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Festveranstaltung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

Festrede von Bundespräsident Johannes Rau

I. Handwerk – Tradition und Moderne

Das Handwerk ist trotz seiner langen Tradition jung, lebendig, bunt und vielfältig geblieben – und es ist das Rückgrat unserer Wirtschaft: Mit über einer Billion Mark Umsatz, mit 852.000 kleinen und mittleren Betrieben, die sechs Millionen Menschen Arbeit geben und mit 625.000 Lehrlingen, die im Handwerk eine solide und qualifizierte Ausbildung erhalten. Im Handwerk geht es nicht mehr so klein und beschaulich zu, wie manche sich das vorstellen. Zollstock und Maurerkelle werden wichtiges Handwerkszeug bleiben. Computer und Internet sind dazugekommen.

Im Handwerk geht es nicht um Megafusionen, um Elefantenhochzeiten oder multinationale Unternehmen, in denen die Sonne immer scheint - manchmal allerdings auch blitzschnell untergeht. Aber die modernen Kommunikations- und Informationstechnologien bieten auch dem deutschen Handwerk ungeahnte Perspektiven.

Dieter Philipp, der Präsident des Zentralverbandes, spricht vom "Handwerk ohne Grenzen". Ein großes Wort, aber die Tendenz ist damit richtig beschrieben. Die vielfältige Präsenz des Handwerks im Internet zeigt, dass das Handwerk die Zeichen der Zeit erkannt hat. Kooperation, Kundenorientierung und Eigeninitiative stehen ganz oben auf der Agenda des modernen Handwerks.

II. Ausbildung – Perspektiven für die Jugend

Für die wichtigste Investition möchte ich dem ganzen Handwerk meinen besonderen Dank sagen. Für die große Investition in Ausbildung und Qualifikation für die Jugend. Wer es nicht weiß: Das Handwerk stellt 40 Prozent aller Ausbildungsplätze und bildet damit weit über seinen eigenen Bedarf hinaus aus. Das ist eine außerordentliche Leistung. Daran müssen sich andere Wirtschaftszweige messen lassen.

Die Handwerksbetriebe haben auch in konjunkturell schlechten Zeiten immer wieder zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt. Sie hatten dafür zwei Gründe: Der erste war das eigene Interesse. Sie wissen aus Erfahrung, dass nur gut ausgebildete Arbeitnehmer den Anforderungen genügen. Der zweite Grund ist die Verantwortung für junge Menschen. Im Handwerk sind Lehrlinge und Gesellen nicht bloße Kosten- und Produktionsfaktoren, sondern Mitglieder eines Teams, in dem man aufeinander angewiesen ist. So wächst bei allen unterschiedlichen Aufgaben und Interessen auch die Verantwortung füreinander.

Die jüngst veröffentlichte Shell-Studie "Jugend 2000" zeigt uns, dass das wichtigste Ziel der meisten Jugendlichen ein Arbeitsplatz und Erfolg im Beruf als Grundlage der persönlichen Unabhängigkeit sind. Darum muss der Berufseinstieg gelingen. Sonst kann die Lebensplanung schon im Ansatz scheitern. Dann ist die Gefahr groß, dass junge Menschen mutlos werden, sich zurückziehen. Wer den Eindruck bekommt, dass er nicht gebraucht wird, der hat auch keinen Anreiz, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Dann finden nur politische Rattenfänger Zulauf.

Mit seinem vorbildlichen Engagement für Ausbildungsplätze bietet das Handwerk vielen Jugendlichen eine Perspektive und hilft, den sozialen Frieden in unserem Land zu wahren. Das ist eine Kategorie, die in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht vorkommt. Als Basis gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns kann sie aber kaum hoch genug eingeschätzt werden.

Darum hoffe ich auch, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung, den wir zur Zeit erleben, bald noch deutlicher auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird. Wir dürfen uns nicht auf Dauer mit Millionen Arbeitslosen abfinden!

III. Berufliche Bildung

Unser System der beruflichen Bildung ist in den letzten Jahren in die Kritik geraten - mit guten und mit falschen Argumenten. Es geht um die Kritik an schulischen Leistungen, an zu langen Verfahren beim Erstellen neuer Berufsbilder, es gibt Kritik an zu geringem Praxisbezug. Zugleich wird eine breitere Grundausbildung verlangt, die das Neulernen und Umlernen fördert. Das alles sind wichtige Themen, aber manche davon stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander, das kaum aufzulösen ist.

Alle kritischen Fragen ändern nach meiner Meinung nichts daran: Unser duales Ausbildungssystem bietet den jungen Menschen eine hervorragende Berufsausbildung und eine solide Basis für den weiteren beruflichen Weg. Das muss bleiben!

Damit das so bleibt, müssen wir die berufliche Bildung behutsam und mit Bedacht an veränderte Anforderungen anpassen. Ich bin weder für den Rückzug des Staates aus der beruflichen Bildung noch für die Verstaatlichung der beruflichen Bildung. Das Handwerk weiß, welche Veränderungen nötig sind. Die Politik hat das Handwerkszeug für die Anpassungen. Gemeinsam können sie dafür sorgen, dass die berufliche Bildung in Deutschland ein internationales Markenzeichen unseres Landes bleibt!

Damit allein ist es aber noch nicht getan. Heute gilt mehr denn je: Mit der ersten Berufsausbildung ist die Phase des Lernens nicht mehr abgeschlossen. Lebenslanges Lernen wird künftig der Normalfall sein. Dafür müssen in der Schule die Voraussetzungen geschaffen werden. Pauken nach der Methode "Nürnberger Trichter" hilft da nicht.

Lebenslanges Lernen liegt im Interesse der Arbeitnehmer, denn eine berufsqualifizierende Ausbildung reicht schon lange nicht mehr für ein ganzes Arbeitsleben. Lebenslanges Lernen ist notwendig, damit die Unternehmen bei immer kürzerer Halbwertzeit des Fachwissens wettbewerbsfähig bleiben. Und lebenslanges Lernen ist notwendig, damit die Menschen orientierungsfähig bleiben und so an den gesellschaftlichen Entwicklungen teilhaben können.

Auch der Sprachgebrauch hat sich mit dem Internet und den modernen Kommunikationsmitteln verändert. Wer heute unter einem "Menü" noch immer nur ein mehrgängiges Essen versteht – das soll es tatsächlich geben -, der wird vor jedem modernen Fahrkartenautomaten und vor jedem Bankautomaten ganz schön "alt aussehen".

IV. Existenzgründungen

Wer sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet, der möchte sich oft beruflich selbständig machen. Diesen Wunsch sollten wir nicht nur respektieren, sondern fördern. Heutebeträgt die Selbständigenquote im Handwerk 9,7 Prozent. Das entspricht etwa der gesamtwirtschaftlichen Selbständigenquote. Damit hat die deutsche Gesellschaft in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel vollzogen.

In Gesprächen mit Existenzgründern höre ich oft die gleichen Fragen: Wo findet man geeignete Räume? Wer finanziert den Start? Welche öffentlichen Stellen müssen gefragt werden? Wie überwindet man die Hürden auf dem Weg zu den nötigen Genehmigungen? Wer die Praxis kennt, der könnte viele Geschichten erzählen über Antragsformulare, über Fristen, über langsame, aber zunehmend auch über schnelle Verfahren.

Gewiss: Politik und öffentliche Verwaltung haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um Existenzgründungen zu erleichtern. Aber ich bitte alle Verantwortlichen: Prüfen Sie, ob nicht noch mehr handfeste Hilfe, Unterstützung und Beratung geleistet werden kann. Ich weiß, die Sparkassen mit ihrer regionalen Verankerung sind vielen eine große Hilfe. Sie tun viel für die mittelständische Wirtschaft und für das Handwerk. Deshalb beobachte ich die derzeitige Diskussion um die Sparkassen sehr genau.

V. Sparkassen – Hilfen für die mittelständische Wirtschaft

In dieser Diskussion geht es nicht nur um Beihilfefragen und Wettbewerbskontrolle. In der Diskussion geht es um Grundsätzliches: Sie berührt in meinen Augen die Balance zwischen Gewinnorientierung und Sozialbindung. Gerade eine ausgewogene Balance ist das Markenzeichen der sozialen Marktwirtschaft.

Darum sollte die Diskussion nicht nur im kleinen Kreis sogenannter Experten stattfinden, sondern öffentlich und transparent. Die Betroffenen, Bürgerinnen und Bürger, mittelständische Wirtschaft und ganz besonders das Handwerk vor Ort sollten deutlich machen, wie sie diese mögliche Entwicklung beurteilen.

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind traditionell die Hausbanken des Mittelstandes und der größte Kreditgeber des Handwerks. Sie unterstützen mit ihrer starken regionalen Verankerung und ihrer Kompetenz vor Ort wirksam die regionale und kommunale Wirtschaftspolitik. Sie leisten einen Beitrag zur Sicherung gleichwertiger Lebensbedingungen in allen Regionen der Bundesrepublik, den man nicht unterschätzen darf.

Es ist gut, dass es auch im Kreditgewerbe Wettbewerb gibt, denn Wettbewerb ist eine Voraussetzung dafür, dass der Kunde im Mittelpunkt steht. Mit Blick auf den Kunden "Handwerk" ist das Interesse der Privatbanken bisher allerdings nicht besonders ausgeprägt.

Der Wettbewerb muss fair sein und das Ergebnis des Wettbewerbs muss der ganzen Gesellschaft nutzen. Wer aber aus unserem bewährten Drei-Säulen-Modell von privaten Banken, Genossenschaftsbanken und öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Landesbanken eine Säule wegbrechen will, der muss auch sagen, was an ihre Stelle treten soll.

Ich bin der Überzeugung, dass die Leistungen, die die Sparkassen heute erbringen, von den Privatbanken nicht erbracht würden. Darüber muss man sich in der ganzen Diskussion im klaren sein. Je weiter der Konzentrationsprozess bei den Privatbanken voranschreitet, desto wichtiger wird nach meiner Einschätzung die Rolle der Sparkassen. Darum sollten wir auch im Interesse des Handwerks unsere leistungsfähigen Sparkassen erhalten.

VI. Globalisierung – Chancen und Risiken

Das Handwerk ist sicher kein "global player". Aber auch der kleine Handwerksbetrieb um die Ecke spürt, was Globalisierung für ihn bedeutet: Die Zahl der Anbieter für Vorprodukte sinkt, die Nachfragemacht großer Konzerne steigt ebenso wie der Preisdruck. Es ist noch nicht lange her, da galt in der Wirtschaftswelt das Credo "Small is beautiful". Große Unternehmen wurden schneller geteilt und in Profit-Center zerlegt, als man zuschauen konnte. Heute gilt ein anderes Credo: "The bigger the better" und, für eine sozial orientierte Gesellschaft bedenklicher: "The winner takes it all".

Die Zahl der weltweiten Unternehmenszusammenschlüsse hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdreifacht. Neuesten Untersuchungen zufolge wurden im letzten Jahr weltweit mehr als 4000 Milliarden Dollar für Unternehmensübernahmen bezahlt. 1995 waren es 1000 Milliarden Dollar. Den Löwenanteil bei diesen Zusammenschlüssen machten die Beteiligungen US-amerikanischer Unternehmen aus. Aber auch in Deutschland stieg die Zahl der Unternehmenszusammenschlüsse stetig: Allein im letzten Jahr gab es 1845 Käufe und Verkäufe mit deutscher Beteiligung.

Einer vor kurzem erschienen Studie entnehme ich, dass – weltweit – 57 Prozent der Unternehmen nach der Fusion weniger profitabel waren als vorher. Andere sprechen davon, dass achtzig Prozent der Firmen noch nicht einmal die Kapitalkosten der Fusion erwirtschaften. In den USA scheiterte jede zweite Allianz innerhalb von vier Jahren.

Vor diesem Hintergrund habe ich Zweifel, ob das Fusionsfieber immer mit ökonomischer Rationalität zu begründen ist. Noch größere Zweifel habe ich daran, dass sich die Beteiligten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung immer ausreichend bewusst sind. Schließlich geht es nicht nur um abstrakte Größen, um Aktienkurse und Charts, es geht um viele beschäftigte Menschen und ihre Familien, es geht um Arbeitsplätze, es geht um ganz konkrete individuelle Schicksale.

Die Globalisierung der Wirtschaft ist eine Tatsache. Sich dagegen zu stemmen, das wäre ein Kampf gegen Windmühlen. Aber die Globalisierung mit all ihren Folgen allein Management-Gurus zu überlassen, das wäre fahrlässig.

Wir brauchen eine starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft, und die braucht verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Orientierungen. Deshalb darf der Staat nach meinem Verständnis nicht als stiller Beobachter abseits stehen. Er muss vorausschauend prüfen, welche Chancen und Risken die Globalisierung bietet. Und sie bietet ohne Zweifel viele Chancen.

Wir brauchen einen starken Staat, der dort die Marktkräfte frei wirken lässt, wo der Wettbewerb gesamtgesellschaftlich die besten Ergebnisse erzielt, der aber dort eingreifen muss, wo der Markt nicht mehr funktioniert. Auch der Wettbewerb will geschützt sein, damit keiner der Marktteilnehmer eine Position erreicht, die ihn gegenüber den anderen Marktteilnehmern in ungerechtfertigter Weise bevorzugt.

Es geht aber nicht nur um die Frage des funktionierenden Wettbewerbs, sondern auch um tiefergehende gesellschaftspolitische Fragen. Die von Fusionen betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erleiden oft ohne eigenes Zutun materielle Einbußen und haben oft sogar existentielle Sorgen. Diese Belastungen lassen sich nicht in Mark und Pfennig berechnen und erscheinen in keiner Kostenbilanz eines Unternehmens. Für die Stabilität einer Gesellschaft und für die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme sind sie aber von großer Bedeutung.

Es stimmt, dass wir im Zeitalter der Globalisierung mehr Flexibilität und mehr Mobilität brauchen. Abstrakt ist das leicht gesagt und allgemein akzeptiert. Aber wer macht sich zum Beispiel Gedanken darüber, welche Belastungen das für die Familien mit sich bringt? Was heißt das konkret, wenn zum Beispiel beide Ehepartner berufstätig sind? Soll ein Partner seinen Beruf aufgeben? Sollen Wochenend-Ehen der Normalfall werden? Sollen Familien gegenüber Singles benachteiligt werden? Wie kann der Staat unter diesen Bedingungen den besonderen Schutz von Ehe und Familie gewährleisten, der im Artikel 6 des Grundgesetzes verankert ist? Dass die Wirtschaft den Menschen in erster Linie als Produktionsfaktor oder als Konsumenten sieht, das mag noch verständlich sein. Ich kenne zum Glück viele Unternehmen und Selbständige, die das als unberechtigten Vorwurf zurückweisen.

Die Politik aber muss auf jeden Fall weiter denken. Sie darf den Menschen gerade nicht auf eine wirtschaftliche Größe reduzieren, über die beliebig verfügt werden kann, zeitlich und räumlich. Deshalb geht für mich das Bild von unserem Land, von Deutschland, als einer "Deutschland AG" an der Wirklichkeit vorbei – um es vorsichtig zu formulieren. Fusionen und Unternehmens-Ehen mögen ökonomisch wichtig und vielfach notwendig und richtig sein. Außerhalb öffentlicher Kritik stehen sie nicht!

VII. Europa – Eine politische und ökonomische Chance

Ich habe gelesen: "Das größte Problem unserer Generation besteht darin, dass unsere Erfolge auf wirtschaftlicher Ebene den Erfolg auf der politischen Ebene dermaßen übertreffen, dass Wirtschaft und Politik nicht miteinander Schritt halten können. Ökonomisch ist die Welt eine umfassende Handlungseinheit, politisch ist sie zerstückelt geblieben." Das stand im "Economist" – aus dem Jahr 1930. Diese Zustandsbeschreibung ist heute leider immer noch richtig – und genau das können wir uns immer weniger leisten. Darum ist es mir wichtig, der ökonomischen Globalisierung zumindest die politische Perspektive "Europa" zur Seite zu stellen.

Abstrakte Diskussionen über nationale Souveränität – wie wir sie zur Genüge kennen – helfen in Anbetracht der realen ökonomischen Situation nicht weiter. Wir brauchen vielmehr konkrete Schritte zu einem einigen und handlungsfähigen Europa. Das darf keine bürokratische Krake sein, sondern es muss eine bürgernahe und effiziente Föderation europäischer Staaten werden, in der auf jeder Ebene das geregelt wird, was nötig und sinnvoll ist. Eine solche Föderation böte gleichzeitig gemeinsame Handlungsfähigkeit dort, wo jeder auf sich allein gestellt Handlungsfähigkeit verlieren würde.

In meinen Augen führt kein Weg daran vorbei, dass wir eine europäische Wirtschafts-, Sozial-, Rechts-, Beschäftigungs- und Steuerpolitik brauchen - als Antwort und als Grundlage der Globalisierung der Wirtschaft. Auf Dauer kann es nicht gut gehen, wenn die europäischen Staaten, wenn die Arbeitnehmer und die kleinen Unternehmen gegeneinander ausgespielt werden können.

Ich nenne nur ein ganz konkretes Beispiel im Handwerk. Ist es vernünftig, dass sich Handwerker aus einigen EU-Staaten mit den dort geltenden Qualifikationsanforderungen in Deutschland selbständig machen können – und das auch ohne Meisterbrief. Ein gut ausgebildeter deutscher Handwerker dagegen nicht? Ich will mich heute nicht beteiligen an der Diskussion um den Meisterbrief, um den Großen Befähigungsnachweis als notwendige Grundlage für eine selbständige Existenz. In dieser Frage erwarte ich auch von den Unternehmen und ihren Verbänden größere Flexibilität und Kreativität.

Ich bin sicher, dass sich noch einiges bewegen lässt – nicht ohne Streit, aber letztlich im Konsens. Wir sollten damit nicht warten, bis aus Karlsruhe die Richtung gewiesen wird. Mit einem Wort: Es ist wichtig, dass wir nicht nachlassen, eine europäische politische Antwort auf die Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft zu finden. Das Handwerk sollte sich aktiv an dieser Diskussion beteiligen. Es geht auch um Ihre Interessen!

VIII. Das Handwerk – Fit für die Zukunft

Ich bin davon überzeugt, dass sich das Handwerk im Zeitalter der Informationsgesellschaft und der Globalisierung behaupten wird. Das Handwerk ist flexibel und dynamisch genug, auf die modernen Herausforderungen zu reagieren, neue Entwicklungen offensiv aufzugreifen und für sich zu nutzen.

Darum ist es nur konsequent, dass sich das Handwerk am Deutschen Zukunftspreis – dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation beteiligt, den ich auch im Herbst dieses Jahres wieder vergeben werde. Im letzten Jahr war ein Vorschlag aus dem Handwerk in der Spitzengruppe vertreten. Ich höre, dass es in diesem Jahr vier Vorschläge des Handwerks gibt. Darüber freue ich mich und ich drücke Ihnen die Daumen. Sie setzen auch damit ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Handwerk die Phantasie und die Kreativität besitzt, die wir brauchen für eine erfolgreiche Zukunft unseres Landes.