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Eröffnung der Internationalen Gartenschau 2013

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Eröffnungsrede Hamburg, 26. April 2013 Antrittsbesuch in Hamburg mit Eröffnung der Internationalen Gartenschau © Steffen Kugler

Bundespräsident Joachim Gauck hat während seines Antrittsbesuchs in Hamburg die Eröffnungsfeier der Internationalen Gartenschau (IGS) 2013 besucht. Zur Eröffnung der IGS hielt der Bundespräsident eine Ansprache:

"Die Internationale Gartenschau findet nur alle zehn Jahre statt. Sie ist sozusagen der Superstar unter den Gartenschauen und Hamburg hat eine lange Tradition und Übung damit. 1953 war das erste Mal. Ich war kurz danach zum ersten Mal in meinem Leben in Hamburg. Mitte der fünfziger, mein Gott, wie sah die Stadt damals aus! Wie viel Lücken noch, wie viel Unbebautes! Aber die Gartenschau war da. Und heute ist es so eigentümlich, dass ich bei meinem ersten Besuch in Hamburg sofort in Planten un Blomen war und heute hier als Schirmherr diese Schau eröffne.

Ich habe mich sehr gerne in diese Tradition eingereiht, die schon unser erster Bundespräsident Theodor Heuss begründet hat. Ich freue mich auch – und will das an dieser Stelle ganz bewusst zum Ausdruck bringen – über das Zusammenwirken staatlicher und kommunaler Ausrichter, die zusammen mit den Verbänden und dem Garten- und Landschaftsbau seit vielen Jahren so fruchtbar tätig sind – seit 1993 zusammen in der Deutschen Bundesgartenschau GmbH.

Eine solch große Gartenschau kann auch ein Anstoß sein, um das soziale Zusammenwachsen einer Stadt, einer Region zu fördern. Ganz konkret haben Sie hier in Hamburg mit der Internationalen Bauausstellung und der Gartenschau den Sprung über die Elbe gewagt. Ich hoffe, dass diese Verbindung nachhaltig gestärkt wird.

Aber Hamburg wäre nicht Hamburg, wenn es sich nicht auch neue Ziele setzen würde und sich neuen Herausforderungen stellen würde. So hat es mich sehr bewegt, dass Sie aus dem urbanen Bereich, aus dem Glamourbereich herausgegangen sind und hier dieses stolze Motto „In 80 Gärten um die Welt“! entwickelt haben. Es erinnert uns alle daran, dass es Gärten schon lange gibt auf den unterschiedlichen Erdteilen. Gärten gibt es, seit Menschen sesshaft wurden. Wir haben heute gehört, dass ganz bewusst diese weltweite Ausrichtung gesucht wurde. Nicht nur mit den 80 Gärten, sondern auch mit den sieben Welten.

Vielleicht erinnert uns überhaupt die Rückkehr von Menschen aus den Städten in die Natur und in die Park- und Gartenwelten daran, dass Menschen gerade, wenn sie der Dynamik wirtschaftlicher Entwicklung oder auch städtebaulicher Innovationen folgen, von der Arbeit und von dem Leben in Stein so geprägt sind, dass sie einen Teil ihrer Existenz zu vergessen drohen: dass sie nämlich Teil einer Schöpfung sind, aus der wir alle heraus kommen. Und dann kommt diese merkwürdige, auch sehr deutsche Sehnsucht nach dem Wald, nach Beheimatung in der Natur und gleichzeitig die Herausforderung, die Natur wieder zu gestalten in gartenbaulichen Aktivitäten. Und dieses wunderbare Miteinander von Künstlern und Laien im Garten- und Landschaftsbau, finde ich, bilden Sie hier auch ab, indem Sie einfach die Kleingärtner dagelassen haben, sie nicht verscheucht und gesagt haben, jetzt kommen die Künstler. Sondern Sie haben die Handwerker und Künstler, die Liebhaber der Gärten, einfach dagelassen.

Die Hansestadt Hamburg hat nun seit vielen, vielen Generationen diese Tradition entwickelt, und zwar vorbildlich. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Wall- und Befestigungsanlagen nicht mehr benötigt wurden, fing es an mit der Errichtung der innerstädtischen Parks und Gärten. Dann kam die Gegend am Dammtor dazu, der Zoo. Dieser ganze Zoobereich und die beständige Erweiterung, die von den Bürgern gesucht und gewollt war, hat in der Innenstadt dann dieses wunderbare Reich in Planten un Blomen und um Planten un Blomen herum geschaffen. Was mich so freut ist, dass dort im Zentrum von Hamburg auch immer wieder neben der Natur kulturelle Events stattfinden, der ganz unterschiedlichen Art. Es ist ein Begegnungsort geworden für Bürger aus Hamburg und aus Deutschland und für internationale Gäste, die ja in dieser Stadt so häufig und so oft gerne einkehren. Und das wünsche ich mir nun auch für diese neue Kulturlandschaft, wo Gartenbau, Landschaftsgestaltung und arbeitende Menschen in unmittelbarer Nähe sind.

Es freut mich auch, dieses Miteinander von Bauausstellung und baulichen Innovationen zu sehen. Den Mut von Stadtplanern, ein Areal, an dem man sonst vielleicht gerne vorbeigeguckt hat, zu gestalten und es zu einem neuen kulturellen Zentrum der Hansestadt zu machen.

So möge sich das, was sich in anderen Teilen Hamburgs mit einer Bürgerschaft, mit Stiftungen, mit Politik und mit landschafts- und gartengestalterischer Kunst entwickelt hat, so möge sich das auch hier zur Blüte entfalten.

Meine herzlichen Wünsche begleiten Sie.

Die Internationale Gartenschau ist hiermit eröffnet! "