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Interview mit der Tageszeitung "Trierischer Volksfreund"

Bundespräsident Joachim Gauck und die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz besuchen das Europäische Berufsbildungswerk in Bitburg Bitburg, 3. September 2014 Besuch in Rheinland-Pfalz – Besuch des Europäischen Berufsbildungswerks in Bitburg gemeinsam mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer © Sandra Steins

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 3. September der Tageszeitung "Trierischer Volksfreund" anlässlich seines Besuchs in Rheinland-Pfalz ein Interview gegeben.


Herr Bundespräsident, war es Ihr Wunsch, die Region Trier zu besuchen? Oder hat Sie Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihre Wahlheimat eingeladen?

Ich habe mich sehr über die Einladung der Ministerpräsidentin gefreut. Beides - die Region Trier und das geplante Programm - versprechen einen spannenden Besuch, auf den ich mich sehr freue.

Herr Bundespräsident, welche Erwartungen verknüpfen Sie mit dem Besuch?

Im Mittelpunkt meines Besuchs wird das Zusammenspiel von Arbeit, Ausbildung und Inklusion stehen. Beim Besuch des Europäischen Berufsbildungswerks in Bitburg möchte ich mich über die grenzüberschreitenden Anforderungen eines europäischen Arbeitsmarktes für die berufliche Bildung informieren, im Wittlicher Familienunternehmen Clemens regionale Aspekte der Berufsausbildung kennenlernen. In der Römerstadt-Jugendherberge Trier will ich dann etwas über die berufliche Förderung von Menschen mit Behinderungen erfahren. Das sind alles gute Praxisbeispiele, auch für den Umgang mit Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel.

Und übrigens: Da mich auch die alte Geschichte der Region interessiert, werde ich das Rheinische Landesmuseum in Trier besuchen.

Inwiefern kennen Sie Trier beziehungsweise die Region Eifel-Mosel-Hunsrück bereits?

Bevor ich Bundespräsident wurde, habe ich in vielen Städten der Bundesrepublik Vorträge gehalten, so auch in Trier. Und wenn man einmal dort ist, geht man nicht einfach an den Zeugen früherer Kulturen vor-über. So ging es mir auch, und daher habe ich noch verschiedene Bilder der Frühgeschichte Triers vor Augen.

Am Abend Ihres Besuchs werden Sie mit ehrenamtlich engagierten Bürgern sprechen: Warum ist Ihnen dieses Treffen wichtig?

Die Menschen, die sich mit ihrem Ehrenamt für andere einsetzen, bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ohne ihr soziales, gesellschaftliches oder politisches Engagement in Vereinen, Kirchen, Parteien oder vielen anderen Institutionen ginge es nicht. Ich möchte bei meinen Besuchen in den Regionen gerade diese Menschen kennenlernen; und es liegt mir sehr daran, sie zu würdigen und ihnen zu danken.

Sie kommen in eine Region, in der Wein eine wichtige Rolle spielt (Mosel, Saar, Ruwer), aber natürlich auch Bier (Bitburger): Für welches Getränk entscheidet sich denn der Bundespräsident, wenn er die Qual der Wahl hat?

In aller Regel für Rotwein. Bier auch, aber seltener.

Die Fragen stellte: Rolf Seydewitz.