Navigation und Service

Statement zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt

Bundespräsident Joachim Gauck gibt ein Pressestatement zu den Geschehnissen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt in der Galerie in Schloss Bellevue Schloss Bellevue, 20. Dezember 2016 Geschehnisse auf dem Berliner Weihnachtsmarkt – Pressestatement in der Galerie © Jesco Denzel

Wir sind heute in Trauer vereint, untrennbar vereint, mit den Angehörigen der Opfer des Anschlages von Berlin. Wir beklagen die Toten. Wir bangen um die Verletzten. Und wir fühlen mit ihren Familien, ihren Freunden. Wir werden sie nicht allein lassen in ihrem Schmerz.

Und wir denken in diesem Moment auch an die vielen Opfer, die der Terror gegen die Freiheit überall auf der Welt gefunden hat.

Dieser mörderische Anschlag war, wie jene, die ihm vorausgegangen sind, ein Angriff auf arglose Menschen. Sie hielten sich, wie viele andere zur selben Zeit, irgendwo in Deutschland auf einem Weihnachtsmarkt auf. Die Willkür, mit der Täter diesen Ort auswählen, mit der sie diese Menschen töten, ist ein Wesensmerkmal von Terror. Aber wir wissen, dieser Anschlag galt, wie die vor ihm, uns allen.

Dies war ein Angriff auf unsere Mitte, auf unsere Art zu leben. Was auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin geschehen ist, hat Menschen aus unseren Familien gerissen, aus unserem Freundeskreis. Viele Menschen sind nicht nur persönlich erschüttert, sondern sie empfinden diesen Akt als Angriff auf unser Leben, in unserem Land.

Wir sind jetzt erschüttert, aber diese Taten erschüttern nicht unsere Überzeugungen. Wir stehen auf einem festen Grund und wir stehen zusammen, in Deutschland, in Europa und überall dort, wo Menschen in Freiheit leben und leben wollen. Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen. Er wird unser Miteinander nicht spalten.

Wir in Deutschland machen uns heute bewusst, wir leben in einer starken Gemeinschaft, in der das Recht zählt und die Menschlichkeit. Sie sind das Fundament unseres Staates und unserer Gesellschaft. Sie sind der Boden, auf dem wir stehen. Und wir wissen: Diese Gemeinschaft reicht weit über unsere Landesgrenzen hinaus.

Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker, wenn wir angegriffen werden. Wir suchen einander, wir sprechen miteinander, und wir sorgen füreinander.

Ich denke heute ganz besonders an die Menschen, die geholfen haben. An die Polizisten, die Feuerwehrleute und Sicherheitskräfte, an all die Helfer, die vor Ort waren und all den Ärzten und Sanitätern, die auch jetzt noch um das Leben der Opfer ringen.

Die Bürger können darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handelt, um Sicherheit zu gewährleisten. Und vor allem machen wir uns eins bewusst: Unser Deutschland, es bleibt ein Land der Freiheit, des Zusammenhalts und des inneren Friedens.