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Rede zum 600. Geburtstag des Nikolaus von Kues. Cusanus-Festwoche in Bernkastel-Kues

I.

Ich bin heute zu Ihnen an die Mosel gekommen, um mit Ihnen zu feiern. Zum Feiern haben Sie hier ja die allerbesten Voraussetzungen. Sie haben berühmten Wein, eine schöne traditionsreiche Stadt und Sie haben einen guten Grund.

Sie widmen dem großen Nikolaus von Kues eine ganze Festwoche. Daran nehme ich gerne teil und Anteil. Heute ist ja auch in anderer Hinsicht ein besonderer Tag: Wir erinnern uns in ganz Deutschland dankbar daran, dass heute vor 52 Jahren das Grundgesetz verkündet worden ist.

Ich freue mich ganz besonders darüber, gerade an diesem Tag über Cusanus zu sprechen und über das, was er uns heute noch zu sagen hat.

Nun verhält es sich mit dem weltberühmten Sohn Ihrer Stadt ja merkwürdig. Er gilt als einer der größten deutschen Philosophen und Kirchenpolitiker. Aber nur wenige könnten in knappen Worten nachzeichnen, warum gerade dieser Mann zu den ganz Berühmten der Welt zählt.

Jeder kann selber die Probe aufs Exempel machen. Fragen Sie einmal jemanden, irgendwo oder hier an der Mosel: "Warum ist Nikolaus von Kues so berühmt?"

Sie werden sehen: Selbst bei Gebildeten, oder - was ja in diesem Falle das Gleiche ist! - bei Kuesern: Sie werden nur selten eine Antwort ohne Zögern und ohne Stocken bekommen. Ich bin fast sicher, dass die Kinder und Jugendlichen, die aus den unterschiedlichen Cusanus-Projektwochen kommen, noch am besten Bescheid wissen. Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, grüße ich heute ganz besonders.

II.

Berühmt und wichtig - das fällt ja nicht immer zusammen.

Ich möchte Ihnen zwei Gründe nennen, warum mir das, was Nikolaus von Kues gedacht, gesagt und aufgeschrieben hat, bis heute so wichtig erscheint.

Zum einen: Nikolaus war ein Mann, der wie wenige andere ganz bewusst erlebt hat, dass er in eine Zeitenwende hinein geboren worden ist. Er hat gespürt, wie ganz Neues heraufzog, wie Bewährtes alt wurde und sogar zerbrach. Er musste sich mit Herausforderungen auseinandersetzen, die bis dahin undenkbar schienen.

Für die Menschen, die damals lebten, war völlig offen, ob sie an den alten Gewissheiten festhalten oder ob sie sich neuen Antworten zuwenden sollten. Sie fragten sich, ob die Verantwortlichen in Staat und Kirche den Aufgaben der Zeit gewachsen waren. Verunsicherung machte sich breit.

Auch unsere Zeit erleben wir als eine Zeit epochaler Umbrüche, manche empfinden sie sogar als Zeitenwende:

  • Die jahrzehntelange Konfrontation zwischen Ost und West ist zu Ende gegangen. Das bleibt für mich ein Grund zu großer Freude und Dankbarkeit. Doch welche neue Ordnung sich herausbilden wird, das zeichnet sich auch mehr als zehn Jahre danach erst in Ansätzen ab.

Werden nach dem Fall der einen Mauer neue Mauern errichtet werden, etwa zwischen Arm und Reich? Oder wird es, wie manche das an die Wand malen, zu einer Konfrontation der Kulturen, der Religionen kommen?

  • Viele Menschen sind verunsichert durch die vielfältigen Formen des technischen Fortschritts. Sie fragen: Wohin werden die uns führen?

  • Anderen macht die Globalisierung der Wirtschaft Sorge. Sie sehen ihre Arbeitsplätze bedroht, und sie zweifeln an der Fähigkeit und am Willen der Politik, Lebenschancen für alle zu sichern und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

  • Viele fragen: Werden wir die Umweltprobleme in den Griff bekommen? Werden die Meeresspiegel weltweit ansteigen, wird das Ozonloch wachsen?

  • Wir alle müssen uns fragen: Wie steht es um die Werte, die nicht an der Börse gehandelt werden? Wie steht es um Ehe und Familie? Manche fragen: Können wir es verantworten, noch Kinder in diese Welt zu setzen? Oder: Können wir uns Kinder überhaupt leisten?

Wir dürfen aus Erfahrung darauf vertrauen, dass wir viele Probleme meistern können, weil wir immer wieder Lösungen finden, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

  • Gerade deshalb müssen wir uns aber mit den Fragen beschäftigen, die so viele Menschen umtreiben.

  • Und gerade da, wo es um neue Herausforderungen geht, wo wir alte Antworten prüfen müssen und nach neuen Antworten noch suchen, gerade da ist Nikolaus von Kues ein besonders interessanter Mann.

III.

Wenn man sich vor große Aufgaben gestellt sieht, dann kann es manchmal ganz hilfreich sein und den eigenen Horizont weiten, den Blick in die Geschichte zu richten.

Nikolaus von Kues hatte mindestens so viel Grund wie wir heute, seine Zeit als eine Epoche weltbewegender Herausforderungen und Umbrüche zu sehen.

Auch wenn das den wenigsten von uns bewusst ist - wir stehen heute auf dem Boden von Antworten, die er in seiner Zeit gemeinsam mit anderen erahnt, ertastet und formuliert hat.

Lassen Sie mich vier Beispiele nennen:

  • Im 15. Jahrhundert waren sich die Gelehrten in Europa noch weitgehend einig, dass die Erde einer Scheibe gleiche. Nikolaus hat hier mutige, bis dahin unerhörte Antworten gewagt: Wer mit dem Schiff immer gen Westen fährt, so sagte er voraus, der fällt nicht eines Tages von der Erdscheibe und verdirbt, sondern er erreicht Indien, denn die Welt ist rund. Wenig später wagte Kolumbus die Probe und er fiel, wie wir wissen, nicht von der Erdscheibe.

  • Nikolaus von Kues hat sich mit seinem Denken noch weiter vorgewagt: Die Erde sei gar nicht der ruhende Mittelpunkt des Alls, so vermutete er. Das hat alle empört, die den Menschen gerne im Zentrum des Kosmos sehen wollten.

  • Unerhört fanden seine Zeitgenossen auch eine andere Überlegung des Cusanus. Ist der Islam, so fragte er, tatsächlich als Feind des Christentums anzusehen? Gibt es nicht wichtige Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen?

Er hatte die Vision, dass die Weisen aller Religionen miteinander ins Gespräch kommen sollten. Das war in einer Zeit, als die Türken sich anschickten, Konstantinopel, das heutige Istanbul, zu erobern und nach Europa vorzudringen!

  • Einen weiteren Grund zu tiefgreifender Verunsicherung bot schließlich der Zustand der Kirche. Hier waren nicht Einigkeit und Heiligkeit sichtbar. Tief zerstritten lag sie danieder. Päpste und Konzilien lähmten einander. Es gab Papst und Gegenpapst.

Vor diesem Hintergrund stritt Nikolaus für politische und kirchliche Reformen. Er entwickelte ganz eigenständige und neue Überlegungen zu der Aussage, dass Einheit und Vielfalt kein Widerspruch sein müssen, ja einander vielmehr ergänzen.

Viele seiner Gedanken sind auf bemerkenswerte Weise modern. So schrieb er: " ... das Gesetz soll dem Gemeinwohl dienen, und das, was alle angeht, muss auch von allen gebilligt werden. ... eine die Öffentlichkeit verpflichtende Entscheidung kann nicht anders zustande kommen als durch das Einverständnis aller oder der Mehrheit der Betroffenen."

IV.

Es ist eindrucksvoll, wie Nikolaus von Kues mit den Herausforderungen seiner Zeit umgegangen ist. Viele seiner Überlegungen wiesen weit in die Zukunft. Er hat ganz bedrängend und unmittelbar die vielfältige Not erlebt, mit Grenzen umzugehen:

  • mit den Grenzen des Machbaren

  • mit den Grenzen des Erlaubten und

  • mit den Grenzen des Wissens.

Jede und jeder von uns weiß, wie schwierig es ist, im Umgang mit Grenzen, die unserem Leben gezogen sind, das richtige Maß zu finden und auch entsprechend zu handeln. Wie schwierig es ist,

  • Grenzen einzureißen, wo sie die lebendige Entfaltung hemmen, und
  • Grenzen zu verschieben, wenn sich neue Perspektiven auftun.

Wir wissen aber auch, wie schwierig es ist,

  • Grenzen zu akzeptieren, die gelten sollen und
  • Grenzen da aufzurichten, wo sie Schutz gewähren und Orientierung geben.

Nikolaus hat seinen Platz unter den Großen der Geistesgeschichte nicht zuletzt deshalb, weil er mit den Herausforderungen, die jede Grenze uns stellt, meisterhaft umgegangen ist.

Grenzen einreißen oder verschieben, Grenzen akzeptieren oder aufrichten - mit Nikolaus von Kues können wir da Orientierung gewinnen,

  • wo es um grundlegende Fragen menschlicher Existenz geht und
  • wo unsere Weisheit im Umgang mit Grenzen gefragt ist.

Unsere Gesellschaft ist ja auf vielen Feldern im Umbruch. Auch wir müssen uns entscheiden, wo wir Grenzen überschreiten, wo wir Grenzen anerkennen und wo wir neue Grenzen ziehen wollen.

V.

Nikolaus von Kues hat in seinem Leben viele Grenzen überschritten, die seiner freien Entfaltung und seinem Wissen entgegenstanden.

Das zeigt allein schon die für seine Zeit ganz ungewöhnlich große Zahl von Orten, an denen er gelebt und gewirkt hat:

  • In Heidelberg hat er studiert - aber auch in Padua.

  • In Rom hat er gearbeitet, aber auch in Basel, Brixen, Kues und in anderen Städten.

  • In Köln hat er das katholische Kirchenrecht studiert; er war darin bewandert wie kaum ein anderer. Und in Konstantinopel lernte er die so eindrucksvolle Liturgie der griechisch-orthodoxen Kirche kennen und schätzen.

Nikolaus hat Grenzen überschritten, die zu überschreiten in seiner Zeit gefährlich war. Dabei denke ich nicht so sehr an gefahrvolle Reisen über Alpenpässe. Ich denke vor allem an die Ideen, mit denen er sich auf teils völlig neues Gebiet vorwagte:

  • Nikolaus kannte natürlich die Bibel, er studierte aber auch - als einer der ersten in der christlichen Kirche überhaupt - den Koran auf der Suche nach Gemeinsamkeiten mit der Bibel. Das erschien vielen damals als eine gefährliche, ja ketzerische Grenzüberschreitung.

  • Er beherrschte die scholastische Philosophie und die Werke der Kirchenväter - aber er wagte es auch, dies überlieferte Wissen zu konfrontieren mit den neuen mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und mit seinen astronomischen Beobachtungen.

Wo sollte das hinführen?, fragten da viele.

Diese Beispiele zeigen: Nikolaus von Kues hat sich auf vielen, ganz unterschiedlichen Gebieten dadurch hervorgetan, dass er dem Wissen, der Politik und der Kirche seiner Zeit neue Horizonte eröffnete.

Er tat das nicht zufällig, sondern aus grundlegenden Einsichten heraus, die stets mit seinem Namen verbunden bleiben werden.

Seine erste Einsicht lautete: Verschiedenheiten, ja selbst Gegensätze können die Einheit nicht zerstören.

Aus bestehenden Gegensätzen heraus, davon war er zutiefst überzeugt, können Menschen zu einer neuen, zu einer umfassenderen Einheit finden. Einheit wächst aus dem Konsens, der aus Konflikten geschaffen werden muss.

Dass Verschiedenheit und Einheit kein Widerspruch sind, das ist eine Überzeugung, die im ganz Kleinen und im ganz Großen gilt. Darauf kann man eine Familie ebenso bauen wie die Einigung Europas. Selbst die Verbindung zweier über Jahrhunderte eigenständiger und charaktervoller Städte an der Mosel kann darauf bauen. Nikolaus von Kues dachte die Einheit als versöhnte Verschiedenheit.

Für ihn war Einheit nicht ohne Vielfalt zu haben. Darum wollte er auch Vielfalt nicht als Bedrohung der Einheit verstanden wissen.

Das ist heute ganz aktuell und auf vielen Feldern von ganz praktischer Bedeutung:

  • In diesem Geist der Vielfalt gedeiht das föderale Miteinander in unserem Land - und auch das gelegentliche Gegeneinander ist hier gut aufgehoben.

  • Auf diesem Boden soll ein einiges Europa wachsen, das seine Vielfalt nicht als Schwäche und das seine Unterschiede nicht als Hindernis versteht, sondern als Chance und Bereicherung.

  • Im Geiste versöhnter Verschiedenheit kann der Dialog der Kulturen gedeihen und kann das Gespräch zwischen den Religionen Früchte tragen. Ich freue mich darüber, dass genau das auch hier im Geburtshaus des Nikolaus von Kues stattfindet.

Grenzen zu überschreiten, das heißt auf den anderen zugehen, sich öffnen, ein Stück gemeinsam gehen. Der ökumenische Gottesdienst, den wir gerade gefeiert haben, war ein gutes Beispiel dafür.

Eine zweite grundlegende Einsicht des Denkers aus Kues lautet: Wissen ist belehrte Unwissenheit, ein Satz, den viele Schüler sicher gerne vor allem auf ihre Lehrerinnen und Lehrer anwenden möchten.

Der Satz meint doch wohl:

  • Wenn wir auf unsere Leistungen stolz sind,

  • wenn wir Erfolg haben bei dem, was wir tun,

  • wenn unsere naturwissenschaftliche Forschung bisher Ungeahntes erschließt,

dann sollten wir nie vergessen: Unser Wissen kann nie vollkommen sein, auch dann nicht, wenn es uns immer neuen Zielen näher bringt.

Jedes Überschreiten von Grenzen stellt uns immer wieder vor neue: Vor Grenzen der Erkenntnis, vor Grenzen dessen, was wir Menschen können, vor Grenzen dessen, was wir verantworten können.

Von Nikolaus von Kues können wir lernen: Wir sollen uns nicht abfinden mit der Welt, wie sie ist. Wir sollen sie nach unseren Vorstellungen zu gestalten suchen. Wir sollten uns die Ziele mit Zuversicht und Mut immer wieder weiter stecken. Dabei sollten wir nie das Gespür verlieren für die Grenze zwischen Mut und Hochmut.

Es kommt nicht nur darauf an, immer mehr zu können und immer mehr zu wissen. Genauso kommt es darauf an, das Wissen um unsere Grenzen zu fördern. Wenn Nikolaus vom "gelehrten Unwissen" spricht, dann meint er genau das.

VI.

Nikolaus von Kues war ein Mann, der Türen geöffnet und ungewöhnlichen Weitblick besessen hat.

  • Türen kann man öffnen und schließen;

  • Türen trennen und Türen verbinden;

  • Türen schaffen die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und die

  • Möglichkeit, mit anderen in Verbindung zu treten.

Im Kleinen wie im Großen gilt: Solange wir leben, werden wir mit Grenzen leben müssen und uns zugleich an ihnen stoßen.

  • Das gilt in unseren Familien: Wer Kinder erzieht, der steht immer wieder vor der Frage: Wo muss ich klare Grenzen ziehen? Wo hingegen wäre es an der Zeit, Grenzen aufzuheben?

  • Und das gilt im Großen, wo unser technisches Wissen und Können ungeahnte Fortschritte macht. Hier müssen wir uns Rechenschaft geben: Welches Wissen wollen wir nutzen, welche Grenzen wollen wir überschreiten und an welche müssen wir uns halten?

Wie das Große mit dem Kleinen, wie der Mikro- mit dem Makrokosmos verbunden ist, nicht zuletzt das hat Nikolaus von Kues immer wieder fasziniert.

VII.

Wir neigen manchmal dazu, Freiheit und Grenzen als Widersprüche oder gar als Gegensätze zu sehen. Das ist falsch. Nur Tyrannen sind maßlos. Die Demokratie dagegen garantiert die Selbstentfaltung jedes Einzelnen im Rahmen bestimmter Grenzen. Wenn es in Artikel 1 unseres Grundgesetzes heißt, "Die Menschenwürde ist unantastbar", dann ist das ein Auftrag, der Ziele setzt und Grenzen zieht.

Nikolaus von Kues hatte ein ausgeprägtes Gefühl für die Würde des Menschen, für seine Möglichkeiten, aber auch für seine Schutzbedürftigkeit.

Sie haben hier als Zeugnis dafür ein wahres Juwel: das Nikolaus-Stift. Es beherbergt kostbare Weine, unermesslich wertvolle Bücher und das Herz des Nikolaus.

Und es ist, so habe ich mir sagen lassen, das älteste Altenheim auf deutschem Boden. Damit ist hier über die Zeiten hinweg ein eindrückliches Zeichen gesetzt:

Menschen können ihre Arbeitskraft verlieren, sie können ihre Gesundheit verlieren oder die Möglichkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber eines verlieren sie nie: den Anspruch, als Menschen und nicht als Last behandelt zu werden. Das ist der Kern der Menschenwürde.

VIII.

Vor sechshundert Jahren ist in diesem schönen Ort an der Mosel ein Mann geboren worden, der uns auch heute etwas zu sagen hat:

  • Ein Gelehrter, der uns zu bedenken gibt, dass wir beides immer neu lernen müssen: Grenzen zu überschreiten und Grenzen einzuhalten.

  • Ein Visionär, der uns die Augen dafür öffnet, dass die ganz großen Probleme nicht losgelöst sind von unseren alltäglichen Herausforderungen in der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz.

  • Ein gläubiger Christ, der uns das Herz dafür wärmt, das Gespräch mit anderen Religionen und den Kontakt zu fremden Kulturen zu suchen - mit Freude, offen und respektvoll.

  • Ein Sohn seiner Zeit, der den Streit nicht scheute, der den Erfolg kannte, aber auch Rückschläge und Gefühle der Resignation.

  • Ein Weiser, der uns lehrt, denen zu misstrauen, die behaupten, alle Probleme der Welt wären ganz leicht zu lösen, wenn man nur ihnen und ihren Patentrezepten folgte.

Wer sich mit Nikolaus von Kues beschäftigt,

  • der spürt etwas von seiner Liebe zur Welt und zu den Menschen,

  • der entdeckt ganz unterschiedliche Facetten - natürlich auch menschliche Schwächen.

  • Er bleibt aber doch stets beeindruckt von seiner Zuversicht, von seinem Reform- und Gestaltungswillen und von einer immer wieder durchscheinenden Freude an gelebter Verschiedenheit.

Ich beneide Sie: Sie haben in den nächsten Tagen Gelegenheit, sich mit dem Leben und Wirken des Nikolaus von Kues auseinander zu setzen. Dazu kommen herausragende Forscher zu Ihnen.

Nikolaus von Kues macht uns allen Hoffnung darauf,

  • dass aus Gegensatz und Vielfalt im Dialog Versöhnung wachsen kann, und

  • dass wir mit unseren kleinen menschlichen Schritten an etwas Großem teilhaben.

Ein guter Wein, das wissen Sie hier aus jahrhundertelanger Erfahrung genau, braucht seine Zeit, um zu reifen. Wir würden dem großen Sohn Ihrer Stadt nicht gerecht, wenn wir ihn nur als einen bedeutenden Menschen längst vergangener Zeiten würdigten. Wir sollten ihn nicht auf ein Podest verbannen. Ich bin davon überzeugt, dass Nikolaus von Kues zu den wenigen deutschen, ja europäischen Denkern gehört, die uns für heute und in Zukunft noch viel zu sagen haben.