Navigation und Service

Grußwort von Bundespräsident Johannes Rau zur Eröffnung des Kongresses der Kulturstiftung der Länder "Bündnis für Theater"

Änderungen vorbehalten. Es gilt das gesprochene Wort.

I.

Vor vier Wochen waren manche von Ihnen bei einer Veranstaltung im Schillertheater hier in Berlin. "Theaterland wird abgebrannt" lautete das Motto. Im Mai beim Theatertreffen war gar vom "Theaterkrieg" die Rede.

Theaterleute sind Meister der Sprache. Bei der Diskussion über die Zukunft von Theater und Oper geht es aber nicht um eine provokative Inszenierung. Es geht um die Wirklichkeit.

Deshalb rate ich dringend dazu, sprachlich abzurüsten. Krieg - auch Theaterkrieg - bedeutet Zerstörung, Tod und am Ende haben alle verloren. Ich möchte aber, dass das Theater lebt und gewinnt. Wie, darüber muss gestritten, aber kein Krieg geführt werden.

Lebendiges Theater, damit meine ich nicht nur das Sprechtheater. Gemeint ist auch das Theater mit Musik, also: Oper, Operette und Tanztheater, die alle ein Orchester brauchen.

Ich habe die Zuversicht, dass Oper und Theater die Kraft haben,

  • sich zu wandeln,
  • sich zu erneuern und
  • sich ihrer selbst zu vergewissern,

Darum habe ich ein "Bündnis für Theater" angeregt. Ich halte es für nötiger denn je.

Ich möchte nicht, dass jetzt auch im Theater fast nur noch über Wirtschaftspläne diskutiert wird statt über Spielpläne. Die Finanzpolitik darf nicht auch noch die Kulturpolitik gestalten wollen. Was wir brauchen, sind

  • Ideenreichtum,
  • Mut,
  • unkonventionelle Wege und
  • auch Experimente.

Das alles findet man an vielen Theatern. Diese Stärken des Theaters müssen wir auch für die gesellschaftliche Debatte über die Zukunft der Theater nutzen.

Die um sich greifende Verwertermentalität trocknet eine Gesellschaft geistig aus. Ich setze dem - und das sollten Sie ebenso selbstbewusst tun - den Eigenwert der Kultur entgegen.

Kulturelle Identität und kreatives Handeln nehmen den ganzen Menschen in den Blick und reduzieren ihn nicht auf seinen Nutzen. Deshalb ist kulturelle Bildung wichtiger denn je, damit Kosten und Nutzen nicht zu Maßstäben menschlicher Existenz in unserem Lande werden.

Ich bin der Arbeitsgruppe "Bündnis für Theater" sehr dankbar dafür, dass sie die Situation analysiert hat. Sie hat darüber hinaus die Probleme benannt, die es zu lösen gilt. Sie hat aber auch viele Fragen gestellt, auf die wir gemeinsam Antworten finden müssen. Ich danke allen, sich beteiligt haben, für ihren Einsatz.

Vielfach sind die Standpunkte unterschiedlich. Alle verbindet jedoch das Ziel, dass etwas in Bewegung kommt, damit Oper und Theater in Deutschland eine gute Zukunft haben.

Die Theaterleute und die Theaterfreunde müssen sich untereinander verständigen und anderen verständlich machen, damit Theater und Oper die gesellschaftliche Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

II.

Der Zwischenbericht verweist zu Recht auf die gut dreihundertjährige Geschichte des Theaters in Deutschland. Schon am Anfang war das nicht leicht. Lessing hat die Situation 1760 so beklagt:

  • "Wir haben kein Theater.
  • Wir haben keine Schauspieler.
  • Wir haben keine Zuhörer.
  • Der Franzose hat doch wenigstens noch eine Bühne."

Heute haben wir Theater, heute haben wir Schauspieler, und wir haben auch Zuschauer. Gutes Theater findet sie nach wie vor und wird sie auch in Zukunft finden; daran habe ich keinen Zweifel. Interessante Inszenierungen sorgen für volle Theater. Von einer allgemeinen Krise zwischen Machern und Zuschauern kann man wahrlich nicht sprechen. Nicht wenige Häuser schaffen Lebensgefühl, ja stiften urbane Identität. Dennoch glaube ich, dass die Beziehung zwischen Zuschauern und Theatern noch enger werden kann.

In unserer Zeit ist viel von Netzwerken die Rede, die auf deutsch eigentlich Netze heißen müssten, denn das meint ja das englische Wort "network". Das Netz der Theater, der Opern oder der Orchester funktioniert. Dafür sorgen schon die Verbände, und das finde ich richtig und wichtig, jedenfalls dann, wenn nicht das pure Eigeninteresse im Zentrum steht. Kundenbindung ist nicht nur im Wirtschaftsleben ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Auch andere gesellschaftliche Bereiche können von diesen Erfahrungen lernen, auch die Kultur.

"Das Theater und seine Zuschauerinnen und Zuschauer" heißt eine Überschrift in dem Zwischenbericht der Arbeitsgruppe. Theater und Zuschauer müssen sich wirklich begegnen, sonst macht Theater keinen Sinn mehr.

Unsere Gesellschaft hat sich durch Zuwanderung gewandelt. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen, und diese veränderte gesellschaftliche Situation müssen wir aktiv gestalten, auch in der Kultur.

In unserem Land werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer weniger Kinder und Jugendliche leben. Das hat Folgen nicht nur für die Sozialsysteme, alle gesellschaftlichen Bereiche sind davon betroffen, auch die Kultur.

Die Theater können es sich nicht leisten, wenn ganze Bevölkerungsgruppen abseits stehen,

  • weil sie sich Theater nicht leisten können oder
  • weil die Welt der Spielpläne ihnen fremd ist,
  • weil ihnen wegen ihrer kulturellen Herkunft unser klassisches Repertoire fremd ist und
  • weil junge Menschen eher bei den neuen Medien bleiben, wenn die Theater ihnen keine Angebote bereithalten, die bei ihren Interessen ansetzen und so ihr Interesse wecken.

Die Debatte um Inhalte und Themen, um Strukturen und Organisation des Theaters muss deshalb mehr leisten, als die Welt außerhalb des Theaters nur wahrzunehmen oder sie auf der Bühne abzubilden. Das Theater ist schon lange keine Insel der Seligen mehr. Das Theater kann nur dann wirklich "selig machen", wenn es sich aus der Mitte der Gesellschaft heraus definiert. Dazu gehören auch die Nöte und Probleme, die wir gemeinsam haben.

Kann sich Theater leisten, auf junge Eltern als Zuschauer zu verzichten, weil zu den Kosten des Theaterbesuchs ein teurer Babysitter dazukommt? Gelegentlich gibt es Antworten darauf, die Theatergenuss ermöglichen und die Betreuung der Kinder sichern. Noch sind das aber Ausnahmen. In einer familienfreundlichen Gesellschaft, die Eltern über das Kindergeld hinaus unterstützt, darf die Kultur, dürfen Oper und Theater nicht abseits stehen, wenn die Bindung nicht nachlassen soll.

Mir hat auch noch niemand schlüssig erklären können, warum im Sommer alle Sprechtheater, Opern und Orchester gleichzeitig Urlaub machen müssen, wo ein wenig Abstimmung und etwas Beweglichkeit in der Auslegung von Vereinbarungen, da wo es geboten ist, mindestens eine neue Zuschauergruppe erschließen könnte: die Touristen. Dieses Vakuum nutzen andere. Das Theater und die Oper verpassen eine Chance, und das können sie und wir uns nicht länger leisten.

Theater und Oper sollten es sich nicht leisten, auch nur eine mögliche Zuschauergruppe nicht anzusprechen.

III.

Kulturelle Unterschiede rufen nach Dialog und nicht nach Abgrenzung oder Abschottung. Ich kenne die vielfältigen Schwierigkeiten, aber die Mühe lohnt sich. Sie ist eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft.

Theater und Oper sind Orte, in denen auch Wissen und Erfahrung vermittelt wird. Sie prägen unsere Gesellschaft kulturell auf unverwechselbare und auf unersetzbare Weise, weil sie einen besonderen Blick auf die Welt ermöglichen, die heutige und die vergangene.

Wenn Kreativität nicht nur gelernt, sondern auch gelebt werden soll, brauchen wir auch das Theater. Dafür müssen wir Angebote bereithalten und nicht abbauen. Dafür müssen wir aber auch alles vermeiden, was danach aussieht, als habe man es mit einer aussterbenden Gattung zu tun. Sonst hätte das Theater seine Zukunft hinter sich.

Darum sollten Theater und Oper die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer zu ihren natürlichen Verbündeten machen. Da ist in vielen Städten noch viel möglich. Kultur - wie sie sich auch in Oper und Theater widerspiegelt - muss ein Eigenwert sein. Wenn das nicht mehr selbstverständlich zu sein scheint, haben wir gemeinsam die Pflicht, diesen Wert zu vermitteln.

Wir brauchen die andere Erfahrung im Theater, im Konzert, die sie von der elektronischen oder digitalen Welt unterscheidet. Bildung ist mehr als das, was PISA untersucht hat. Musik und Theater gehören in die Schulen wie Mathematik und Physik. Bildungsnahe Einrichtungen brauchen wir als Verbündete ebenso wie eine bildungsbereite Atmosphäre im Elternhaus. Nur dann haben junge Menschen die Chance, aktiv teilzuhaben. Kulturelle Bildung ist ein zentraler Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung und muss entsprechend gefördert werden.

Ich habe in den letzten Monaten viele Projekte kennen gelernt, die sich um junge Menschen bemühen. Diese - wie das neudeutsch heißt - "Education-Projekte" haben mich beeindruckt, weil sie das Spielen von Kindern und das Spielen für Kinder ernst nehmen. Dass das auch eigennützig geschieht, ist überhaupt nicht zu beanstanden, weil es im Dienst der Sache steht.

Wenn es in Deutschland inzwischen mehr als 100 Orchester gibt, die auf diese Weise mit jungen Menschen arbeiten und sie bilden, sind wir auf einem der vielen richtigen Wege.

Weil wir alle gemeinsam wissen, dass wir die Probleme nicht mit einer einzigen großen Lösung loswerden, möchte ich Ihnen ein konkretes Beispiel erzählen, das mich kürzlich erreicht hat und von dem ich beeindruckt war.

Ein Musikfestival in schöner Umgebung mit Zuspruch weit über die Region hinaus hat auf jede verkaufte Konzertkarte einen "Musikschultaler" aufgeschlagen, der der künstlerischen Ausbildung von Jugendlichen in Deutschland und in Polen zugute kommt.

Je konkreter der Zweck ist - das erleben wir auch im karitativen Bereich, wenn es um Spenden geht - um so leichter wird ein solcher Aufschlag akzeptiert. Man bekommt ein schönes Konzerterlebnis und unterstützt zugleich eine gute Sache. Dieser Idee wünsche ich - wo immer das möglich ist - viele Nachahmer.

IV.

Wenn über Theater im Zusammenhang mit Geld gesprochen wird, fallen reihenweise Begriffe wie:

  • hochsubventioniert
  • Luxusgut oder aber
  • chronisch unterfinanziert.

War früher von Einsparungen die Rede, wird heute der Kahlschlag bemüht, so dass der Rasenmäher schon fast als erträgliche Variante von Kürzungen empfunden wird.

Um nicht missverstanden zu werden, da gibt es manche Fragen, die ich für völlig legitim halte:

  • Darf etwas soviel kosten?
  • Darf man sich mit öffentlichem Geld gegenseitig Konkurrenz machen und dadurch Gagen nach oben treiben?
  • Darf die Auslastung der Theater zum alleinigen Maßstab von Erfolg gemacht werden?

Zunächst müssen wir uns aber darüber klar werden, wieviel wir uns leisten wollen an Theater und Oper und wie wenig wir uns leisten dürfen. Darum geht es bei dem Versuch, einen neuen Konsens für Theater und Oper zu finden. Die Frage, was wir uns leisten können, führt mitten in den Alltag unserer Zeit.

Aber das Denken allein in finanziellen Kategorien lähmt die Kreativität und schadet der Kunst.

Damit das Theater, die Oper und das Orchester nicht auf die Intensivstation verlegt werden, sind wir heute zusammengekommen.

Ich will das, was ich meine, an zwei Beispielen demonstrieren. Wenn Orchester so stark verkleinert werden, dass sie Werke von Gustav Mahler und Richard Strauss nicht mehr spielen können, geht in unseren Konzertsälen ein Teil des kulturellen Erbes Europas verloren.

Es soll aber auch Orchester geben, so ist mir berichtet worden, die so groß sind, dass die volle Besetzung in keinen Orchestergraben passt.

Der Abbau von Arbeitsplätzen allein ist noch keine Reform, wenn die Strukturen nicht verbessert oder neue Formen der Zusammenarbeit gefunden werden. Es muss schon eine Vorstellung von dem entwickelt werden, mit wie wenig Geld oder mit wie wenig Menschen in Zukunft gutes Theater möglich ist.

Eine Strukturreform, die sich gewollt oder ungewollt gegen den Inhalt, also gegen die Kunst selber richtet, ist der sichere Weg auf das Sterbebett - ohne Umweg über die Intensivstation! Gute Strukturen können auch Geld sparen, und darauf setze ich meine Hoffnungen.

Ich halte auch wenig davon, einzelnen Beschäftigtengruppen Sonderopfer zuzumuten. Schließlich schmücken wir uns mit dem, was sie schaffen und leisten - jedenfalls in guten Zeiten und immer in anderen Ländern. Weil der Kuchen, der zu verteilen ist, nicht mehr ständig wächst, muss auch über Spitzengehälter und Spitzengagen gesprochen werden.

Für den Bereich der Wirtschaft habe ich vor kurzem angemahnt, dass die Höhe von Vorstands- oder Aufsichtsratsbezügen noch etwas mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit, mindestens aber mit der Wirklichkeit im eigenen Unternehmen zu tun haben muss. Das gilt für mich auch für die Höhe der Gagen und Intendanteneinkommen, bevor anderen, die mit viel weniger auskommen müssen, Gehaltsverzicht verordnet wird. Die Kunst ist frei, aber so frei kann sie nicht sein, dass auf ein Mindestmaß an sozialem Schutz für alle verzichtet werden kann, die dafür engagiert arbeiten.

Die Tarifvertragsparteien müssen ihre Verantwortung erkennen und Tarifverträge auf die Anforderungen moderner Theaterbetriebe ausrichten und dadurch ihr Überleben mit sichern helfen. Es gibt aber heute schon Spielräume, die offenbar häufig nicht genutzt werden. Der Ruf nach radikaler Veränderung oder gar nach Abschaffung von Regeln ist eben einfacher als der unendliche mühsame Weg, neue, bessere Regeln zu finden - und das sind dann meist auch weniger. Bei gleichem Ziel muss darüber doch eine Verständigung möglich sein.

Die Finanzierung von Theater und Oper ist eine öffentliche Aufgabe und das muss so bleiben. Ich will die private Unterstützung nicht klein reden. Privates Engagement ist nicht nur willkommen, sondern Kennzeichen - einer im besten Sinne des Wortes - republikanischen Tradition.

So wenig aber der Staat Kunst und Kultur inhaltlich bestimmen darf, so wenig dürfen sich Oper und Theater in ihrer künstlerischen Freiheit selber beschränken, indem Sponsoren und Mäzene Einfluss auf ihre Spielpläne nehmen. Theater müssen unabhängig bleiben und selbstbewusst auftreten. Kunstsinnige Sponsoren und sensible Mäzene werden das respektieren.

Wir erleben ja zur Zeit in vielen Bereichen, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch die Mittel privater Sponsoren und Stiftungen spärlicher fließen. Manchmal reicht auch schon ein Blick über die Grenzen, um zu sehen, wie man es nicht machen darf. Der Zusammenhang zwischen dem Niedergang der Aktienkurse und dem Versiegen von Sponsorengeldern für Kultureinrichtungen in den USA trägt konkrete Namen. Das müssen wir nicht nachmachen, das müssen wir anders, besser machen.

V.

Ich habe gelegentlich schon die Sorge geäußert, dass die Arbeit vor und hinter der Bühne auch von Politikern oftmals gering geschätzt wird. Ich habe ein wenig mehr Respekt gefordert, Zuneigung wäre mir noch lieber, aber die kann man nicht einfordern.

Ich bin deshalb dem ehemaligen sächsischen Staatsminister für Wissenschaft und Kultur, Professor Meyer, der auch an dem Zwischenbericht mitgearbeitet hat, sehr dankbar dafür, dass er die um sich greifende Kulturfeindlichkeit offen benannt hat.

In einer seiner letzten Reden als Minister im vergangenen Jahr hat er gesagt: "Kultur ist kein Event zur Verzierung des Alltags, sondern ein menschliches Grundbedürfnis und eine Haltung, die die Erinnerung bewahrt und Kreativität ermöglicht."

Er hat Recht. Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig. Wer das nicht versteht, der bekommt am Ende die falschen Backwaren.

Mit der Zahl der Gegner - das ist eine alte Weisheit - wächst oft auch die Zahl der Verbündeten. Ich bin sehr froh darüber, dass der Deutsche Bundestag mit einer Enquête-Kommission die Lage der Künste und die Situation der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland untersuchen will. Ich höre schon die vorschnellen Kritiker, die ein weiteres Gremium beklagen. Ihnen will ich sagen, dass diese Kommission im Zentrum gesetzgeberischer Initiativen, die nötig werden, genau richtig angesiedelt ist. Ich werde Mitglieder der Enquête-Kommission bald zu einem Gespräch empfangen.

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es die Verankerung von Kultur als Pflichtaufgabe auf allen staatlichen Ebenen. Ich weiß, dass das noch keinen Euro mehr bringt. Aber nur wenn die Kultur und die für sie Verantwortlichen auf einer Stufe mit anderen wichtigen Aufgaben stehen, rücken sie da hin, wo sie hingehören, in die erste Reihe.

Auch die gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gehört zu meinen dringenden Wünschen. Verschiebebahnhöfe, auf denen Bund und Länder Lasten auf Städte und Gemeinde zurollen lassen, gehören stillgelegt. Da ist einiges auf dem Weg, aber von einer ausreichenden finanziellen Ausstattung der Städte und Gemeinden kann noch nicht die Rede sein.

Eine neue Broschüre des Deutschen Bühnenvereins trägt den Titel "Muss Theater sein?" Waren wir da nicht schon einmal weiter?

Wenn ich mich recht erinnere, hieß es einmal aus Köln: "Theater muss sein!" - mit einem dicken Ausrufezeichen. Das gilt doch auch heute und für die Zukunft: Wir können nicht auf einen Ort verzichten, an dem Kreativität organisiert wird und immer wieder Neues entsteht. Darum brauchen wir eine Diskussion darüber, was geht und wo wir handeln müssen.

Ich danke Frau Professor von Welck und der Kulturstiftung der Länder dafür, dass sie zu diesem Kongress eingeladen hat. Ich bin gespannt auf das Ergebnis Ihrer heutigen Diskussionen. Aus dem hier versammelten Sachverstand muss sich doch etwas machen lassen!

11.12.2002: Arbeitsgruppe "Zukunft von Theater und Oper in Deutschland" legt Zwischenbericht vor.
zur Pressemitteilung