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Abendessen im Königreich der Niederlande

Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Ansprache (Archivbild) Archivbild Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Ansprache (Archivbild) © Jesco Denzel

Ich bin sehr dankbar, Majestät, für Ihre freundliche Einladung. Unser heutiges Zusammentreffen hat für mich eine besondere Bedeutung. Mit diesem Besuch in den Niederlanden schließt sich ein Kreis: Eine meiner ersten Auslandsreisen als Bundespräsident führte mich am 5. Mai 2012 nach Breda, wo ich erleben konnte, wie die Niederländer den Tag der Befreiung nachdenklich und heiter feierten.

Dass die Niederlande und die Niederländer wie viele andere Menschen und Staaten, die unter der deutschen Okkupation im Zweiten Weltkrieg so Schreckliches erlitten hatten, die Kraft zur Versöhnung mit den Deutschen fanden, kommt für mich nach wie vor einem Wunder gleich und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Es hat mich tief bewegt, dass ich am Befreiungstag der Niederlande teilhaben, gar reden durfte. Für diese große Geste, Königliche Hoheit, danke ich Ihnen sehr. Ehemals verfeindete Völker und Staaten sind als Gründungsnationen der Europäischen Union einander heute freundschaftlich verbunden – das zeigt, wie eng die Geschichte unserer Länder verwoben ist.

"Dit is wat we delen", war denn auch ein treffendes Motto für den erfolgreichen Auftritt Ihres Landes gemeinsam mit Flandern bei der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr. Wir teilen ja in der Tat so vieles: nicht nur eine wechselvolle politische, sondern auch eine reiche Kulturgeschichte. Wir teilen eine Grenzregion, die längst Ort eines lebendigen Miteinanders geworden ist. Besonders deutlich wird das in den Euregios, in denen Bürgerinnen und Bürger Europa ganz alltäglich erfahren.

Uns verbindet ein gemeinsames Wertefundament, aber auch die Erfahrung, dass ein demokratisches Miteinander nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu bekräftigt werden muss. Uns verbindet daher nicht zuletzt das Ringen darum, unsere offenen Gesellschaften gegen die Anfeindungen eines von Hass und Vorurteilen, aber auch von Frustrationen und Enttäuschungen genährten Populismus zu verteidigen und dauerhaft ein friedliches Zusammenleben in Recht und Freiheit zu ermöglichen. Gerade deshalb ist der vielfältige Austausch und Dialog zwischen unseren Ländern, etwa durch Menschen, die im jeweils anderen Land studieren oder arbeiten, so wichtig. Und ich freue mich, mit einigen von ihnen morgen in Maastricht zusammenzutreffen.

Laten we het glas heffen op het Koningspaar, op Hare Koninklijke Hoogheid Prinses Beatrix, op de Nederlands-Duitse vriendschap en op de vrijheid van onze landen in een verenigd en sterk Europa!