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Besuch des Königs von Lesotho, König Letsie III.

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Rede im Schinkelsaal Schloss Bellevue, 29. April 2013 Begrüßung von König Letsie III. und Königin Masenate Mohato Seeiso von Lesotho mit militärischen Ehren und anschließendem Mittagessen © Jesco Denzel

Herzlich willkommen in Schloss Bellevue – Kenang ka khotso!

Dies ist der erste offizielle Besuch eines basothischen Staatsoberhaupts in Deutschland seit der Unabhängigkeit Lesothos und seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik 1966 – also ein historischer Tag!

Ihr Land ragt wortwörtlich im südlichen Afrika hervor. Trotzdem ist es vielen meiner Landsleute zu wenig bekannt. Ich hoffe, dass sich dies mit Ihrem Besuch ändern wird. Lesotho ist zwar ein kleines Land, aber ein verlässlicher und wichtiger Partner für Deutschland in den Vereinten Nationen. Und es ist ein Land mit einem großen Reichtum an Süßwasser – und damit ein gefragter Exporteur. Am Bau von Staudämmen waren auch deutsche Firmen beteiligt. Vielleicht können diese Wirtschaftsbeziehungen ja – zu unserem beiderseitigen Vorteil – noch gestärkt werden.

Meine persönlichen Begegnungen mit afrikanischen Ländern, mit ihren Bewohnern und denen, die dort politische Verantwortung tragen, haben erst vor relativ kurzer Zeit begonnen. Vor wenigen Wochen habe ich bei meinem Besuch in Äthiopien und bei der Afrikanischen Union einen Eindruck von den vielen positiven Veränderungen auf Ihrem Kontinent bekommen. Besonders hat mich gefreut, dass die Zivilgesellschaften sich zunehmend Gehör verschaffen, wenn Regierungen das Allgemeinwohl zu eng definieren.

Ihr Land kann stolz sein auf seine stabile, friedliche und demokratische Entwicklung. Gemeinsam mit anderen europäischen Partnern unterstützt Deutschland Lesotho gern weiter nach Kräften dabei – etwa wenn es darum geht, eine moderne, bürgernahe Verwaltung aufzubauen.

Ich habe mir sagen lassen, das Nationalmotto Ihres Landes lautet: „Frieden, Regen und Wohlstand“. Nun hatten wir hier in Deutschland einen langen Winter mit viel Schnee und denken ungern zurück an zu viel Niederschlag. Aber davon abgesehen, können wir dieses Motto voll mittragen. Ich würde es, ganz frei, so interpretieren: Für ein gutes Leben brauchen wir das Bewusstsein, dass wir von natürlichen Ressourcen und Naturgewalten abhängen und zugleich den Willen, uns mit all unseren menschlichen Kräften für ein gutes Miteinander einzusetzen.

Frieden, Regen und Wohlstand – das wünsche ich Ihnen, das wünsche ich uns. Ich erhebe das Glas auf Ihr persönliches Wohl, Majestät, auf das Wohl der Königin, und auf die Freundschaft zwischen Lesotho und Deutschland.