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Festrede von Bundespräsident Horst Köhler aus Anlass des 200. Geburtstages von Johann Hinrich Wichern und des 175. Gründungstages des "Rauhen Hauses" im Rahmen der "Diakonischen Konferenz"

Bundespräsident Horst Köhler am Rednerpult in der Kirche Hamburg, 22. Oktober 2008 Foto: Sebastian Widmann, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Sebastian Widmann, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

"Menschen eine Chance geben"

Wir feiern heute Johann Hinrich Wichern: den bedeutenden Erzieher, den großen Deutschen, den überzeugenden Christen. Sein Werk, aus dem sich die Diakonie entwickelt hat, wie wir sie heute kennen, hat die evangelische Kirche in Deutschland tief geprägt und unserem ganzen Land unendlich viel Gutes gebracht.

Wichern war gerade 25 Jahre alt, als er einen Text verfasste mit dem Titel: "Hamburgs wirkliches und geheimes Volksleben". Das klingt etwas merkwürdig. Es handelt sich dabei um die Berichte von den Erfahrungen, die er mit den Menschen im Stadtteil St. Georg machte. Wichern notierte die Not und das Elend seiner Zeit. Es waren die erbärmlichen Verhältnisse der entstehenden Industriegesellschaft. Kinder, die in bitterster Armut aufwuchsen, zerstörte Familienverhältnisse, engste und unhygienische Wohnungen, Prostitution, Kriminalität, menschliche Verrohung, Ausbeutung.

Wichern protokolliert lauter einzelne Schicksale, er gibt dem Elend Namen und Gesicht. Er will keine Sozialreportage schreiben. Er protokolliert Not und Elend, um selber praktische Konsequenzen zu ziehen. Er wollte handeln und auch andere zum Handeln anstiften. Und er sah einen deutlich anderen Weg aus der Not als andere in seiner Zeit.

Gewiss suchten auch andere nach Antworten auf die soziale Frage. Einige suchten in der Vergangenheit, sie wollten etwa, wie viele deutsche Romantiker, die ständische Ordnung des Mittelalters wiederherstellen, als jeder Mensch gewusst habe, wo sein Platz in der Gesellschaft ist. Friedrich Engels und Karl Marx entwarfen die klassenlose Gesellschaft, die irgendwann, an einem fernen Punkt der Geschichte, Wirklichkeit werden und dann durch die Gleichheit aller Gerechtigkeit bringen sollte. So ist es oft in Zeiten großer Umbrüche: Die einen sehnen sich nach dem Vorgestern, die anderen nach dem neuen Menschen im Übermorgen. Beides hilft nicht, damals nicht und heute nicht.

Johann Hinrich Wichern träumte weder nach rückwärts noch nach vorwärts. Er handelte - und er handelte für die Gegenwart. Er folgte einem einfachen Dreischritt, der immer noch aktuell ist: Not sehen, Not benennen, Not überwinden.

Als er das Rauhe Haus eröffnete, um jungen Menschen, die verloren und hoffnungslos waren, eine Perspektive zu geben, da nannte er es "Rettungshaus". "Rettungshaus" - das klingt altmodisch. Und altmodisch klingt in modernen Ohren wohl auch der Satz, mit dem jeder Neuankömmling im Rauhen Haus begrüßt wurde: "Mein Kind, dir ist alles vergeben. Sieh um dich her, in was für ein Haus du aufgenommen bist. Hier ist keine Mauer, kein Graben, kein Riegel, nur mit einer schweren Kette binden wir dich hier, du magst wollen oder nicht, du magst sie zerreißen, wenn du kannst, diese heißt Liebe und ihr Maß ist Geduld. Das bieten wir dir und was wir fordern, ist zugleich das, wozu wir dir verhelfen wollen, nämlich, dass du deinen Sinn änderst und fortan dankbare Liebe übest gegen Gott und den Menschen."

Ich denke, dass aus diesen wenigen Worten sehr viel deutlich wird vom Geist der Diakonie, wie Wichern ihn verstand und wie er immer noch aktuell ist. Sie zeigen, von welchen Überzeugungen und von welchem Menschenbild Wicherns Arbeit bestimmt ist.

Wichern betont zunächst die Freiheit. Wer ins Rauhe Haus kommt, wird zu einem Leben mit einer bestimmten Ordnung eingeladen, aber er wird zu nichts gezwungen. Er ist frei, aber er ist auch für sich selbst verantwortlich. Jede Hilfe, die ein Mensch nötig hat, soll letztlich dazu führen, dass er sein Leben selber in die Hand nehmen kann. Und diese Hilfe wird unterschiedslos jedem gewährt: Aus tiefer christlicher Überzeugung sieht Wichern jeden Menschen als Gottes Geschöpf an. Jeder, der an die Tür klopft, ist willkommen, unabhängig von der Vorgeschichte, unabhängig auch davon, ob der Hilfesuchende aus eigenem Verschulden in Not geraten ist. Er bekommt eine Chance - und er kann sich entscheiden, ob er sie nutzen will. Man könnte das auch so übersetzen: Fördern und Fordern, Hilfe zur Selbsthilfe - und dann klingt das Konzept plötzlich gar nicht mehr altmodisch.

Menschen eine Chance geben, die eigene Verantwortung für ihr Leben wieder annehmen zu können: Das gilt für die Arbeit der Diakonie und auch der Caritas bis heute. Ob in der Suchthilfe oder in der Schuldnerberatung, ob in der Jugendhilfe oder der Gefangenenbetreuung. Oft geht es um das gemeinsame Finden eines Weges aus einer scheinbar ausweglosen Situation, oft auch um Begleitung auf diesem neuen Weg. Aber gehen muss diesen Weg dann jeder selbst.

Die Erfahrung des Angenommenseins durch andere ist oft lebensentscheidend. Sie kann helfen, sich selber anzunehmen. So wird ein Neuanfang möglich. So kann ein Mensch hinter sich lassen, was ihn belastet, und zu dem werden, der er sein kann.

Deswegen gestaltete Wichern das Leben im Rauhen Haus nach dem Modell der Familie. Viele entdecken heute gottlob wieder den Wert der Erfahrung von Familie, von familiärer Bildung und Erziehung. Das ist gut. Aber auch für diejenigen, die ohne Herkunftsfamilien aufwachsen müssen, war und ist die Erfahrung von so etwas wie familiärer Gemeinschaft entscheidend. Was in einer guten Familie wie selbstverständlich an Geborgenheit, Bindung und Selbstvertrauen aufgebaut werden kann, auch an Freundschaft zwischen Jung und Alt - das sollte im Rauhen Haus erfahren werden können. Alles andere, das Erlernen von Fertigkeiten und Lebenstüchtigkeit bis hin zur Berufsausbildung, geschieht auf dieser Grundlegung. Nur wer Vertrauen erfährt, wird sich auch selbst etwas zutrauen.

Das Grundvertrauen darauf, dass jeder Mensch gewollt ist, schenkt der christliche Glaube. Vom Glauben war das Rauhe Haus geprägt, auch vom Gottesdienst. Für mich passt es gut zusammen, dass ausgerechnet Johann Hinrich Wichern, der die soziale Seite der christlichen Botschaft so stark betont hat, auch den Adventskranz erfunden hat, der heutzutage in der Adventszeit in allen Kirchen und in fast allen Wohnungen entzündet wird. Dieses Symbol des wachsenden Lichtes kommt uns heute so uralt und so selbstverständlich vor, als wäre es schon immer da gewesen. Aber für den Adventskranz gilt dasselbe wie für Wicherns Vision der diakonischen Hilfe: Es muss jemanden geben, der darauf kommt und der das beginnt und ins Werk setzt, was wir dann wie selbstverständlich betrachten.

Wichern war kein Sozialingenieur. Er handelte aus dem ursprünglichen Geist der Nächstenliebe heraus, also der selbstlosen, spontanen Hilfe, wie ihn das Neue Testament im Gleichnis vom barmherzigen Samariter darstellt, der dem Fremden hilft, den er gar nicht kennt. Die christliche Botschaft, dass zum Verhältnis zu Gott die Nächstenliebe unabdingbar gehört, hat Europa und seine Kultur tief geprägt. Mit dem Christentum kam etwas in die Welt, das es vorher so nicht gegeben hatte: die tatkräftige Sorge um den anderen, auch um den Unbekannten, den Fremden, um den, der nicht zur eigenen Familie, zum eigenen Stamm, zum eigenen Volk gehört.
Schon die ersten Christen fielen in ihrer antiken Umgebung dadurch auf, dass sie sich um die Armen kümmerten, um die Witwen, um die Waisen. Sie sorgten sich um die Kranken und um die Gefangenen. Dieses soziale Engagement war der antiken Welt fremd.

Durch die ganze Geschichte des Christentums zieht sich diese entschiedene Sorge um den anderen. Und auch wenn in der Kirche von Zeit zu Zeit diese Pflicht vernachlässigt wurde, gab es immer wieder Einzelne, wie etwa Franz von Assisi oder Elisabeth von Thüringen, oder es gründeten sich Orden und Bruderschaften, die den Geist der Nächstenliebe wieder lebendig werden ließen. Es war meistens so, dass die Reform in der Kirche und der Protest gegen zu große Selbstgenügsamkeit in ihr mit der Wiederentdeckung der Nächstenliebe, der Sorge um die anderen, einhergingen.

In diese große Tradition gehört auch Johann Hinrich Wichern. In seiner berühmten spontanen Rede auf dem Wittenberger Kirchentag 1848 prangerte er das soziale Versagen der Gesellschaft und der Kirche an und rief leidenschaftlich dazu auf, sich entschieden den Armen und Verlorenen zuzuwenden: Nicht nur mit Worten, auch mit Taten solle man predigen und "die höchste, reinste, kirchlichste dieser Taten", so sagt er, "ist die rettende Liebe".

Die Rede hatte eine so große Wirkung, dass kurz darauf der "Centralausschuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche" gegründet wurde, der Ursprung aller organisierten kirchlichen Diakonie.

An Wicherns Leben und Wirken erkennt man so auch, dass zur diakonischen Arbeit zwei Seiten gehören: Der konkrete Einsatz für die Bedürftigen ist das eine - das andere ist es, ihnen eine öffentlich wahrnehmbare Stimme zu geben, eine Lobby zu sein für die Sprachlosen und Ausgeschlossenen. Das gilt bis heute. Diakonie und Caritas sind nicht nur Helfer, sie sind auch öffentliche Anwälte der Armen, sie sind die Stimme des sozialen Gewissens in der Kirche und in der Gesellschaft.
Diese Stimme ist glaubwürdig, weil sie durch die tatkräftige Hilfe beglaubigt wird. Man hört hin, wenn Diakonie und Caritas öffentlich auf Missstände aufmerksam machen, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werke und Einrichtungen ganz nah an der Seite der Menschen sind. Sie kennen die Not ganz genau und aus eigener Anschauung. Sie wissen, wovon sie reden, wenn sie sich beispielsweise zur Kinderarmut, zum Menschenhandel, zur Überschuldung oder zur Situation von Alleinerziehenden äußern.

Ich finde es bemerkenswert, dass Wichern von Anfang an Wert darauf gelegt hat, dass die Hilfe nicht nur gut gemeint, sondern auch wirklich gut ist. Er wollte Helfer, die nicht nur ein großes Herz und einen guten Willen, sondern auch Kompetenz und Sachverstand haben. Wir wissen: Das Wort Güte hat im Deutschen zweierlei Bedeutung - und beides muss in der diakonischen Arbeit zum Tragen kommen. Die Güte im Sinne von Hingabe und Zuwendung ist genau so wichtig wie die Güte im Sinne von Qualität und Fachkenntnis.

In Diakonie und Caritas wird deshalb auf fachkundige Ausbildung außerordentlich großer Wert gelegt. Viele Berufe müssen heutzutage für eine moderne und hochkompetente Sozialarbeit zusammenspielen. Vom Pflegepersonal, Altenhelfern und Pädagogen bis zu Betriebswirten, Managern und Marketingexperten. Wenn man sich vor Augen führt, dass es in der Diakonie über 34.000 Ausbildungsplätze in über 550 Aus- und Weiterbildungsstätten allein für soziale und pflegerische Berufe gibt, dann wird klar, welch bedeutender Bildungsträger in unserem Land die Diakonie ist. Ähnliches gilt für die Caritas.

Für manche passen die Begriffe Nächstenliebe und Organisation oder Fürsorge und Professionalität oder Menschlichkeit und betriebswirtschaftliches Denken nicht zusammen. Ich weiß, dass sich manche in der Kirche fragen, ob nicht das christliche Profil verloren gehe, wenn die Diakonie spezialisiert und qualitätsorientiert organisiert wird. Ich glaube aber, dass das keine Gegensätze sein müssen. Die Herausforderungen sind heute vielfältig, die Not hat sehr viele verschiedene Gesichter und verlangt qualifizierte und professionell arbeitende Helfer.

Aber das ist nicht alles: Die von Diakonie und Caritas geleistete Sozialarbeit wird sich immer vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sich am christlichen Bild vom Menschen orientiert. Sie wird, wenn sie ihrem Auftrag treu bleibt, immer zunächst den Einzelnen im Blick haben - und jeden Einzelnen als das Ebenbild Gottes ansehen. Dass das so bleibt, das wünsche ich mir als evangelischer Christ. Im "Leitbild Diakonie" habe ich das sehr schön formuliert gefunden: "Diakonisches Handeln fragt nicht nur nach dem, was der Mensch braucht, sondern auch nach dem, was er will. Menschen können zwar würdelos handeln, aber dennoch ihre Würde nicht verlieren, weil Gott in Jesus Christus den Menschen auch in seinem tiefsten Scheitern angenommen hat. Diese Überzeugung verpflichtet uns im diakonischen Handeln."

Eine Kirche ohne Diakonie kann ich mir nicht vorstellen. Diakonisches Handeln macht auch heute die christliche Botschaft glaubwürdig.

Das gilt noch einmal besonders, wenn wir an das Ehrenamt denken. Caritas und Diakonie haben ihren guten Ruf in unserem Land nicht nur durch ihre hauptamtlichen Mitarbeiter erworben, sondern auch und vielleicht besonders durch hunderttausende von Ehrenamtlichen, die sich für andere einsetzen. Dieses ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden, in Behindertenheimen, bei der Jugendhilfe und an vielen anderen Stellen ist für die Gesellschaft unersetzlich. Immer wieder bin ich dankbar für so viel Mitmenschlichkeit, so viel Zuwendung und Hilfe in unserer Gesellschaft durch die diakonische Selbstverpflichtung der Ehrenamtlichen. Davon leben wir alle.

Neulich wurden in der Zeitschrift "Chrismon" viele Menschen porträtiert, die sich für andere einsetzen - ideenreich, originell und passioniert. Die Porträts standen unter dem Motto "Wicherns Erben". Unter anderem wurde von der diakonischen Gefährdetenhilfe Scheideweg in Hückeswagen im Bergischen Land berichtet, wo sich Christen seit mehr als dreißig Jahren für die ehrenamtliche Straffälligenhilfe einsetzen. Dort war ich vor kurzem und habe mit den Menschen gesprochen und gesehen, wie sie miteinander arbeiten und miteinander umgehen. Es hat mich sehr bewegt, wie hier - ganz im Geiste Wicherns - Menschen eine zweite Chance gegeben wird, wie hier in Vertrauen und Respekt neue Wege ins Leben möglich werden.

"Wicherns Erben" - Warum sie sich engagieren, werden sie oft gefragt. Einer antwortet:"Ich leb' doch nicht für mich allein". Und ein anderer: "Einer muss ja anfangen". Das ist tatsächlich Wichern.

Aus solchem Holze sind die geschnitzt, die sich ehrenamtlich diakonisch einsetzen. Zwei andere Beispiele: Da sind die 11.000 "Grünen Damen und Herren", die in Altenheime und Krankenhäuser gehen und den Menschen etwas sehr kostbares geben: Zeit. Sie haben - so kam neulich die Meldung - im letzten Jahr 1,8 Millionen Stunden damit verbracht, Kranken und Alten zuzuhören oder ihnen vorzulesen oder Besorgungen für sie zu machen oder einfach nur dazusein für sie - vor allem, wenn die Kranken oder Alten keine Angehörigen haben. Ich kann mir vorstellen, wie dankbar die Menschen für diesen Dienst sind.

Ein zweites Beispiel sind die tausenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Telefonseelsorge. Wie viel Geduld, wie viel Fähigkeit, genau und einfühlsam zuzuhören, wie viel Kraft, sich immer neu auf Unbekannte einzulassen, wird da gebraucht. Auch hier geben die Menschen vor allen Dingen Zeit und Zuwendung. Ungezählte Male haben in den vergangenen fünfzig Jahren die Telefonseelsorger Trost gespendet und Zuversicht gegeben.

Wieviel ärmer und kälter wäre unsere Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement.

Vor 200 Jahren wurde dieser große Mann, Johann Hinrich Wichern, geboren, der eine so dynamische und bis heute lebendige Bewegung in Gang gesetzt hat. Und weil ich aus ökumenischer Überzeugung schon die ganze Zeit auch über die Caritas gesprochen habe, darf ich auch daran erinnern, dass vor 150 Jahren sein, wenn man so will, katholischer Kollege geboren wurde, nämlich Lorenz Werthmann, der den Caritasverband gegründet hat.

Ich freue mich darüber, dass heute die beiden kirchlichen Hilfswerke nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern zusammenarbeiten, sich ergänzen und voneinander lernen. Beide Hilfswerke haben sich unschätzbare Verdienste um viele einzelne Menschen und um unsere Gesellschaft als ganze erworben - um den Zusammenhalt, um die mitmenschlichen Beziehungen, um Solidarität und Zusammengehörigkeit. Für den Kitt, der diese Gesellschaft zusammenhält, sind sie unersetzlich. Ich finde es auch gut, dass sie nie bei einmal übernommenen Aufgaben stehen bleiben, sondern immer das Ohr am Puls der Zeit haben - und das heißt eben: am Puls der Not! - und dass sie kompetent auf neue Herausforderungen reagieren.

"Die Nöte der Zeit werden euch zeigen, was ihr zu tun habt." Das war ein Motto Adolph Kolpings, der wie Wichern nach Antworten auf die soziale Frage suchte. Dieses Motto gilt auch heute noch, es gilt für uns alle. Hinsehen, nicht wegschauen, mithelfen, nicht klagen, anpacken, nicht weggehen - so kann jeder dazu beitragen, dass die Welt besser wird.

Johann Hinrich Wichern hatte seinen Bericht "Hamburgs wirkliches und geheimes Volksleben" unter ein biblisches Motto gestellt. "Kommt alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken".

Es zeugt von einem hohen Anspruch an sich selbst, sich diesen Satz Jesu zu Eigen zu machen und sich darauf zu verpflichten. Das Diakonische Werk der EKD macht sich diesen Satz zu Eigen. Und so wird es in der Nachfolge Johann Hinrich Wicherns immer neu zur Hoffnung und Zuflucht für die Mühseligen und Beladenen. Dafür danke ich sehr.

Ich wünsche Ihnen, allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie, von ganzem Herzen alles Gute, viel Kraft, viel Geduld und vor allen Dingen: Gottes Segen.