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Ordensverleihungen zum Tag des Ehrenamts

Bundespräsident Horst Köhler hat am 7. Dezember 2007 aus Anlass des Tages des Ehrenamtes verdiente Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet:

 

Max Berthold
München, Bayern

Seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert er sich in herausragender Weise bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Als Spezialist in den Bereichen Vermessung, Bergung und Trinkwasseraufbereitung ist er seit 1987 bei Auslandseinsätzen in führenden Positionen tätig, u. a. beim Tsunami-Einsatz in Thailand. Seine Verpflichtungen in der eigenen Firma stellt er dabei großzügig zurück. Seit 1995 ist er als Beauftragter für den Ortsverband München-Mitte verantwortlich, den er aus zwei vorhandenen Verbänden zu einem neuen leistungsfähigen Ortsverband formte. Dort gründete er eine Jugendgruppe, die sehr erfolgreiche Arbeit leistet. Auch setzt er sich in zahlreichen bundes- und landesweiten Ausschüssen und als Mitglied im THW-Landesausschuss ein.


Dr. Christian Bolstorff
Berlin

Er ist Initiator des 2001 gegründeten Vereins Berliner Hilfswerk Zahnmedizin, dessen Vorsitzender er bis Mitte 2007 war. Zu den Hauptprojekten gehören die zahnärztliche Versorgung von Obdachlosen und Drogenabhängigen sowie die Gruppenprophylaxe für Erwachsene mit schweren Behinderungen. Als die "MUT Gesellschaft für Gesundheit" 1999 die bundes- und europaweit erste Zahnarztpraxis für obdachlose Menschen in Berlin eröffnete, fand sie sogleich seine Unterstützung. Seit seinem Ruhestand behandelt er dort einmal in der Woche ehrenamtlich. Zudem ist er im Vorstand der Stiftung "Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete" aktiv. Verdienste erwarb er sich auch in der Selbstverwaltung der Zahnärzteschaft, u. a. als Präsident der Berliner Zahnärztekammer.


Arnhold Budick
Schramberg, Baden-Württemberg

Selbst seit 45 Jahren Sänger in verschiedenen Chören, engagierte er sich bis 1987 als Vorsitzender der Chorgemeinschaft Frohsinn Schramberg. Seither gehört er dem Beirat an. Besonders die Nachwuchsförderung lag ihm stets am Herzen. Nach fünf Jahren als 1. Vorsitzender setzt er sich seit 1994 als 2. Vorsitzender für die Musikschule Schramberg e.V. ein. Auch im Sängergau Schwarzwald ist er seit drei Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen aktiv und widmet sich hier vor allem der Jugendarbeit. Neben weiteren Aktivitäten für das Gemeinwohl ist sein Engagement für die Restaurierung der Walcker-Orgel in der Stadtkirche St. Maria, im Kuratorium des Vereins Schramberger Orgelkonzerte und im Vorstand des Kunstvereins Wilhelm Kimmich hervorzuheben.


Barbara Dinges
Bergisch Gladbach, Nordrhein-Westfalen

Sie leitet seit 1979 ehrenamtlich die Katholische Öffentliche Bücherei in der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Odenthal. Ihr Engagement beschränkt sich dabei nicht auf das Verleihen von Büchern, Spielen und Videos. Mit zahlreichen Veranstaltungen wie Literaturgesprächskreisen oder Lesenachmittagen bzw. -nächten gelingt es ihr, Kinder, Jugendliche und Erwachsene an das Lesen heranzuführen und dieses in vorbildlicher Weise zu fördern. Mit viel Einsatz, Kreativität und Sachverstand hat sie aus der kleinen Bücherei einen beliebten Treffpunkt gemacht, der aus dem Ortsleben nicht mehr wegzudenken ist. Die Bücherei, in der 20 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken, gehört seit Jahren zu den fünf besten Büchereien im Erzbistum Köln.


Marga Gätjens
Halstenbek, Schleswig-Holstein

Bereits 1964 leitete sie das Kleinstkinderturnen in der Spielvereinigung Blau-Weiß 96 Schenefeld und übernahm 1979 bis 2006 die Leitung der Turnabteilung. Ihrer Aufbauarbeit ist es zu verdanken, dass heute 33 Übungsleiterinnen in 93 verschiedenen Gruppen tätig sind. 2003 wurde sie zur 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt, nach sieben Jahren im stellvertretenden Vorsitz. Um sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Mitgliedschaft zu ermöglichen, initiierte sie die Übernahme von Patenschaften. Neben dem Sport setzt sie sich für eine vereinsunabhängige Jugendarbeit und eine generationsübergreifende Freizeitgestaltung ein. Engagiert wirkt sie auch auf Kreis- und Landesebene für den Sport und in der Stadt Schenefeld z. B. beim Programm "Sport gegen Gewalt" mit.


Karl-Heinz Garberding

Wunstorf, Niedersachsen

Schon als Jugendlicher stand er dem "Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung" als Leiter zur Verfügung. Später als Lehrer zeigte er interessierten Schülern in seiner Freizeit die Heimatregion und förderte ihren Einsatz für den Naturschutz. In der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Steinhuder Meer/Untere Leine engagiert er sich seit vier Jahrzehnten, seit den 70er Jahren als Leiter. Er trug zur Anerkennung des Steinhuder Meeres als internationales Feuchtgebiet und zur Ausweisung der Ufer- und Moornaturschutzgebiete bei. Auch wurde auf seine Initiative hin die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V. 1991 gegründet, deren ehrenamtlicher Vorsitzender er ist. Zudem entwickelte er ein Konzept für die Gründung eines Regionalen Umweltbildungszentrums, einer inzwischen landesweit anerkannten und erfolgreichen Bildungseinrichtung.


Peter Gilmer
Partenheim, Rheinland-Pfalz

Ausgelöst durch eine schwere Nierenerkrankung seiner Ehefrau engagiert er sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich für die Belange chronisch nierenkranker Menschen. Seit 1987 ist er Bundesvorsitzender des heutigen Bundesverbandes Niere e.V. Der Verband hat sich unter seiner Leitung zu einer modernen und effektiven Organisation entwickelt, die u. a. auch bei Gesetzesvorhaben zur Organtransplantation beteiligt wird. In Zusammenarbeit mit der "Aktion Mensch" und anderen Projektförderern gelang ihm die Entwicklung und Durchführung mehrerer wissenschaftlicher Projekte. Seit 2002 ist er zudem Vorstandsvorsitzender der Patientenstiftung "Aktion Niere". Er unterstützt die Arbeit der Deutschen Stiftung Organtransplantation und wirkt in weiteren Gremien.


Walter Glößner
Saarbrücken, Saarland

Zur Pflege der deutsch-französischen Beziehungen auf kulturellem Gebiet setzte er sich 22 Jahre lang für die Marcel Proust Gesellschaft Köln ein, die er mitgegründet hatte. Sie ist in Deutschland die größte, einem französischen Autor gewidmete literarische Gesellschaft. Er war Mitorganisator zahlreicher Ausstellungen und betreute die Kassengeschäfte. Im Förderverein des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts, den er 1990 mitgründete, macht er sich in herausragender Weise als Schatzmeister und Sprecher des Vorstands besonders um die Mitgliederwerbung verdient. Auch gründete er 1987 den Verein der Saarbrücker Kammermusiktage, dessen Vorsitzender er ist. Die Veranstaltungen genießen hohe Anerkennung. Im Förderverein "Netzwerk Musik Saar e.V." engagiert er sich u. a. für die Spitzenförderung junger Musikerinnen und Musiker.


Dr. Klaus-Peter Jürgens
Neumünster, Schleswig-Holstein

In die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Neumünster/Stadtmitte trat er 1971 ein und war von 1990 bis 1991 Ortswehrführer. Nach einem Jahr als Stellvertreter übernahm er 1993 das Amt des Stadtwehrführers der Stadt Neumünster. Heute betreut er sieben Ortsfeuerwehren. Herausragendes Engagement bewies er bei der Gründung zweier weiterer Jugendfeuerwehren, der Verbesserung der Einsatzbereitschaft "rund um die Uhr", der Feuerwehrseelsorge und der Ausbildung durch die Einführung von Fachwarten. Zudem setzt er sich seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich im berufsständischen Bereich ein, etwa als stellvertretender Obermeister der Dachdeckerinnung Neumünster oder als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Lübeck.


Heinz-Ulrich Keller
Unna, Nordrhein-Westfalen

Er engagiert sich seit 1996 für die AIDS-Hilfe im Kreis Unna e.V. und gehört seit 2002 dem Vorstand an. Obwohl nicht selbst von der Krankheit betroffen, setzt er sich in besonderem Maße im Bereich der Primärprävention ein. Er vertritt die AIDS-Hilfe bei Informationsständen, Veranstaltungen und in der Gremienarbeit auf der Ebene des Landesverbandes. Verdienste hat er sich auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit erworben. Er ist zu einer tragenden Stütze des Vereins geworden und opfert einen erheblichen Teil seiner Freizeit und jährlich eine Woche seines Urlaubes für die Aktivitäten zum Welt-AIDS-Tag. Im kulturellen Bereich ist er seit mehr als zehn Jahren beim Kulturzentrum Lindenbrauerei e.V. in Unna tätig, gehört dem Projektrat an und bekleidet auch das Amt des Sprechers.


Josefa Kendzia
Erfurt, Thüringen

Nach ihrer Pensionierung als Leiterin der Katholischen Ehevermittlung in Erfurt engagiert sich die Mutter von zwei Kindern dort ehrenamtlich. Für ihre Mitmenschen setzte sie sich auch in weiteren Ehrenämtern ein. So gehörte sie beispielhaft dem Jugendhilfeausschuss der Stadt, dessen Vorsitz sie fünf Jahre innehatte, dem Kriminal-Präventiven Rat und dem Behindertenbeirat an. Von 1994 bis 1999 war sie Abgeordnete im Stadtrat. Im Vorstand des Caritasverbandes für das Bistum Erfurt war sie von 1990 bis 2005 tätig. Seit 1997 ist sie Mitglied im Vergabeausschuss der Thüringer Landesstiftung "Frauen und Familien in Not". Vorsitzende des gemeinsamen Pfarrgemeinderates für die Domgemeinde St. Marien und die Pfarrgemeinde St. Severi ist sie seit sieben Jahren.


Elfriede Kissinger
Höchst im Odenwald, Hessen

Von ihren zahlreichen ehrenamtlichen Verdiensten können hier nur einige erwähnt werden. Für behinderte Menschen engagiert sie sich seit 1987 als Erste Vorsitzende des Behindertenclubs Odenwald. Auch leitet sie mehrere Sportgruppen in der Behindertensportgemeinschaft Höchst. In der Regionalgruppe Odenwald der Deutschen Parkinson-Vereinigung (dPV) wirkt sie seit 2001 als Leiterin und ist Mitglied des dPV-Landesvorstands. Mehr als 20 Jahre war sie mit großem Einsatz für das Deutsche Rote Kreuz aktiv. Besonders für das Jugendrotkreuz setzte sie sich auch auf Kreis- und Landesebene ein. Seit 1996 ist sie in der Stadt Bad König Mädchen-, Frauen- und Seniorenbeauftragte. Als Erste Vorsitzende der Schottland-Vereinigung trug sie zur Verständigung der Menschen in beiden Regionen bei.


Anne Kreiling
Baunatal, Hessen

Dem Vorstand der heutigen Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) gehörte sie von 1983 bis 1987 und erneut seit 1992 an. Als Erste Vorsitzende leitet sie die DGM seit 1998. Durch ihren außergewöhnlichen, sehr zeitintensiven ehrenamtlichen Einsatz hat sie die DGM wesentlich geprägt. In besonderer Weise setzte sie sich für die Bildung eines Arbeitskreises "Krankengymnastik" ein, da diese für viele Erkrankungen die einzige Therapiemöglichkeit ist. 1999 entstand auf ihre Initiative der Arbeitskreis Seltene Erkrankungen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V., aus dem schließlich 2005 der Verein ACHSE (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen) hervorging, dessen Vorsitzende sie ist. Durch ihr unermüdliches Wirken hat sie auf diesem Gebiet Pionierarbeit für die Betroffenen geleistet.


Heinrich Muhle
Goldenstedt, Niedersachsen

Zusammen mit Freunden gründete er 1965 die "Naturfreunde Goldenstedt", die sich später zu einem Verein konstituierten. Seit den Anfängen hat er den Vorsitz inne. Zwölf Jahre lang wirkte er als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Goldenstedt. Dank seiner unermüdlichen Arbeit und der Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern konnten in der Gemeinde Naturlandschaften mitsamt ihrer Tier- und Pflanzenwelt erhalten werden, die andernorts verloren gingen. Auch im Landkreis setzt er sich für den Natur- und Landschaftsschutz ein. Hervorzuheben ist die herausragende Förderung des Naturschutzinteresses bei Kindern und Schülern durch seine Zusammenarbeit mit örtlichen Kindergärten und Schulen. Verdienste erwarb er sich zudem als Heimatchronist.


Bernd Müller
Annaberg-Buchholz, Sachsen

Seit 1980 engagiert er sich als Mitglied des Erzgebirgsvereins e.V. für seine Heimatregion. Nach seiner Flucht aus der DDR fand er schnell Anschluss an die Zweigvereine in Niedersachsen, wo er zum 2. Vorsitzenden gewählt wurde. Mit großem Engagement machte er gemeinsam mit der Landsmannschaft Sachsen seine Heimat, etwa durch Ausstellungen, bekannt. Auch der Kirche stand er viele Jahre ehrenamtlich zur Verfügung. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben 1998 zog er in seine alte Heimat zurück und unterstützt den Erzgebirgsverein e.V. als 2. Bundesvorsitzender beim Zusammenführen der Heimatfreunde aus Ost- und Westdeutschland. Daneben setzt er sich für die Erhaltung des Besucherbergwerkes "Zum Gößner" ein und führt Besucher ehrenamtlich durch das Bergwerk.


Sigrid Nahs
Gnarrenburg, Niedersachsen

Sie ist seit etwa zehn Jahren ehrenamtlich für Migranten und Migrantinnen tätig und unterstützt die Stadt Bremervörde in Eigeninitiative bei deren Unterbringung und Betreuung. Mit großem Einsatz engagiert sie sich für die Integration ausländischer Mitbürger und organisiert Sprach- und Nachhilfeunterricht. Sie stellt dafür Räume in ihrem eigenen Unternehmen zur Verfügung. Durch ihre Kontakte zu Unternehmern der Region hat sie sehr vielen Zuwanderern zu einem Arbeitsplatz verholfen. Sie ist jederzeit auf Nöte ansprechbar und hilft häufig mit eigenen finanziellen Mitteln. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat sie zahlreiche Integrationskurse initiiert. Auch ist sie beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Rotenburg.


Bolko Prußok
Oranienburg, Brandenburg

Selbst Vater eines geistig behinderten Sohnes, gründete er 1990 gemeinsam mit anderen die Lebenshilfe Oberhavel e.V., um die Lebens- und Arbeitsbedingungen von behinderten Menschen zu verbessern. Dank seines außerordentlichen Engagements entstand ein Treffpunkt für Behinderte in Oranienburg und konnte ein Wohnheimprojekt in Velten für 24 behinderte Menschen mit Spendengeldern realisiert werden. Der Verein organisiert auch Feste, Fahrten und Sportveranstaltungen. Darüber hinaus engagiert er sich als Geschäftsführer eines Autohauses für junge Menschen und ihren Start ins Berufsleben. Mehr als 180 Jugendlichen konnte seit 1990 zu einer Berufsausbildung verholfen werden. Auch setzt er sich im Anschluss für eine Weiterbeschäftigung oder Weitervermittlung ein.


Barbara Später
Annweiler am Trifels, Rheinland-Pfalz

Die Mutter von vier Kindern setzt sich seit über 30 Jahren vor allem im kirchlichen Bereich ein. Sie baute Kinder- und Jugendgruppen auf, arbeitete in der Kommunionvorbereitung und engagiert sich im Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Annweiler als Mitglied, Vorsitzende und nunmehr Schriftführerin. Aktiv wirkt sie im Caritas-Ausschuss der Gemeinde sowie im Ökumene-Ausschuss. Vor einigen Jahren rief sie die Sternsingeraktion ins Leben, bei der alle Einwohner der Stadt besucht werden. Ihrem Einsatz ist es im Wesentlichen zu verdanken, dass in diesem Jahr erstmals Spenden von über 10.000 Euro für Projekte in Entwicklungsländern gesammelt wurden. Persönlich unterhält sie Kontakte zu einem Pfarrer im Kongo, um Schulprojekte dort zu unterstützen.


Helene Strehlow
Ivenack, Mecklenburg-Vorpommern

Seit über vierzig Jahren pflegt sie ihren mit schweren Behinderungen geborenen Sohn. Er leidet an epileptischen Anfällen und Krämpfen, kann sich kaum bewegen und benötigt rund um die Uhr Aufsicht, Betreuung und Pflege. Daneben pflegte sie auch ihre im Haus wohnende Schwiegermutter bis zu ihrem Tod im Jahre 2005 und betreut außerdem ihre über 90jährige Tante. Obwohl sie einen langen und schweren Arbeitstag auf einer Einzelbauernwirtschaft zu bewältigen hat, sieht sie die jahrzehntelange körperlich und seelisch schwere Pflege ihres Sohnes und ihrer Angehörigen als Selbstverständlichkeit an und stellt ihre eigenen Interessen dafür zurück.


Veronika Stroh
München, Bayern

Seit 1981 arbeitet sie ehrenamtlich am Notruftelefon der Evangelischen TelefonSeelsorge München. Die Tätigkeit umfasst einen Schichtdienst von monatlich mindestens zwei Schichten sowie die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen, Gruppentreffen und Supervisionen - rund 20 bis 25 Stunden Einsatz pro Monat. Anrufende können sich mit allen Anliegen an die Telefonseelsorge wenden. Persönliche Lebenskrisen und Probleme mit dem sozialen Umfeld sind ebenso wie schwere körperliche und psychische Erkrankungen Anlass für die betroffenen Menschen, dort Hilfe zu suchen. Sie bietet ihnen menschlichen Kontakt, Annahme und Begleitung. Daneben hilft Frau Stroh ehrenamtlich im Sekretariat der TelefonSeelsorge, um Personalengpässe auszugleichen.


Hildegard Strube
Darmstadt, Hessen

In herausragender Weise engagiert sie sich für den 1989 gegründeten Verein "Sag ja zum Kind" als ehrenamtliche Geschäftsführerin und seit 2000 als Erste Vorsitzende. Der Verein unterstützt junge Frauen in Notsituationen während und nach der Schwangerschaft und verfügt über eine Krabbelstube, in der gegen ein geringes Entgelt Kinder junger Mütter in Ausbildung oder Studium betreut werden. Große Verdienste erwarb sie sich beim Akquirieren von Spenden und Gewinnen ehrenamtlicher Helferinnen. Auch ist ihr die Gründung einer Stiftung zugunsten des Vereins zuzurechnen, deren Erste Vorsitzende sie seit 2001 ist. Zudem war sie 13 Jahre lang kommunalpolitisch in Darmstadt tätig, wirkt als Ortsgerichtsschöffin und ist für die Edith-Stein-Schule und die katholischen Kirche aktiv.


Herbert Trüpschuch
Emmerich am Rhein, Nordrhein-Westfalen

Seit 1959 wirkt er vorbildlich für das Deutsche Rote Kreuz. So war er z. B. Kreisbereitschaftsführer im Kreisverband Rees und Stellvertreter im Kreisverband Kleve. Von 1980 bis 1998 leitete er ehrenamtlich die Wache des Medizinischen Transportdienstes am Krankenhaus in Emmerich und verrichtete die Rufbereitschaft in den Abend- und Nachtstunden und an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen. Mehrmals trug er dazu bei, Leben zu retten. Für den Transport dringend benötigter Hilfsgüter in verschiedene Krisengebiete oder in die Partnerstadt in Litauen steht er seit Jahrzehnten zur Verfügung und opferte auch Teile seines Urlaubs. Seit 1998 ist er Tag und Nacht in der Haus-Notrufbereitschaft aktiv. Für den Verein Bürgerbus in Emmerich wirkt er zudem seit 1993 als Fahrer.


Gülistan Yüksel
Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen

Als Vorsitzende des Ausländerbeirates, jetzt Integrationsrates der Stadt Mönchengladbach engagiert sie sich seit 1997 für die Integration der in Mönchengladbach lebenden Migranten, wobei ihr gute schulische Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund besonders am Herzen liegen. Sie hat es geschafft, das jährlich stattfindende, interkulturelle Straßenfest zu einer attraktiven Veranstaltung zu machen. Auch nutzt sie das Fest für Spendenaktionen zugunsten sozialer Zwecke. Seit 2002 organisiert sie in der Karnevalszeit eine multi-kulturelle Schülersitzung, um Berührungsängste abzubauen. Auf Landesebene ist sie seit 2000 als Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen tätig. Auch wirkt sie im kommunalpolitischen Bereich.

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