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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler aus Anlass des Benefizkonzertes des Bundespräsidenten im Nationaltheater München

Gruppenbild: Komponist Wolfgang Rihm, Bundespräsident Köhler, Frau Köhler, die Sänger Roman Trekel und Daniela Sindram, Dirigent Kent Nagano, Frau Stoiber und Ministerpräsident Stoiber München, 15. Oktober 2006 Foto: Wilfried Hösl, Bayerische Staatsoper © Foto: Wilfried Hösl, Bayerische Staatsoper

Ich begrüße Sie herzlich zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten hier im Nationaltheater in München.

Es wird Sie nicht überraschen: Ich habe von Amts wegen viele, viele Termine. Manche davon sind unabweisbar. Andere kann ich mir aussuchen. Und gelegentlich sorge ich auch in Eigeninitiative dafür, dass die Termine nicht ausgehen - heute Abend zum Beispiel. Denn das Benefizkonzert des Bundespräsidenten ist eine präsidiale Schöpfung - Richard von Weizsäcker hat die Konzertreihe 1988 ins Leben gerufen - und es war mein Wunsch, dass diese Konzerte nicht mehr immer in Berlin stattfinden, sondern reihum in den Bundesländern. Den Auftakt dazu hat im März 2006 Baden-Württemberg gemacht, mit einem Konzert im Festspielhaus Baden-Baden. Nun setzt Bayern diese Reihe fort. Und ich kann nur sagen: Ich freue mich immer aufs Neue auf das Benefizkonzert, und ich freue mich darüber, es heute hier mit Ihnen in München zu erleben.

Dabei ist jedes Benefizkonzert in mindestens dreierlei Hinsicht ein Gewinn. Zunächst einmal - und da bin ich durchaus nicht ganz selbstlos - ein Gewinn für mich persönlich: als eine schöne Gelegenheit für meine Frau und mich, das kulturelle Leben und insbesondere die Orchesterlandschaft in Deutschland noch besser kennen zu lernen und mitzuerleben. Das Benefizkonzert ist natürlich auch ein Gewinn für alle anderen hier im Saal. Es beschert uns einen hoffentlich unvergesslichen Abend - mit hervorragender Musik, mit interessanten Begegnungen und anregenden Gesprächen.

Vor allem aber ist jedes Benefizkonzert ein Gewinn für diejenigen, denen der Benefizerlös zukommt. Sie wissen, den Erlös dieses Abends haben wir der Stiftung "Bündnis für Kinder - gegen Gewalt" zugedacht. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche zu schützen - vor Gefährdung und Gewalttaten, vor Missbrauch und Misshandlung. Dazu unterstützt sie bundesweit Projekte, die das Ziel haben, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken, damit sie selbstbewusst auftreten und lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Und sie fördert Initiativen, die Eltern helfen, damit nicht aus Überforderung Gewalt entsteht.

Mich überzeugt dieser zweifache Ansatz der Stiftungsarbeit. Es ist wichtig, Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, ihnen beizubringen, wie man Konflikte ohne den Einsatz von Gewalt löst. Ebenso wichtig ist aber auch die Unterstützung der Eltern. Kinder erziehen und auf einen guten Weg bringen - das ist eine Herausforderung, für die Hilfe bekommen sollte, wer Hilfe braucht. Wir alle sind aufgerufen, unser Möglichstes dazu zu tun, dass unsere Kinder glücklich und unbeschwert aufwachsen. Darum danke ich Ihnen, verehrte Gäste, dafür, dass Sie mit dem Kauf Ihrer Konzertkarte dazu beitragen.

Dank gebührt auch Herrn Generalmusikdirektor Kent Nagano und dem Bayerischen Staatsorchester. Sie stellen heute ihr musikalisches Können in den Dienst dieser guten Sache. Herzlichen Dank dafür! Und schließlich danke ich Ihnen, Herr Ministerpräsident Stoiber, dafür, dass das Benefizkonzert des Bundespräsidenten in diesem wunderschönen Haus stattfinden kann.

Liebe Musikfreunde, heute stehen das "Deutsche Stück mit Hamlet" von Wolfgang Rihm und die 7. Symphonie von Ludwig van Beethoven auf dem Programm. Dirigent, Orchester und Musikauswahl verheißen uns ein wunderbares Konzert. Ich freue mich mit Ihnen auf einen bewegenden und anregenden Abend.