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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler bei der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die Spielerinnen der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen

Bundespräsident Horst Köhler, die Spielerinnen und Innenminister Schäuble auf einem Gruppenbild Berlin, 5. Dezember 2007 Foto: Christian Thiel, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Christian Thiel, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

"Vorbilder durch Leistung und Persönlichkeit"

Liebe Fußballerinnen, Herr Bundesminister Schäuble, meine Damen und Herren, ich freue mich darüber, dass heute auch zwei Mädchenfußballmannschaften vom FFV-Spandau hier sind und damit die Fahne des Nachwuchses hochhalten - auch Euch ein herzliches Willkommen!

Liebe Nationalmannschaft, "Es tut sich was im Frauenfußball", hat Ihre Kapitänin Birgit Prinz kürzlich in einem Interview gesagt. Tatsächlich sind die Zeiten wohl endgültig vorbei, in denen Frauen erst gar nicht und dann laut DFB-Regularien nur mit kleineren und leichteren Bällen Fußball spielen durften. Und nicht nur das: Angesichts Ihrer Erfolge ist unsere Männernationalmannschaft bestimmt schon ein paar Mal vor Neid erblasst:

Sie sind die erfolgreichste Frauenfußballnationalmannschaft der Welt und stehen auf Platz eins in der FIFA-Weltrangliste. Sie sind zweifache Weltmeister und sechsfache Europameister, wobei Sie die letzten vier europäischen Titel in Folge gewonnen haben. Und Sie konnten als erste Mannschaft überhaupt in diesem Jahr ihren Weltmeistertitel verteidigen - und das auch noch ohne ein einziges Gegentor.

Die letzte Weltmeisterschaft in China bot aber noch eine weitere Besonderheit - weniger beachtet, aber umso aussagekräftiger: Zum ersten Mal hatte die FIFA ein Preisgeld ausgelobt. Auch das zeigt, dass sich "etwas tut": Die Zeiten von Bügelbrett und Kaffeeservice - 1989 noch die Siegprämie für eine gewonnene Europameisterschaft - sind vorbei. Der Frauenfußball hat sich diesen Platz erkämpft und verdient. Und an dem Durchbruch der letzten Jahre, nicht nur in Deutschland, sind die herausragenden Leistungen Ihrer Mannschaft gewiss maßgeblich beteiligt gewesen.

Das Rezept für Ihren Erfolg? Ihr Mannschaftsgeist. Sie können sich einfach aufeinander verlassen. Und: Ihr Kampfgeist. Sie wollen gewinnen. Wenn beides zusammenkommt, muss sich jede gegnerische Mannschaft warm anziehen. Für Ihre großen Erfolge verleihe ich Ihnen heute die höchste sportliche Auszeichnung unseres Landes, das Silberne Lorbeerblatt.

Jeder weiß, dass Leistungen wie die Ihren ohne ein gutes Umfeld aus Betreuern, Sportverbänden, Freunden und Familienmitgliedern nicht möglich wären. An erster Stelle ist hier Ihre Trainerin Silvia Neid zu nennen, die selbst weit über hundert Länderspiele bestritten hat, die meisten davon mit der Kapitänsbinde am Arm. Seit 1996 machen Sie, liebe Frau Neid, sich als Trainerin um den nationalen Nachwuchs im Frauenfußball verdient und konnten jetzt im ersten Anlauf als Bundestrainerin gleich den größten Titel, der im Fußball vergeben wird, gewinnen. Ihre herausragenden Leistungen würdigen wir heute mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Liebe Frau Neid, Ihnen und Ihrer Mannschaft möchte ich mit auf den Weg geben: Bleiben Sie als Team so, wie Sie sind und bleiben Sie damit das, was das Silberne Lorbeerblatt würdigt: Vorbilder durch Leistung und Persönlichkeit. Herzlichen Glückwunsch!