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Auftaktkonferenz der Initiative "Partnerschaft mit Afrika"

Bonn/Königswinter. Bundespräsident Horst Köhler hat für eine echte Partnerschaft mit den Ländern Afrikas geworben. Bis dahin sei allerdings noch viel zu tun, sagte der Bundespräsident zum Abschluß der zweitägigen Afrikakonferenz auf dem Petersberg bei Bonn. "Afrika braucht Hilfe von außen, aber auch Europa braucht Afrika." Wenn Afrikas Probleme nicht gelöst würden, kämen sie nach Europa, sagte er mit Blick auf die Flüchtlings- und die Umweltprobleme. Ein zweites Treffen der Initiative "Partnerschaft mit Afrika" ist für 2006 auf dem afrikanischen Kontinent geplant.

Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo sprach von einem "einzigartigen Projekt." An einem einzigen Wochenende könne zwar keine Lösung für die vielfältigen Probleme gefunden werden, aber: "Wir wollen weiter machen." Die Afrika-Initiative des Bundespräsidenten sei ein erster Schritt zu einer wahren Partnerschaft, stellten der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi und der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki übereinstimmend fest. Auch der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konaré, bekannte sich zu der Initiative.

Der Bundespräsident hatte die afrikanischen Staats- und Regierungschefs nach Bonn eingeladen, um gemeinsam mit Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur aus Afrika und Deutschland im vertraulichen Gespräch die anstehenden Probleme zu beraten.

Vor der Presse erklärte der Bundespräsident, bei den Diskussionen seien neben wirtschaftlichen und bildungspolitischen Fragen auch Themen wie Korruption oder Regierungsführung nicht ausgeklammert worden. Eine wirkliche Partnerschaft könne man allerdings nur erreichen, wenn die Erkenntnis von Fehlern auf afrikanischer Seite mit denen kombiniert werde, "die auch auf unserer Seite liegen", mahnte Köhler.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki erklärte, es sei eine Diskussion in Gang gebracht worden über Dinge, die nicht einfach seien. "Wir haben einen guten Anfang gemacht", sagte er. Deutschland sei aufgefordert worden, sich besonders bei der beruflichen Bildung in Afrika zu engagieren.

Bundespräsident Köhler sicherte Obasanjo Unterstützung bei der Suche nach Milliarden-Dollar-Beträgen zu, die in den vergangenen Jahren aus Nigeria weggeschafft worden seien und nun hinter Tresortüren in Europa und anderswo lagerten. Mit Blick auf die jüngsten Ölfunde in Afrika sagte Köhler, hier gelte es nach Wegen zu suchen, dass sich diese Vorkommen nicht wie so oft in der Vergangenheit zum Fluch, sondern zum Segen für die Länder auswirkten.

Die Initiative "Partnerschaft mit Afrika", die der Bundespräsident zusammen mit der ZEIT-Stiftung ins Leben gerufen hat, soll einen offenen Dialog über das Verhältnis zwischen den Ländern Afrikas und den Industriestaaten ermöglichen, um neue Wege zu einer Partnerschaft zu finden.

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Bundespräsident Horst Köhler am Konferenztisch
Foto: Andrea Bienert, bpa