durch die Menge gar ein stiller Akt der Solidarität?

Man kann nur spekulieren, wer dieser Milchmann war und was ihn bewegt hat. Aber über eines bin ich mir ziemlich sicher: Er war im Dunkeln. Natürlich sah er mit eigenen Augen, was in seinem Umfeld geschah – aber konnte er wissen, wie das Regime die Pogromnacht im ganzen Land systematisch orchestriert hatte? Nein, denn die freie deutsche Presse war zu diesem Moment schon lange tot, erdrosselt von Goebbels Propagandaministerium und seinen täglichen Anweisungen und Verboten. Falls der Milchmann am 11. November, zwei Tage nach dem Pogrom, seine Augsburger National-Zeitung gelesen habe sollte, konnte er dort lesen, ich zitiere: "Nach polizeilichen Feststellungen sind alle Anhaltspunkte dafür gegeben, dass jüdische Elemente diesen Brand selbst verursacht haben."

Es ist nicht nur ein großes Glück, frei und unabhängig informiert zu sein – nein, es ist überlebensnotwendig für die Demokratie! Und deshalb ist das Informieren die Berufsehre des Journalisten – aber mehr noch: Informiert zu sein ist Bürgerrecht – und ich glaube, Bürgerpflicht! Demokrat zu sein und uninformiert zu bleiben – das verträgt sich nicht. Kein Präsident, kein Milchmann, kein Wähler kann sich das leisten. Und deshalb dürfen wir keinen Millimeter zurückweichen, wenn die Pressefreiheit angetastet wird. Fällt diese Freiheit, fällt alle Freiheit!

Die Jacobs waren informiert. Gesine Cresspahl war informiert. Millionen Leser der New York Times sind informiert. Und 500.000 neue Abonnenten seit der letzten US-Wahl sind es auch.

Liebe New York Times, please continue to bring us "All the News That's Fit to Print" – so we can be informed! Congratulations, Gray Lady. Oder in Uwe Johnsons Worten: Herzlichen Glückwunsch, "Tante Times".