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Rede von Bundespräsident Roman Herzog vor dem Ibero-Amerika-Tag

Ich habe sehr gerne zugesagt, heute abend bei Ihnen zu sein und auch ein paar Worte zu sagen. Nicht zuletzt bin ich deshalb gekommen, weil ich bei meinen zahlreichen Begegnungen mit Lateinamerikanern eine außergewöhnliche Offenheit und Liebenswürdigkeit erfahren habe, die mich - um es einmal so persönlich zu sagen - für sie in besonderer Weise eingenommen haben. Lateinamerika ist der Kontinent außerhalb Europas, den ich als Bundespräsident bisher am meisten bereist habe, und die Erfahrungen in Brasilien, in Nicaragua und Venezuela haben einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Bei diesen persönlichen Begegnungen habe ich gespürt, wie nahe sich Deutsche und Lateinamerikaner sind.

I.

Wenn man fragt, was uns in der Vergangenheit mit Lateinamerika verbunden hat, und was dementsprechend auch in der Zukunft die deutsch-lateinamerikanischen Beziehungen tragen wird, dann liegen drei Antworten nahe:

- Da ist, erstens, der Handel und das gegenseitige wirtschaftliche Interesse, das besteht, seit Europa sich des ungeheuren Reichtums des lateinamerikanischen Kontinents bewußt wurde;
- da ist, zweitens, die Kultur, die großenteils aus verwandten Wurzeln erwachsen ist, und
- da sind drittens, die menschlichen Beziehungen.

Wirtschaft, Kultur und persönliche Begegnungen waren auch die Inhalte dieser Lateinamerika-Woche. Ich kann mir gar nicht genug solche Veranstaltungen wünschen, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, das Gespräch und das persönliche Erleben nützen mehr als noch so viele Verträge und Abkommen ohne die es natürlich auch nicht geht.

Über wirtschaftliche Beziehungen haben Sie während dieser Woche viel gesprochen. Ich will das, was dazu aus kompetentem Munde gesagt wurde, nicht wiederholen. Nur so viel: Ich finde es sehr erfreulich, daß die positiven Wachstumszahlen des lateinamerikanischen Kontinents bei uns wahrgenommen werden und daß deutsche Unternehmen entsprechend investieren. Es gibt nicht nur ostasiatische Tiger. Auch Lateinamerika ist ein Kontinent mit großem Potential. Dem tragen die deutschen Direktinvestitionen Rechnung, die Deutschland nach den USA zum zweitgrößten Investor in Lateinamerika machen. Ich habe mir sagen lassen, daß Deutschland besonders in den Bereichen Telekommunikation und Umwelttechnik gut dasteht und daß deutsche Industrieunternehmen in Lateinamerika in einigen Sparten sogar marktführend sind - nämlich der Automobilbranche und im Chemiesektor -. Gleichzeitig höre ich aber auch, daß es - gerade im Dienstleistungssektor - noch ausbaufähige Bereiche gibt. Also: Deutschlands Position ist gut, es reicht jedoch ? wie immer - nicht, den Status zu halten; Ausbau ist möglich und infolgedessen auch angeraten.

Lateinamerika ist aber mehr als ein interessanter Wachstumsmarkt. Die traditionellen und tiefen Bande wurden in anderen Bereichen geknüpft. Seit jeher hat dieser Kontinent große Faszination auf uns Deutsche ausgeübt - angefangen bei den Naturforschern, die der für uns exotischen Pflanzen- und Tierwelt nachspürten. Ich nenne hier, um nicht immer Humboldt zu zitieren, nur Anna von Merian, deren Zeichnungen bis heute nichts von ihrem Reiz verloren haben. Solche Zeichnungen und Reisebeschreibungen, die die Naturforscher mit nach Deutschland brachten, vermittelten die ersten Eindrücke von einer Welt, die faszinierte, weil sie so anders war als die unsere.

Es kamen freilich nicht nur Handeltreibende oder Forscher nach Lateinamerika. Golo Mann hat einmal gesagt: "Ideen gehen durch die Luft hin und her, aber sie bleiben nicht in der Luft. Die Ideen des 19. Jahrhunderts mußten in Amerika" - er meinte den nördlichen Teil, aber es gilt genauso für Lateinamerika - "anders artikuliert werden als in Europa, und sie brachten dort Konflikte von charakteristischer Eigenart hervor. Aber finden wir nicht gleich tiefe Unterschiede in Europa selber?" In der Tat war es so, daß sich England und Spanien, Spanien und Deutschland fremder waren als England und Nordamerika, und daß in Lateinamerika starke geistige Strömungen aus Spanien, natürlich aber auch aus Frankreich und Deutschland aufgegriffen wurden. Ich denke an die deutsche Romantik ? besonders auch an Heinrich Heine.

Ein wunderbares Zeugnis dafür sind die Verse eines Gedichtes von Rubén Dario, einem Dichter, der mir während meines Besuches in Nicaragua nahegebracht wurde: Er nennt als charakteristisch deutsch "das berühmte Gretchen", das Seufzen der Loreley, Lohengrin und den "göttlichen Heinrich Heine" zusammen mit dem "göttlichen Wolfgang".

Gerade im Bereich der Literatur hat der Austausch zwischen Deutschland und Lateinamerika enorm zugenommen. Der sogenannte "boom" der lateinamerikanischen Literatur, der in den sechziger Jahren bei uns einsetzte, hat vielen Autoren feste Plätze in deutschen Bücherregalen aber auch in deutschen Herzen eingeräumt: "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel Garcia Marquez ist ebenso ein "Klassiker" geworden wie "Das Geisterhaus" von Isabel Allende. Von Jorge Amado bis Leopoldo Zea - was Lateinamerikaner schreiben, wird hier in Deutschland sehr genau wahrgenommen, gelesen, diskutiert. Und wenn ich an die Musik denke, dann nicht nur daran, wie lange Deutschland brauchte, um sich von dem Lambada-Fieber zu erholen. Ich meine vielmehr die Tangos von Carlos Gardel oder die Streichquartette von Villa-Lobos.

Was uns Deutsche aber am meisten an der lateinamerikanischen Kultur fasziniert, ist ihre unglaubliche Vielfalt. Auch wenn ich immer wieder von "Lateinamerika" spreche, wird doch gerade durch die Literatur sehr klar, daß man es dabei beileibe nicht mit einem homogenen Gebilde zu tun hat, sondern mit einer großen Vielfalt an kulturellen Ausdrucksformen: von der folkloristisch eingefärbten Kunst, die die regionalen Eigentümlichkeiten widergibt, bis zur kosmopolitischen Kunst. Das Interesse daran ist bis heute nicht abgebrochen. Das sieht man an der Tatsache, daß Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse vor zwei Jahren Brasilien war und daß einem der meistgelesenen lateinamerikanischen Schriftsteller bei uns, Mario Vargas Llosa, vor wenigen Tagen der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen worden ist.

Meine Damen und Herren, Brücken menschlichen Miteinanders sind besonders stabil. Davon können Abertausende von Lateinamerikanern und Deutschen erzählen: Viele Frauen und Männer unseres Landes haben in Lateinamerika eine neue Heimat und die Rettung aus materieller Not gefunden: Hunsrücker, Eifelaner, Schwarzwälder, die für sich zuhause keine Zukunft mehr sahen, im 19. Jahrhundert, politisch und rassisch Verfolgte seit 1933.

Bei meinen Besuchen in Brasilien und Venezuela war ich beeindruckt, wie viele von ihnen zwar längst assimiliert waren, wie sie aber die deutsche Kultur trotzdem haben weiterleben lassen. Diese Symbiose, die es an vielen Orten des Kontinents gibt, ist ein wichtiges Fundament für das gegenseitige Verstehen, ist eine Brücke.

Wenn seit vielen Jahren der Trend anhält, daß junge Leute an den Schulen oder später die spanische oder portugiesische Sprache lernen wollen, dann nicht wegen der schönen Strände, sondern vor allem weil sie sich damit die Kultur erschließen wollen. Und dabei fliehen sie nicht nur auf die iberische Halbinsel. Viele wollen auch die Stätten der Inka oder Maya aufsuchen oder sich in Projekten Lateinamerikas engagieren. Apropos Sprache: Die wichtigsten Vermittler bei unserem kulturellen Dialog - oft werden sie vergessen -, sind die Übersetzer.

In vielen staatlichen, kirchlichen und privaten Entwicklungshilfeprojekten haben sich Deutsche - auch in dunklen Zeiten - eingesetzt und unermüdlich zusammen mit den Menschen des Landes selbst gearbeitet, die Situation im Kleinen zu verbessern: mit Bewässerungsanlagen oder Schulen, im Gesundheitsdienst oder durch Genossenschaftsarbeit. Der Antrieb dazu war idealistisch: es ging die Hilfe. Das Prinzip, dem gefolgt wurde, pragmatisch: es ging um Hilfe zur Selbsthilfe.

Die politischen Stiftungen haben durch ihre politische Bildungsarbeit daran mitgewirkt, das Parteiwesen, die Rechtsstaatlichkeit, die Menschenrechte zu stärken und Demokratisierungsprozesse zu begleiten.

Ich komme schließlich zu einem letzten, mir besonders wichtigen Pfeiler der menschlichen Brücke zwischen Deutschland und Lateinamerika: zum Austausch von Stipendiaten und Wissenschaftlern. Unmittelbar und höchst wirksam werden wissenschaftliche Gedanken und Ansätze verbreitet und zugleich die jeweilige Kultur aufgenommen und weitergetragen. Der lateinamerikanische Student, der in Deutschland Philosophie oder gar Medizin studiert, und der deutsche Archäologe, der in Peru gräbt, sie sind Botschafter in doppelter Richtung: die ihres eigenen Landes und zugleich des anderen Landes, das sie kennen und schätzen gelernt haben.

II.

Damit kommen wir zum zweiten Teil meiner Anfangsfrage: Was wird die deutsch-lateinamerikanischen Beziehungen in der Zukunft tragen? Zunächst werden es natürlich dieselben Pfeiler sein: Wirtschaft, Kultur und Dialog zwischen den Menschen. Sowohl Deutschland als auch Lateinamerika haben in den letzten Jahren neue Erfahrungen in Fülle gemacht. Ich spreche von der Freude über Freiheit und Demokratie; auch von der Kraftanstrengung, die es bedeutet, eine zerrüttete Wirtschaft wieder aufzubauen.

Unsere Probleme freilich sind verschieden: Wir in Deutschland müssen zunächst unsere öffentlichen Haushalte in Ordnung bringen, unser Sozialsystem überlebensfähig machen, die Arbeitslosigkeit beseitigen. Lateinamerika hat nach einem "verlorenen Jahrzehnt" eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben: Praktisch alle Länder haben heute demokratisch gewählte Regierungen und können inzwischen im wirtschaftlichen Bereich beachtliche Wachstumszahlen aufweisen. Deutschland hat zwei Diktaturen auf seinem Boden erleben müssen und weiß, wie schwierig der Aufbauprozeß danach ist. Deswegen unterstützen wir - und ich betone noch einmal: weit über die Regierungsebene hinaus - die Konsolidierung der Demokratie, die Festigung der Rechtsstaatlichkeit, die Weiterentwicklung einer unabhängigen Justiz und einer modernen öffentlichen Verwaltung, die Politik des Respekts vor den Menschenrechten, das Engagement für eine fundierte politische Bildung der Bevölkerung und die Suche nach Modellen sozialer Gerechtigkeit.

Es heißt: Lateinamerika sei ein "erwachender Riese". Ich sage: Der Riese ist längst erwacht, er ist nur noch nicht aufgestanden!

Bei meinem Zusammentreffen mit den Staatschefs Zentralamerikas im Mai dieses Jahres habe ich darauf hingewiesen, daß Deutschland der neuen Bedeutung des Kontinents mit seinem Lateinamerika-Konzept entspricht. Europa hat ebenfalls sein Potential erkannt und längst durch verschiedene Abkommen die Zusammenarbeit auf intraregionaler Ebene begonnen: mit Mercosur, mit der Anden-Gemeinschaft, mit der Rio-Gruppe.

Ich habe vor dem Nationalkongreß in Brasilien von der "strategischen Partnerschaft" zwischen Deutschland und Lateinamerika gesprochen. Das klingt wie ein hochtrabender und zugleich etwas technisch geratener Begriff aus der Sprache der Politik. Aber man kommt eben manchmal nicht umhin, solche Oberbegriffe für komplexe Zusammenhänge zu benutzen. Worum es mir geht, ist zu fragen, welches das Fundament unserer Zusammenarbeit ist und wo ihre konkreten Felder liegen.

Das Fundament ist die Partnerschaft. In der einen Welt, in der wir leben, sollten wir uns immer weniger als Rivalen und immer mehr als Partner verstehen. Im Zeitalter der Informationstechnologie, der globalen Umweltrisiken und der grenzenlosen Mobilität gibt es ohnehin keine weit entfernten Regionen mehr: Das Ozonloch betrifft nicht nur ein Land oder einen Kontinent, sondern den gesamten Erdball. Ähnliches gilt für Drogen und internationale Kriminalität, für Bevölkerungsexplosion, Armut, Migration und nicht zuletzt für die sich abzeichnenden Fundamentalismen aller Couleurs. All diese Bedrohungen fügen die internationale Staatengemeinschaft zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Zentrale Zukunftsfragen können heute nicht mehr national gelöst werden. Kein Staat kann auf Dauer mehr eigene Interessen auf Kosten des anderen verfolgen, ohne selbst darunter zu leiden. Partnerschaft aber macht es möglich, gravierende Risiken für beide Seiten zu vermeiden und die Potentiale - seien sie wirtschaftlich oder wissenschaftlich - zum gemeinsamen Nutzen auszuschöpfen.

Lassen Sie mich drei Strategien nennen, von denen ich mir wünsche, daß sie Deutschland und Lateinamerika in einer gleichberechtigten, partnerschaftlichen Zusammenarbeit verbinden möchten:

Erstens: die Integration. Hier haben wir beide - Deutschland und Lateinamerika - unsere Erfahrungen. Die Bildung der ersten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hatte wirtschaftliche, außenpolitsche und - was wir häufig gar nicht merken - geistige Folgen, von denen wir Europäer heute in besonderem Maße profitieren. Ich weiß von meinen Gesprächen im Ausland, daß die Entwicklung zunächst der Europäischen Gemeinschaft und danach der Europäischen Union in vielen Teilen unserer Welt als Vorbild betrachtet wird, und es hat ja auch manche Nachahmung gefunden. In Lateinamerika ist regionale Integration nichts Neues - der Anden-Pakt wurde bereits vor knapp dreißig Jahren geschlossen, und Zentralamerika hat schon seit 1960 einen gemeinsamen Markt. Die Integration hat allerdings in den letzten Jahren neue Dynamik und neue Inhalte bekommen: Durch die Einsicht, daß es bei ihr nicht nur um einen wirtschaftlichen Mechanismus - etwa eine Freihandelszone - gehen sollte, sondern daß es auch der politischen Kooperation bedarf. Und durch die Erkenntnis, daß sich die Bündnisse stärker auf die internationale Öffnung und regionale Zusammenarbeit einzustellen haben. Das Abkommen zwischen der Europäischen Union und Mercosur, dessen zentrale Elemente der politische Dialog, der Ausbau des Handels und der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit sind, stellt dabei einen Meilenstein dar.

Ich komme zu dem zweiten Bereich, bei dem die Notwendigkeit der strategischen Partnerschaft besonders deutlich wird: zur Ökologie. Ich sagte es bereits: Das Ozonloch betrifft uns alle, und der Regenwald atmet für uns alle. Die Verschmutzung der Luft und der Gewässer macht nicht an Ländergrenzen halt. Die Verantwortung unseren Kindern und Enkeln gegenüber verpflichtet uns, in einer Strategie des globalen Umweltschutzes zusammenzuarbeiten. Kleinmütiger Streit um Grenzwerte bringt uns dabei ebenso wenig weiter wie Herablassung der einen gegenüber der anderen Seite. Wir müssen alle beitragen: der Norden mit besseren Technologien, der Süden vor allem mit dem Schutz seiner eigenen Regenwälder.

Bei meiner Brasilienreise im letzten Jahr konnte ich mich davon überzeugen, daß wir auf dem besten Wege sind, durch bilaterale Beziehungen in Forschung und Technologie das Thema Umweltschutz gemeinsam anzugehen. Hier gibt es bereits erfreuliche Kooperationen. Daß im Bereich der Umwelttechnik deutsche Unternehmen ihr Know-how erfolgreich auch in Lateinamerika anbieten, zeigt, daß das Bewußtsein geschärft und der Bedarf vorhanden sind.

Mit der dritten Strategie komme ich zur globalen Friedenswahrung. Der jahrzehntelange Antagonismus der Systeme in Europa hat seinen Widerhall auch in Lateinamerika gefunden. Mit dem Ende des Kalten Krieges sind wir sind uns dessen sehr schnell bewußt geworden Bedrohungen ganz anderer und neuer Art auf die Staatengemeinschaft zugekommen.

Die politisch Verantwortlichen unserer Länder ebenso wie die anderer und befreundeter Staaten wissen, daß Frieden innerhalb eines Landes dauerhaft nur möglich ist, wenn soziale Gerechtigkeit herrscht, wenn sich die Wirtschaft geordnet entwickelt und die Menschenrechte geschützt werden. Sich dieser Aufgaben anzunehmen, gehört heute zu den Pflichten eines jeden einzelnen Staates.

Die neuen Belastungen, von denen ich soeben sprach, hängen oft miteinander zusammen: nehmen wir etwa Bevölkerungsexplosion, Armut und Migrationsbewegungen. Sie haben längst eine internationale, grenzüberschreitende Dimension angenommen. Und wir sehen: Frieden und Freiheit, Fortschritt und soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte berühren, wo immer sie sich durchsetzen oder nicht durchsetzen, stets auch andere Staaten, liegen auch im Interesse anderer Staaten und Staatengemeinschaften. Deswegen müssen wir bei der Beseitigung weltpolitischer Krisenfelder gemeinsam vorgehen. Partnerschaft ist in unserer Zeit ein außenpolitischer Imperativ. Mit dem Lateinamerika-Konzept hat die Bundesregierung angeboten, gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen zu suchen und zu geben, die sich auch in Lateinamerika stellen.

Lateinamerika ist nicht nur ein Riese. Der Kontinent ist durch seine politische Stabilität und seine wirtschaftliche Entwicklung sowohl zu einem berechenbaren Faktor als auch zu einem Faktor geworden, mit dem man künftig in der Weltpolitik mehr rechnen muß.

Deutschland und Lateinamerika können sich glücklich schätzen, daß seine Bewohner in der Vergangenheit tragfähige Brücken zueinander gebaut haben und daß dieser Impetus in der Gegenwart nicht nachgelassen hat. Deswegen habe ich auch gar keine Sorge, daß wir auch bei der Bewältigung unserer Probleme und globalen Herausforderungen gemeinsam - eben in partnerschaftlicher Zusammenarbeit - weiterkommen werden. Das kann unsere Verbundenheit nur vertiefen.