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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler aus Anlass des Benefizkonzertes im Festspielhaus in Baden-Baden

Bundespräsident Horst Köhler steht vor einem Chor; die Sängerinnen tragen weiße Blusen Baden-Baden, 30. März 2006 Foto: Jürgen Gebhardt, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Jürgen Gebhardt, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Ich begrüße Sie herzlich zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten hier im Festspielhaus in Baden-Baden.

Mit dem heutigen Konzert erleben Sie eine Premiere. Gewiss, für ein Festspielhaus sind Premieren nichts Ungewöhnliches. Dennoch ist dieses Konzert etwas Besonderes. Die Benefizkonzerte des Bundespräsidenten wurden bislang stets in Berlin aufgeführt. Von nun an werden sie reihum in den Bundesländern stattfinden. Den Auftakt macht dieses Konzert hier in Baden-Württemberg.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat die Benefizkonzerte des Bundespräsidenten 1988 ins Leben gerufen. Seitdem spielen herausragende Orchester aus unserem Land regelmäßig für einen guten Zweck. Diese Konzertreihe hat also Tradition.

Sie wissen, wie es sich zuweilen mit Traditionen verhält. Manche empfindet man eher als "alten Zopf", den man am liebsten abschneiden möchte. An anderen hält man gerne fest, weil man sie als Bereicherung, gar als unverzichtbar empfindet. So ergeht es mir mit diesen Konzerten.

Die Benefizkonzerte sind in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Zunächst - Sie sehen, in diesem Punkt bin ich ganz und gar nicht selbstlos - sind sie ein Gewinn für mich persönlich: Sie führen meine Frau und mich einmal mehr in die Bundesländer und geben uns Gelegenheit, das kulturelle Leben und insbesondere die Orchesterlandschaft in unserem Land aus erster Hand zu erleben.

Die Konzerte sind natürlich auch ein Gewinn für uns alle hier im Saal. Sie bescheren uns einen hoffentlich unvergesslichen Abend - mit hervorragender Musik, mit interessanten Begegnungen und anregenden Gesprächen.

Vor allem aber sind sie ein Gewinn für diejenigen, denen der Benefizerlös zukommen wird. Sie wissen, mit dem Erlös wollen wir die Kinder in unserem Land fördern und unterstützen. Wir alle sind aufgerufen, unser Möglichstes dazu beizutragen, dass unsere Kinder sorglos und glücklich aufwachsen. Dabei dürfen wir nicht die Kinder vergessen, die eine lebensverkürzende Erkrankung haben. Auch ihr Leben sollte so sorglos und unbelastet sein wie irgend möglich. Diese Kinder und ihre Familien verdienen unser Mitgefühl und sie brauchen unsere Unterstützung. Ich habe mich daher dazu entschlossen, meinen Anteil des Benefizerlöses ambulanten und stationären Kinderhospizen in Deutschland zukommen zu lassen. Ich danke Ihnen, verehrte Gäste, dafür, dass Sie sich mit dem Kauf Ihrer Konzertkarte auch in den Dienst dieser guten Sache gestellt haben.

Danken möchte ich zudem den privaten Geldgebern und den Wirtschaftsunternehmen, die mit ihren großzügigen Spenden zum Gelingen des Abends und zu einem ansehnlichen Benefizerlös - verehrte Damen und Herren, der Benefizerlös beträgt insgesamt 250.000 Euro - wesentlich beigetragen haben. Damit setzt dieses Benefizkonzert Maßstäbe. Die kommenden Konzerte werden sich an ihm messen wollen, und das ist um der guten Zwecke willen nur zu begrüßen.

Und schließlich danke ich dem Festspielhaus Baden-Baden - dafür, dass das Benefizkonzert des Bundespräsidenten in diesem wunderschönen Konzerthaus stattfinden kann, - und dafür - so habe ich es mir jedenfalls sagen lassen -, dass die Vorbereitung dieses Konzertabends überaus harmonisch und professionell verlief.

Liebe Musikfreunde, ich freue mich darüber, dass Sie heute
Abend hier sind. Sie sind vermutlich nicht so sehr gekommen, um Herrn Ministerpräsidenten Oettinger und mich sprechen zu hören. Sie sind gekommen, um Thomas Hengelbrock und das Balthasar-Neumann-Ensemble musizieren zu hören. Auf dem Programm steht die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach. Dirigent, Orchester und Programm verheißen uns also ein wunderbares Konzert.

Beginnen wird das Konzert mit unserer Nationalhymne. Den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Hohenbaden und des Richard-Wagner-Gymnasiums und ihren Lehrern danke ich schon jetzt ganz herzlich für ihre Darbietung.

Uns allen wünsche ich einen bewegenden Abend.