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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler anlässlich des Benefizkonzertes in der Berliner Philharmonie

Bundespräsident Köhler hält eine Rede in der Berliner Philharmonie Berlin, 26. Februar 2005 Foto: bpa © Foto: bpa

Ich begrüße Sie herzlich zum diesjährigen Benefizkonzert des Bundespräsidenten. Sie sind gekommen, um Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker zu erleben. Sie sind auch gekommen, um die Symphonien Nr. 39, 40 und 41 von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören. Dieser Dirigent, dieses Orchester und dieses Konzertprogramm verheißen uns einen wunderbaren Abend.

Bei einem Benefizkonzert geht es aber immer um mehr als um ein musikalisches Ereignis. Deswegen hatte ich auch viele Besucherinnen und Besucher erhofft für heute Abend. Diese Hoffnung hat sich erfüllt: Das Benefizkonzert ist ausverkauft! Dafür danke ich Ihnen. Und ich freue mich sehr, schließlich möchte ich den Erlös dieses Konzertes den Opfern des Seebebens im Indischen Ozean zukommen lassen.

Das Ausmaß der Hilfsbereitschaft und der Solidarität, die diese Naturkatastrophe weltweit und besonders auch bei den Menschen in unserem Land ausgelöst hat, hat mich zutiefst beeindruckt. Die vielen Spendengelder konzentrieren sich aber in erster Linie auf die betroffenen Länder Asiens. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, den Erlös dieses Benefizkonzerts einem ebenfalls von der Flutkatastrophe betroffenen Land Ostafrikas, und zwar Somalia, zukommen zu lassen.

(Starker Beifall)

Ich freue mich über Ihre Reaktion.

Somalia ist gewiss nicht eines der Länder, die von der Flut am schwersten getroffen wurden. Somalia ist aber durch den Bürgerkrieg, der seit eineinhalb Jahrzehnten andauert, das Land mit den schwierigsten Verhältnissen:

Es herrschen bitterste Armut und Not.

Noch gibt es kaum so etwas wie einen Staat, und so ist von dieser Seite auch kaum Hilfe zu erwarten.

Noch gibt es nur wenige Hilfsorganisationen, die in Somalia ein helfendes Netzwerk unterhalten.

Doch die jüngsten politischen Entwicklungen in Somalia machen neuen Mut. Und so könnte der Zeitpunkt für ein sichtbares Zeichen der Solidarität und Unterstützung nicht besser sein. So hoffe ich jedenfalls.

Der Benefizerlös wird Partnerorganisationen von Diakonie und Caritas und von UNICEF zufließen, die sich im Bereich der Trinkwasserversorgung und der Gesundheitsvorsorge engagieren und Hilfe zur Selbsthilfe beim Wiederaufbau der Fischerei-Kooperativen leisten. Das Geld wird da ankommen, wo es gebraucht wird.

Ich bin davon überzeugt, dass der Erlös dieses Konzertes ein wenig zur Verbesserung der Situation in Somalia beitragen wird. Grund genug also, all denen Dank zu sagen, die diesen Abend erst möglich machen:

Ich danke Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern dafür, dass sie ihr großartiges musikalisches Können in den Dienst dieser guten Sache stellen.

Ich danke der Berliner Philharmonie, die sich einmal mehr als ein gastliches Haus erweist.

Ich danke natürlich vor allem Ihnen, meine Damen und Herren, die Sie bereit waren, für dieses Konzert einen erhöhten Eintrittspreis zu zahlen und damit - womöglich einmal mehr - für die Opfer des Seebebens zu spenden.

Eines liegt mir noch am Herzen heute Abend: Bitte verlieren Sie angesichts des großen Leids und der maßlosen Zerstörung, die die Flutkatastrophe angerichtet hat, nicht aus dem Blick, dass es weltweit zahllose Menschen gibt, die unsere Solidarität brauchen. Und besonders in vielen Ländern Afrikas sind die Menschen auf unsere Unterstützung lebensnotwendig angewiesen.

Jetzt aber genug der ernsten Worte. Ich freue mich darüber und ich danke Ihnen herzlich dafür, dass Sie heute Abend hier sind. Freuen Sie sich mit mir und meiner Frau auf große und großartig gespielte Musik.