Navigation und Service

Begrüßungsworte von Bundespräsident Horst Köhler beim Empfang einer Delegation der Deutsch-Französischen Hochschule

Bundespräsident Horst Köhler am Rednerpult mit Standarte, im Vordergrund die Gäste Berlin, 26. Mai 2009 Foto: Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) © Foto: Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Herzlich willkommen! Bienvenue à Schloss Bellevue! Und: Bonne Anniversaire, herzlichen Glückwunsch der Deutsch-Französischen Hochschule zum 10jährigen Bestehen!

Ich freue mich sehr, dass Sie mir mit Ihrem Besuch heute Gelegenheit geben, zu diesem Jubiläum zu gratulieren und mich zugleich für den herzlichen Empfang in der "Villa Europa" vor zwei Jahren zu revanchieren.

Revanche - zum Glück ist das im deutsch-französischen Verhältnis heute ein anachronistischer Begriff. Für mich gehört es immer noch zu den großen Wundern der jüngeren Geschichte, dass an die Stelle von jahrhundertealter Feindschaft und Konkurrenz zwischen unseren Ländern Zusammenarbeit und Freundschaft getreten sind.

Dass die Brücke der Freundschaft über den Rhein heute so stabil ist, verdankt sich vor allem den vielen Menschen, die Tag für Tag über diese Brücke gehen und gemeinsam weiter an ihr bauen. Sie, meine Damen und Herren, gehören dazu. Wer als Studierender, Wissenschaftler oder Hochschulmanager an den Programmen der Deutsch-Französischen Hochschule mitwirkt, der erlebt im täglichen Miteinander die Normalität unserer besonderen Beziehungen und weiß zugleich um die Besonderheit dieser Normalität. Und die Pflege guter Nachbarschaft beschränkt sich dabei nicht etwa auf die Hochschulen im Grenzgebiet: Von Rennes im Westen bis Dresden im Osten reicht das weitgespannte Kooperationsnetz der Deutsch-Französischen Hochschule; über 4600 Studierende und Doktoranden profitieren derzeit davon - und es werden immer mehr. Neugier ist es, die diese jungen Menschen antreibt: Neugier auf das andere Land, seine Menschen, ihre Sprache und Kultur; Neugier auf die vielen Möglichkeiten, die sich jenseits nationaler Grenzen bieten, Neugier auch auf den wissenschaftlichen Perspektivenwechsel. All das ist möglich in den Programmen der Deutsch-Französischen Hochschule. Und damit leistet sie nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag zur Vertiefung unserer Beziehungen, sondern ist zugleich ein Modell für die Zusammenarbeit in Europa - ein Modell mit Strahlkraft: In zehn Ländern gibt es inzwischen Partneruniversitäten der Deutsch-Französischen Hochschule - Tendenz steigend. Ich bin überzeugt: Europa muss noch enger in Bildung, Wissenschaft und Forschung zusammenarbeiten. Denn das bringt die Menschen - vor allem die jüngeren - zusammen und unseren Kontinent insgesamt nach vorne. Das dient der Idee von Europa und es trägt dazu bei, dass es neue Ideen für Europa gibt. Und neue Ideen für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft brauchen wir in Europa nötiger denn je, um unserem Kontinent gemeinsam eine gute Zukunft in Wohlstand und Frieden zu sichern.

Wirken Sie in der Deutsch-Französischen Hochschule daran weiter mit! Alles Gute und bonne chance!