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Mittagessen gegeben von Präsident Andris Bērziņš

Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Mittagessen gegeben von Präsident Andris Bērziņš anlässlich des Staatsbesuchs in der Republik Lettland Dikli/Lettland, 8. Juli 2013 Staatsbesuch der Republik Lettland - Mittagessen gegeben von Präsident Andris Bērziņš © Steffen Kugler

Rede von Bundespräsident Joachim Gauck während seines Staatsbesuchs der Republik Lettland bei einem Mittagessen gegeben von Präsident Andris Bērziņš:

Ich danke Ihnen, auch im Namen von Daniela Schadt, für diese so herzliche und bewegende Einladung in Ihr Land und heute hier in Schloss Dikli zu diesem Essen.

Wer, wie ich, vor bald einem Vierteljahrhundert, nicht nur im eigenen Land gesehen hat, wie der Kommunismus und sein unterdrückerisches System zusammenbrachen, weil Menschen mit ihrer Menschenwürde und Bürger mit ihren Bürgerrechten ernst machen wollten und ernst machten, der erinnert sich mit Freude und tiefer innerer Bewegung auch an den „Baltischen Weg“ und an die „Singende Revolution“.

Das war ein so vielversprechender, träumerischer Anfang, an den ich gerade gestern beim Sängerfest stark erinnert wurde. Gehört doch diese Musikalität zum kulturellen Lebensgefühl und also auch zur politischen Wirklichkeit Ihres wunderschönen Landes.

Zur politischen Wirklichkeit gehört heute vor allem auch der Weg Ihres Landes nach oder besser: in Europa. Ihre Regierung hat bewiesen, wie es gelingt, auch in schwierigen Zeiten treu und fest zu den europäischen Verpflichtungen zu stehen. Das gibt ganz Europa ein wichtiges Signal. Und so ist es für alle Europäer ermutigend, dass Lettland zu Jahresbeginn 2014 den Euro einführen wird. Ich beglückwünsche Sie und alle Lettinnen und Letten zu diesem Erfolg.

Die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern wird fortgesetzt und vertieft. Diese Zusammenarbeit – in der Wirtschaft und gerade auch in der Bildung – zeigt, dass wir nach vorne schauen und darauf hoffen, dass die nächsten Generationen noch überzeugtere Europäer werden, die tatkräftig am weiteren Zusammenwachsen arbeiten.

Besonders freue ich mich, dass Deutschland sich mit seinem Konzept der dualen Ausbildung einbringen kann. Wir haben bei uns damit seit Jahrzehnten gute Erfahrungen gemacht. Ich glaube, dass auch die jungen Letten nur profitieren können von einer beruflichen Ausbildung, die Unternehmen in die Pflicht nimmt und eine betriebliche Lehre ermöglicht. Sie vermittelt die passenden Qualifikationen, die notwendig sind, um gute Arbeit zu finden. Heute Nachmittag wird in Valmiera die Vereinbarung unserer beiden Länder unterzeichnet, in der Berufsbildung stärker zusammenzuarbeiten – ein wunderbares, konkretes Beispiel dafür, was Europa stark macht: Offenheit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Genau diese Haltung möchte ich bekräftigen. Wir wissen alle, von Spanien bis Lettland, von Finnland bis Sizilien: Europa wird eine gute Zukunft haben, wenn Europas Jugend gute Chancen bekommt.

Ich bin dankbar für die so guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und hebe nun mein Glas, um auf unsere Freundschaft anzustoßen.