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3. Konferenz "Partnerschaft mit Afrika" - Toast von Bundespräsident Horst Köhler beim Abendessen in Kloster Eberbach

Blick in den Saal mit Gewölbedecken,Kerzenlicht und festlich gedeckten runden Tischen, an denen die Gäste sitzen Eltville, 3. November 2007 Foto: Steffen Kugler, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Steffen Kugler, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Ich begrüße Sie alle herzlich an diesem ganz besonderen Ort, an dem wir zu unserem Dritten Afrika-Forum zusammengekommen sind. Das Konferenzzentrum Kloster Eberbach ist schon seit vielen Jahren ein Treffpunkt für Künstler aus aller Welt. Sie selbst können gerade die wunderbare Atmosphäre genießen. Nicht ohne Grund ist hier Umberto Ecos berühmte, im Mittelalter spielende Kriminalgeschichte "Der Name der Rose" verfilmt worden. Sie erzählt uns davon, wie geistige Enge ins Unglück führen kann. Wir lernen daraus, wie wichtig es ist, geistige Scheuklappen abzulegen und uns einen offenen und kritischen Blick auf die Welt zu bewahren.

Das Afrika-Forum macht genau diese Offenheit zum Prinzip. Es bringt Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund aus Deutschland und Afrika zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Miteinander - und nicht übereinander reden, das ist der Leitgedanke der Partnerschaft mit Afrika, die ich zusammen mit der ZEIT-Stiftung 2005 ins Leben gerufen habe. Mit dem ersten Forum auf dem Bonner Petersberg haben wir den Grundstein für eine partnerschaftliche Diskussion zwischen Präsidenten und Vertretern von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelegt. Beim zweiten Forum in Accra stand der Dialog mit "Young Leaders" aus Deutschland und Afrika im Zentrum. Hier, beim Dritten Forum, diskutieren wir seit heute Morgen intensiv über die Frage, wie Menschen in Afrika und Deutschland mit der Globalisierung umgehen. Dabei freue ich mich, dass diesmal insbesondere Künstler und Intellektuelle der Einladung zum Forum gefolgt sind.

Ein Aspekt, der die Menschen überall auf dem Planeten im Zeitalter der Globalisierung umtreibt, ist der Umgang mit Traditionen. Worin finden Menschen in Afrika und Deutschland in Zeiten des rasanten Wandels Halt? Welche Traditionen halten dem Modernisierungsdruck Stand? Sind Traditionen und gesellschaftliche Bindungen immer mit dem Fortschritt unserer Gesellschaften vereinbar?

Wer könnte diese Fragen besser beleuchten, als eine Persönlichkeit, die der Tradition verpflichtet ist und sich gleichzeitig den Problemen der Gegenwart stellt? Ich freue mich sehr, dass Seine Hoheit der König der Aschanti meiner Einladung gefolgt ist und gleich aus seiner Sicht und Erfahrung zum Thema Tradition und Moderne zu uns sprechen wird.

Bis dahin lassen Sie uns aber weiter Speis und Trank in diesem besonderen Ambiente genießen. Ich bitte Sie, mit mir Ihr Glas zu heben: Auf die Partnerschaft zwischen Deutschland und Afrika.