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Interview mit den ZDF-Kindernachrichten "logo!"

Bundespräsident Joachim Gauck im Interview mit den ZDF-Kindernachrichten 'logo!' anlässlich deren 25-jährigen Geburtstages Schloss Bellevue, 8. Januar 2014 Aufzeichnung des Interviews mit den ZDF-Kindernachrichten 'logo!' anlässlich deren 25-jährigen Geburtstages © Guido Bergmann

Bundespräsident Joachim Gauck hat der Kindernachrichtensendung "logo!" zum 25. Geburtstag gratuliert. Für die Geburtstagssendung am 10. Januar im Kinderkanal KiKA hat der Bundespräsident ein Interview gegeben.

Herr Bundespräsident, was wünschen Sie "logo!" denn zum Geburtstag?

Vor allen Dingen ganz, ganz viele interessierte Jugendliche und Kinder, die zuhören. Ich finde es so schön, die Mischung zu haben – dass man sich eben nicht fürchtet vor politischen Themen, vor den Themen der Erwachsenen. Die Themen der Erwachsenen betreffen immer auch Kinder. Und deshalb ist es wichtig, dass wir einen Kanal haben, in dem Unterhaltung und spannende Geschichten und auch so etwas wie Einführung in das politische Denken und Tun gezeigt werden. Ich wünsche also "logo!" noch viele gute Zeiten.

Warum denken Sie, sind Kindernachrichten wie "logo!" wichtig?

Kinder sollen wissen, worum es geht in der Welt. Kinder wollen auch wissen, warum gibt es Krieg? Sind alle Menschen, die etwas zu sagen haben, gute Menschen oder sind darunter auch böse Menschen? Was kann man tun, um sich gegen böse Menschen zu wehren?

Manche Kinder, genau wie manche Erwachsene auch, finden ja, dass Politik langweilig ist. Was sagen Sie denen?

Es ist nicht uninteressant, ob wir in die Schule gehen, was wir dort lernen, ob es Ferien gibt oder nicht, ob die Autos vor der Schule und dem Kindergarten langsam fahren oder schnell. Ob es genug zu essen gibt. Wie teuer das Benzin für die Autos der Eltern ist. All das bestimmt Politik mit. Auch ob wir Pässe brauchen, wenn wir in ein anderes Land fahren oder ob unser Europa so offen ist, dass wir einfach ins Auto steigen und überall hinfahren können. Als ich Kind war, gab es das nicht. All das macht Politik und deshalb ist es wichtig.

Denken Sie, dass Kinder politisch auch etwas verändern können, wenn sie sich für etwas einsetzen?

Klar – es geht schon los, wenn man Klassensprecherin in einer Schule ist. Oder ich sag mal ein Beispiel: Hier waren vor kurzem die Sternsinger bei mir. Die ziehen durchs Land, nicht nur, weil sie den Segen in die Häuser bringen wollen, sondern sie sammeln Geld. Im vergangenen Jahr haben sie über 40 Millionen Euro eingesammelt in Deutschland. Und was passiert mit dem Geld? Das bringen sie nach Afrika und dort werden Mädchen und Jungen, die sonst keine Schule hätten und kein Lehrbuch und keine Lehrer haben, sie werden dadurch die Möglichkeit erhalten, zur Schule zu gehen. Die freuen sich darauf. Das sind doch starke Aktionen, die Kinder schon machen können. Also wenn man ein bisschen um sich schaut, dann sieht man auch, wo kann ich mitmachen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bundespräsident.