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Empfang beim Parlamentspräsidenten der Hellenischen Republik

Bundespräsident Joachim Gauck beim Empfang gegeben vom Parlamentspräsidenten Evangelos Meimarakis zum Mittagessen Athen, 6. März 2014 Staatsbesuch des Bundespräsidenten in der Hellenischen Republik - Empfang gegeben vom Parlamentspräsidenten Evangelos Meimarakis zum Mittagessen © Steffen Kugler

Athen hat mich schon ganz eingenommen. Das war ein besonders eindrücklicher Auftakt meiner Reise, ein unvergesslicher Spaziergang gestern. Ich musste an einen Satz meines Amtsvorgängers Theodor Heuss denken: "Europa ist auf drei Hügeln erbaut – auf der Akropolis von Athen, auf dem Kapitol in Rom und auf Golgotha." Einen dieser Hügel durfte ich nun erleben. Ein beglückendes Gefühl.

Zugleich wissen wir: Europa lässt sich unglaublich schwer vermessen. Heute Abend werde ich Gelegenheit haben, einige Gedanken dazu vorzutragen. Noch mehr als die Ratio der Europäischen Union beschäftigt mich seit einiger Zeit aber die Gemütslage der Europäer. So freundlich, wie ich von Präsident Papoulias und Ihnen in Ihrem Land empfangen wurde, so fern scheint mir in diesem Augenblick diese Frage. Aber sie wurde in den vergangenen Jahren doch immer wieder aufgebracht: Besteht eine ernste Gefahr, dass wir in Europa auseinanderdriften?

Meine Antwort auf diese Frage ist diese Reise: Ich will etwas zum Zusammenhalt unserer Völker – bilateral wie in Europa – beitragen.

Dabei sind mir meine Besuche in Lingiades und Ioannina besonders wichtig. Es wird auch Begegnungen mit jungen Leuten geben, mit Unternehmern, Existenzgründern, Bürgerinnen und Bürgern in Griechenland. Ich möchte mit ihnen über ihre Hoffnungen und Sorgen, ihre Erwartungen und Ziele sprechen.

Mir ist sehr bewusst, wie viele Menschen unter dem Reformkurs leiden. Mir liegt daran, dass sie begreifen: Dies machen wir nicht für Europa, dies machen wir für uns selbst. Ich bekunde meinen Respekt für sie.

Es geht mir darum, so viele Menschen wie möglich in einer für ihr Land schwierigen Situation zu bestärken. Dabei will ich ermutigen, nicht mich einmischen. Ich hoffe, dass alles, was ich sage, so verstanden wird – als freundschaftliche Geste, als Angebot.

Ich danke Ihnen vielmals für diese Einladung, hier an Ihren Mittagstisch, Herr Parlamentspräsident, und in Ihr Land insgesamt. Beides weiß ich sehr zu schätzen, wie überhaupt Ihre Gastfreundschaft.

Ich wünsche Ihnen, Präsident Papoulias, und der gesamten Führung Ihres Landes viel Erfolg bei allem, was Sie für Griechenland tun. Ich gehöre zu denjenigen, die dazu beitragen werden, die Menschen in Deutschland von dem, was hier geleistet wird zu überzeugen.

Ich erhebe mein Glas auf Sie, Herr Parlamentspräsident, und auf die deutsch-griechische Freundschaft.