Navigation und Service

Grußwort von Bundespräsident Johannes Rau für die Botschafter-Konferenz 2000 in Berlin am 4. September 2000

Meine Damen und Herren,

gern hätte ich Sie im Rahmen dieser ersten deutschen Botschafterkonferenz heute an meinem Amtssitz persönlich zu Gast gehabt und mich mit Ihnen ausgetauscht. Wie Sie wissen, wird das leider nicht möglich sein. Ich bedauere das sehr.

Ich möchte Ihnen daher auf diesem Wege für Ihre Arbeit und für Ihren Einsatz danken und Sie bitten, diesen Dank auch an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzugeben. Ich weiß, wie viel Mühe und kontinuierliche Kontaktpflege hinter einer vielleicht nur knappen, aber klugen politischen Einschätzung steht, die mir die Verhältnisse in einem anderen Land nahe bringt. Ihre Berichterstattung ist mir unentbehrlich geworden. Wenn die Programme meiner Auslandsreisen oder von Staatsbesuchen bei uns erfolgreich ablaufen, kann ich oft nur erahnen, welche Schwierigkeiten und welcher Einsatz mit den Vorbereitungen verbunden waren.

Ich möchte Sie bitten, in Ihrem Gastland ein Bild von Deutschland zu vermitteln, das unser Land zeigt, wie es ist, das bei seinen Stärken unsere Schwächen und Probleme nicht leugnet, das vor allem aber die gemeinsamen Ideale deutlich werden lässt, die die überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Lande einen: Wir sind ein Volk guter Nachbarn, das in einem geeinten Europa seine Verantwortung in der Welt wahrnimmt.

Es ist gut und wichtig, dass unser Auswärtiger Dienst immer wieder über seine Aufgabenstellung nachdenkt. Ich möchte Sie jedoch auch ermutigen, an Ihren bewährten Aufgaben festzuhalten. Auch die schnellsten und technisch vollkommenen Informationen können das persönliche, vertrauensvolle Gespräch und die empfindsame Wahrnehmung nicht ersetzen. Dazu braucht Deutschland einen starken Auswärtigen Dienst mit einer hohen und deutlich sichtbaren Präsenz.

Meine Damen und Herren, ich freue mich darauf, vielen von Ihnen bald zu begegnen, in Berlin und in Ihren Gastländern, und ich grüße Sie herzlich.