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Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler aus Anlass des Benefizkonzertes des Bundespräsidenten mit den Philharmonikern Hamburg

Bundespräsident Horst Köhler auf der Bühne vor dem Orchester am Mikrofon Hamburg, 25. Mai 2009 Foto: Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Ich begrüße Sie herzlich zum Benefizkonzert des Bundespräsidenten in Hamburg.

Uns alle hier hat die Musik zusammengeführt - den einen oder anderen von Ihnen vielleicht aber auch die Aussicht auf Interpretationen der wohl berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur überhaupt: Romeo und Julia. Mit der Ouvertüre "Romeo und Julia" von Peter Tschaikowsky, der Suite aus "Romeo und Julia" von Sergei Prokofjew und den Rezitationen aus dem Drama von William Shakespeare ist diese Liebesgeschichte der rote Faden des heutigen Konzertabends.

Einem roten Faden folgen auch die Benefizkonzerte des Bundespräsidenten. Diese Konzertreihe gibt es nun schon seit mehr als zwanzig Jahren. Auf meinen Wunsch finden die Konzerte nicht mehr allein in Berlin, sondern reihum in allen Bundesländern und heute also in Hamburg statt.

Meine Frau und ich freuen uns immer aufs Neue auf das Benefizkonzert des Bundespräsidenten. Denn jedes dieser Konzerte ist ein Gewinn - und das in mindestens dreierlei Hinsicht:

Zunächst einmal - und da bin ich durchaus nicht ganz selbstlos - ist es ein Gewinn für meine Frau und mich persönlich. Schließlich bietet uns diese Konzertreihe die wunderbare Gelegenheit, die Vielfalt des kulturellen Lebens in unserem Land und insbesondere seine reiche Orchesterlandschaft noch besser kennen zu lernen.

Dann ist dieses Benefizkonzert natürlich auch ein Gewinn für Sie alle hier im Saal: Es verspricht eine außergewöhnliche Begegnung mit Romeo und Julia und hervorragende Interpretationen der Musik von Tschaikowsky und Prokofjew.

Vor allem aber ist das Benefizkonzert ein Gewinn für diejenigen, denen der Erlös zugute kommt. Herr Erster Bürgermeister Ole von Beust, mit dem ich die Einnahmen dieses Abends teile, und ich, wir haben entschieden, mit dem Erlös des Konzerts Projekte zu unterstützen, die der Förderung des Lesens und der Lesekompetenz dienen.

Mit meinem Anteil werde ich zwei Projekte fördern, die der Deutsche Bibliotheksverband ausrichtet: die Aktionswoche "Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek." und den SommerLeseClub.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche richten Bibliotheken auch Veranstaltungen speziell für Jugendliche aus. In diesem Jahr wenden sie sich insbesondere an männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 18 Jahren. Der SommerLeseClub wird seit 2002 in Deutschland durchgeführt. Zielgruppe sind alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Schulklasse.

Lesen ist das Tor zur Bildung. Bildung braucht jeder, um zu entwickeln, was in ihm steckt. Jeder kann etwas. Jeder braucht die Chance, sich zu entfalten. Jeder braucht die Chance, etwas aus seinem Leben machen zu können. Dabei bedeutet Bildung nicht nur Wissen und Qualifikation, sondern auch Werteorientierung und Urteilskraft. Wissen und Werte zusammen bestimmen Verantwortungsbewußtsein.

Unser Gemeinwesen braucht verantwortungsbewusste Menschen. Genauso wie es Menschen braucht, die sich für andere engagieren. Ich bin deshalb froh darüber, dass sich neben den Schulen auch Stiftungen und Einrichtungen wie Bibliotheken der Förderung des Lesens annehmen, und ich danke ihnen dafür.

Ihnen, verehrte Gäste, danke ich von Herzen dafür, dass Sie diese gute Sache mit dem Kauf Ihrer Konzertkarte unterstützt haben.

Mein Dank gilt auch allen, die diesen Konzertabend gestalten:

den Mitgliedern der Philharmoniker Hamburg unter der Leitung von Simone Young, der Solistin Baiba Skride und den Rezitatoren Marie Leuenberger und Sören Wunderlich.

Freuen wir uns auf einen Abend mit hervorragenden Darbietungen und guten Gesprächen nachher beim Empfang. Herzlichen Dank!