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Erklärung von Bundespräsident Johannes Rau nach der Ankunft von seiner Afrika-Reise am Flughafen Berlin-Tegel

Eigentlich wollte ich heute deutsche Soldaten in Dschibuti besuchen. Diesen Besuch habe ich leider absagen müssen. Es gab in den letzten Tagen zunehmend Meldungen darüber, dass in der Region eine Gefahr bestand, die von Terroristen ausging, die mich betreffen sollte, aber die natürlich auch Menschen getroffen hätte, die in meiner Begleitung waren.

Darum habe ich schweren Herzens diesen Besuch abgesagt, weil ich niemanden gefährden wollte und weil ich die Situation der Soldatinnen und Soldaten in Dschibuti, die dort einen unverzichtbaren Dienst tun, nicht zusätzlich erschweren wollte. Mir tut das sehr leid, denn wir dürfen dem Terror nicht in einer Weise begegnen, die uns handlungsunfähig macht. Wir müssen den Terrorismus weltweit bekämpfen. Wir tun das jetzt, wir tun das auch in Zukunft.

Ich bin gelassen, was die Situation hier in Deutschland angeht, denn nach allem, was ich weiß, hat sich die Gefahr hier nicht erhöht in den letzten Wochen. Aber natürlich ist Terror eine weltweite Gefahr und darum ist es gut, dass die Behörden, die in Bund und Ländern Verantwortung tragen, alles tun, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Ich glaube, dass wir alles tun können und alles tun müssen - das ist auch eine Erfahrung aus Afrika - damit wir denen den Nährboden entziehen, die ihren Terror rechtfertigen mit dem Hinweis auf Armut, Elend und Hunger. Terroristen sind keine Leute, die Armut und Hunger bekämpfen wollen, sondern die Menschenleben vernichten wollen. Das dürfen wir nicht zulassen.

Ich war mit den Staatsmännern, denen ich begegnet bin, einig darin, dass wir weltweite Zusammenarbeit brauchen, um Sicherheit zu gewährleisten. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt.